Alphorn und Annaberg – eine Erfolgsgeschichte

Es ist normalerweise zwischen drei und vier Meter lang, aus Holz gefertigt und gibt einen ganz besonderen Ton von sich. Eigentlich würde man das Alphorn eher in den Schweizer Bergen vermuten, allerdings kommt es auch im Lammertal zum Einsatz. Einige Mitglieder der Trachtenmusikkapelle Annaberg spielen nämlich dieses hier in der Region nicht alltägliche Instrument.

Wie kommt das Alphorn nach Annaberg?

Sepp Pölzleitner, leidenschaftlicher Musikant, hatte 1991 beruflich in der Schweiz zu tun, als er auf etwas Spezielles aufmerksam wurde: „Im engen Bergtal Menznau waren abends wunderbare Alphornklänge zu hören.“ Wieder zurück in Annaberg, schwärmte er seinen Musikerkollegen von den wunderbaren Tönen vor. Auch sie waren begeistert von der Idee, Alphorn zu spielen: „Mich freut´s, dass der volle Bassflügelhornsatz dabei ist, auch wenn uns anfangs die Misstöne sauber g´feigelt haben“, lacht Sepp. Dank Sponsoren konnten die Instrumente, die immerhin rund 2.500 € pro Horn kosten, bestellt werden.

Wie ertönt ein Alphorn?

Traditionell wird das Alphorn aus der Fichte gemacht. Seine unten abgebogene Form, der so genannte Trichter, ist für den Schall verantwortlich. Da Fichten gern am Hang und somit krumm wachsen und daher bereits einen natürlichen Trichter aufweisen, wurden sie früher meist zur Herstellung des Instrumentes verwendet. Die Fichte wurde geschält und der Länge nach halbiert. Heute gibt es spezialisierte Instrumentenbauer, die aus geeigneten Holzstämmen, bevorzugt aber immer noch Fichtenholz, ein Alphorn herstellen. Schon länger hängt die Form des Trichters nicht mehr von der natürlichen Krümmung ab, sondern ist standartisiert. Der Ton wird durch den Bläser erzeugt, die Technik ist dieselbe wie sie bei Blechblasinstrumenten angewendet wird. Daher wird das Alphorn auch “Naturtrompete” genannt.

Die Annaberger Alphörner (c)Sylvia Schober
Die Annaberger Alphörner (c)Sylvia Schober

Benefiz für einen Kameraden

Die Annaberger Alphorn-Bläser, das sind Sepp Pölzleitner, Franz Labacher, Christian Oberauer, Gerhard Eder und Rupert Pölzleitner. Das heißt, alle sind leider nicht mehr dabei, Mitglied Rupert Hirscher kann nach einem schweren Unfall 2001 nicht mehr mitspielen: „2002 veranstalteten wir gemeinsam mit der Trachtenmusikkapelle Annaberg ein Benefiz auf der Mahdalm unter dem Motto „Musiker helfen“ für seine Familie“, berichtet der musikalischer Leiter Franz Labacher, „fast 3000 Menschen kamen, es war überwältigend.“

Hochzeit bis HeuART – das Alphorn ist dabei

Ihre vierstimmige Spielart ist eher ungewöhnlich: „Normalerweise spielen ja nur ein oder zwei Hörner zusammen. Es war eine Herausforderung, die passende Stimmung für alle zum gemeinsamen Spiel zu finden, aber so ist der Klang viel voller“, erklärt Sepp. In drei Teile zerlegt, ist das Alphorn auch bei Hochzeiten oder für Konzerte gut zu transportieren: „Das Sängerfest auf der Dobratsch, bei dem wir dabei waren oder das Alphorntreffen in Goldegg waren tolle Erlebnisse!“

Einen besonderen Auftritt gab es für die Alphorn-Bäser im Rahmen des Lammertaler HeuART-Festes in Lungötz. Auf einem Oldtimer-Traktor machten es sich die Musikanten gemütlich, die Instrumente wurden passend zum Fest mit Heu umwickelt und so präsentierten sie sich den tausenden staunenden Menschen.

Die Alphorn-Bläser und Sepp Forcher

Die Alphorn-Bläser sind nicht nur als Teil der Trachtenmusikkapelle Annaberg beliebt bei den Zuhörern. Auch die AlmMusi Roas auf der Zwieselalm haben sie jahrelang musikalisch mitgestaltet und brachten den Gosaukamm bis hin zum Dachsteingletscher zum Klingen. Apropos, im Jahr 2013, zu ihrem 20-Jahr-Jubiläum, ertönten die Annaberger Alphorn-Bläser in der Sendung „Klingendes Österreich“. Sepp Forcher stellte zu Allerheiligen seine „Heimatberge“ vor und die Alphörner waren im Fernsehen vor der prächtigen Kulisse der Aualm im Lammertal zu hören. Dort wurden auch die meisten Fotos für diesen Beitrag gemacht.

Wenn Ihr die Annaberger Alphorn-Bläser einmal erleben wollt, so haltet im Veranstaltungsprogramm von Annaberg-Lungötz Ausschau nach einem ihrer Auftritte – ich kann Euch diesen Genuss nur empfehlen!

Klingendes Österreich "Heimatberge" (c)ORF
Klingendes Österreich “Heimatberge” (c)ORF

 

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Kein Kommentar

  1. Hätten Sie evtl. einen Termin frei am 7.12., 14.12. oder 21.12. um im Rahmen unserer Adventbegegnungen aufzutreten? Wenn ja, was wären die Kosten?

    Mit freundlichen Grüßen

    Ulrike Edelsbacher
    Stadtmarketing & Tourismus Liezen

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