Vogelbeeren – ein Gedicht!

Vogelbeerbaum vor der Pfarrkirche Lungötz (c)Sylvia Schober
Vogelbeerbaum vor der Pfarrkirche Lungötz (c)Sylvia Schober

“Sommergrün am Feldesrain,

oft lädt sie zum Verweilen ein.
In den Zweigen dort im Baum,
Purpur Rot ein Früchtetraum.

Gereift für alle ein Genuss,
genannt lateinisch Sorbus.
Immer wieder Jahr für Jahr,
trägt sie Beeren wunderbar.”

(aus: Nora Marquardt “Die Eberesche”)

Die Vogelbeeren sind schon reif

Bauernherbst: Es ist wieder die Zeit, in der die Früchte reif werden. Besonders schön gestaltet sich das Bunt auf den Bäumen der Eberesche, die im Lammertal oft entlang von Straßen gepflanzt sind. Während sich das Laub allmählich verfärbt, stechen mir die roten Beeren ins Auge. Nicht nur mir! Auch Vögel lieben diese herben Früchte, weshalb sie auch wahrscheinlich bei uns als “Vogelbeere” bekannt ist.

Während die Vögel die Beeren roh genießen (sie sind übrigens ungiftig, aber sehr sehr bitter), wird in unserer Region daraus meist köstlicher Vogelbeerschnaps gebrannt. Wie der Schnaps am besten genossen wird, ist eine andere, interessante Geschichte.

Aber heute bin ich einer weiteren Köstlichkeit, die man aus Vogelbeeren bereiten kann, auf der Spur:

Vogelbeer-Marmelade!

Nachdem ich bei P. Virgil, unserem Pfarrer, nachgefragt habe, darf ich mir ein halbes Kilo der schönen, roten Früchte vom Baum neben der Kirche in Lungötz pflücken. In manchen Jahren sind die Beeren so trocken, dass kein Tropfen Flüssigkeit aus ihnen zu entlocken ist. Ich habe Glück, sie scheinen heuer recht saftig zu sein. Der Verlockung, einmal reinzubeißen, kann ich nicht widerstehen: Puh, wie herb! Daher bin ich schon gespannt, ob sich das in der Marmelade ändern wird …

Vogelbeeren gepflückt (c)Sylvia Schober
Vogelbeeren gepflückt (c)Sylvia Schober

Rezept Vogelbeer-Marmelade

Laut einem Rezept, soll man die Früchte ein paar Stunden einfrieren. So verlieren sie viel an ihrer Bitterkeit, heißt es. Also picke ich die Beeren vom Zweig und friere sie ein. Am nächsten Tag geht es los. Viele Zutaten gibt es nicht:

  • 500 g Vogelbeeren
  • 250 g Zucker
  • etwas Wasser
  • einige Gewürze, wie Zimtstange und Nelken ganz

Die Beeren in einen Topf geben, Wasser und Gewürze dazugeben und auch den Zucker einrieseln. Gut eine halbe Stunde weichkochen.

Nun die Beeren durch ein Sieb streichen. Jetzt bin ich froh, dass ich halbwegs saftige Beeren gefunden habe, denn viel Flüssigkeit verlieren sie nicht. Ich hebe auch noch etwas von dem Mus unter, nur die Schalen und Kerne versuche ich aus meiner Marmelade zu lassen.

Die Masse nun nochmals aufkochen lassen und danach in sauber ausgespülte Gläser füllen. In meinem Fall sind es nur zwei Gläser voll, aber diese behandle ich wie einen Schatz. Gut verschließen – und danach genießen!

Vogelbeer Marmelade ins Glas abfüllen (c)Sylvia Schober
Vogelbeer Marmelade ins Glas abfüllen (c)Sylvia Schober

Ich bin ja schon sehr gespannt, wie die Marmelade vom Vogelbeer-Baum schmeckt … ihr auch? Nun, auf eine Buttersemmel am Morgen werde ich sie wohl eher nicht streichen. Trotz des Viertelkilo Zucker ist die Marmelade schon sehr herb, wenn sich auch die Bitterstoffe darin ja positiv auf die Verdauung auswirken sollen. Deshalb und wegen des Geschmacks ist sie ein wahrer Genuss als Chutney zum ausgezeichneten Tennengauer Almkäse – sehr empfehlenswert! Und für alle anderen bleibt immer noch der gute Vogelbeer-Schnaps, von dem ich mir nach der Käsejause auch ein Glas genehmigen werde: Mahlzeit und Prost!

Tennengauer Almkäse mit Vogelbeer Marmelade (c)Sylvia Schober
Tennengauer Almkäse mit Vogelbeer Marmelade (c)Sylvia Schober

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