Sommerresidenz der Nutztiere
Mit Beginn des Frühsommers dürfen bei uns im Tennengau viele Rinder, Pferde und Schafe von den heimischen Ställen hinauf auf die Bergwiesen. Die Tiere genießen dort oben in den Sommermonaten ihre Freiheit. Auch wenn die Nutztiere den Menschen gewohnt sind, folgen die Tiere ihren natürlichen Instinkten. Deswegen gilt für uns: Wenn wir in den Bergen unterwegs sind, dürfen wir nicht vergessen, dass wir quasi Gäste der Natur und der Tiere sind. Das heißt, wir halten uns an verschiedene Regeln, wie zum Beispiel, dass wir
- Abstand zu den Tieren halten.
- uns ruhig verhalten.
- auf den Wegen bleiben.
- immer alle Tore und Gatter schließen.
- keinen auch noch so kleinen Müll hinterlassen, den die Tiere fressen könnten.
- Respektvoll mit Tieren und Natur umgehen.
Zum eigenen Schutz: Abstand halten
Das Geläut der Kuhglocken und der Anblick friedlich grasender und wiederkäuender Rinder auf den Almen gehört zu einer sommerlichen Bergtour im Tennengau einfach dazu. Um diese Idylle stressfrei zu genießen, sollte ein großzügiger Abstand zu den Tieren gehalten werden. Mit dem Umgehen der Herde sorgen wir dafür, dass die Tiere sich nicht bedrängt fühlen. Das heißt aber auch:
- keine Fotos von den Weidetieren aus nächster Nähe
- keine Selfies mit den Tieren
- die Tiere nicht streicheln
- weder sich noch seine Kinder auf die Tiere setzen. (Ja, für das perfekte Foto wird alles Mögliche in Kauf genommen.)
Indem wir die Komfortzone der Tiere wahren, schützen wir auch uns selber.
Füttern verboten!
Immer wieder ist zu beobachten, dass Wanderer mit den Tieren am Wegrand ihre Jause teilen oder ihnen ein Zuckerl geben. Damit tun sie aber weder den Rindern, noch den Pferden oder den Schafen einen Gefallen. Mehr noch, mit dem Füttern können sie die Gesundheit der Tiere gefährden. Und so kann sich eine gut gemeinte Aktion schnell in eine Tragödie verwandeln. Aber nicht nur für die Tiere ist das unerlaubte Füttern ein Problem. Auch wir Menschen können in sehr unangenehme Situation kommen, wenn die Tiere denken, dass sie Futter von uns bekommen. Da kann schon ein leeres Plastiksackerl in der Hand reichen, damit die Tiere aufdringlich werden.
Auf die Signale der Tiere achten
Weidetiere handeln nicht aus Boshaftigkeit. Oft
- sind sie nur neugierig.
- betteln sie um Futter.
- schützen sie ihre Herde und ihre Jungen.
Sollte eine Mutterkuh in einer Situation ihr Kalb bedroht sehen, schützt sie es instinktiv. Und eine friedlich grasende Pferdeherde kann sich plötzlich, ohne einen für uns ersichtlichen Grund, in Bewegung setzen. Da wir weder die Rangordnung der Herde noch den Charakter der einzelnen Tiere kennen, ist es wirklich wichtig, die Tiere nur aus der Entfernung zu bewundern.
Mit Hund unterwegs
Begleitet uns ein Hund auf unseren Wanderungen auf den Almen, wird dieser am besten an der kurzen Leine geführt. Wenn wir auf eine Herde treffen, umgehen wir diese in großem Bogen. Sollten die Tiere trotzdem auf uns aufmerksam werden und sich uns nähern, den Hund schnell von der Leine nehmen. Hunde können bei Weidetieren einen natürlichen Verteidigungsreflex auslösen. Da Hunde schnell sind, können sie sich selbst aus der Gefahrenzone bringen. Der Mensch stellt ohne Hund für das Weidetier meist keine große Gefahr mehr dar.
Genussvoller Alm-Aufenthalt für Mensch und Tier
In den meisten Fällen interessieren sich weder Rinder, noch Pferde oder Schafe für uns Wanderer und lassen sich nicht stören. Mit der nötigen Achtsamkeit, mit genügend Respekt, aber auch mit Ruhe und Gelassenheit können wir unsere Zeit auf den Bergen ohne Zwischenfälle genießen.
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Kajo Siwek