Bittgang zur Maiandacht in die Loretokapelle

Wallfahrtskirche St. Jakob
Das Ziel: die Wallfahrtskirche St. Jakobus der Ältere

Schöner hätte dieser Abend am vergangenen Samstag für einen Bittgang nicht sein können. In der wärmenden Abendsonne trafen sich Gläubige aus Puch uns St. Jakob am Thurn, um gemeinsam beim alljährlichen Bittgang entlang des Rosenkranzweges den freudenreichen Rosenkranz zu beten. Abschließend wurde gemeinsam eine Maiandacht in der Loretokapelle in St. Jakob gefeiert.

Genaueres über den Weg für die ganze Familie, was es mit den Maiandachten auf sich hat und welche Sehenswürdigkeiten und besonderen Geschichten Euch in unseren zwei Pfarrkirchen erwartet, erfahrt ihr in den nächsten Zeilen von mir – einer gebürtigen St. Jakoberin, die das erstmal den Bittgang am Rosenkranzweg mitging und bereits im Herbst von den idyllischen Weg verzaubert wurde.

Rosenkranzweg Puch im Herbst
Idyllische Herbstwanderung am Rosenkranzweg in Puch

Rosenkranzweg für Gläubige, Familien & Wanderer

Wahrscheinlich stellen sich viele die Frage, warum man genau diesen Rosenkranzweg gehen sollte. Zum einen natürlich um die fünf Granit-Stationen der “5 Geheimnisse des freudenreichen Rosenkranzes” zu besuchen, kurz inne zuhalten und wer möchte um zu beten.

Anderseits ist der Rosenkranzweg aber ein gemütlicher Wanderweg durch den Wald von Puch nach St. Jakob, mit nur 2 kürzeren Steigerungen. Frische Luft, traumhafte Ausblicke und gemütliche Rastbänke inklusive.

Familienwanderung – na klar!

Meinerseits hat der Rosenkranzweg eine klare Empfehlung für Familien verdient, auch mit kleineren Kindern. Durch den abgelegenen Passagen mit Brücken, fließenden Bächen und den Wald an sich zum Entdecken, Fühlen und Spielen, ein kleines Paradies für Kinder jeden Alters.

AchtungDurch die kleineren Waldwege und ggf. die kürzen steilen Stücke, ist der Weg für Kinderwagen nicht möglich.

Brücke zur 3. Station am Rosenkranzweg Puch
Brücke zur 3. Station am Rosenkranzweg Puch

Genaue Wegbeschreibung vom Rosenkranzweg von Puch nach St. Jakob am Thurn

Der Bittgang startet jedes Jahr direkt bei der ersten Station am Anfang des Sillergutweges kurz nach der Abzweigung von der Vollererhofstraße. Betend benötigten wir rund 45 min bis zur Maiandacht in St. Jakob. Der Rosenkranzweg wird hier in der Tourenkarte ab der Pfarrkirche Puch bis zur Wallfahrtskirche St. Jakob beschrieben.

Wie alles begann – vom Rosenkranzweg zum Bittgang!

Rosenkranzweg Tafel
Rosenkranzweg Tafel

Wie kommt man nun auf die Idee einen Rosenkranzweg zu inszenieren? Zur Adventszeit finden in den Pfarrkirchen am frühen Morgen Roraten statt. In St. Jakob haben die Kirchgänger danach die Möglichkeit im Pfarrhof zu Frühstücken und in geselliger Runde in den Tag zu starten. Und in genau in so einer gemütlichen Runde entstand die Idee für den Rosenkranzweg.

Die damalige Obfrau der Pfarrgemeinde St. Jakob, Vroni Schönauer organisierte kurz darauf, mit Frau Inge Rosenberger die fünf Stationen, sammelten Geld und suchten Unterstützer, klärten mit den Grundeigentümern den Weg ab und ließen die Bilder malen. Die auf Blech gemalten Motive von Elisabeth Traxl aus dem Mühlviertel, thematisieren die Geburt und Kindheit Jesu. Und genau diese Gemälde wurden von Frau Rosenberger sogar bei einer Reise nach Lourdes (Südwestfrankreich) geweiht. Das spannende daran. Diese Weihung der Tafeln in der Grotte von Lourdes fand zufällig am 11.2.2006 statt – ein besonderes Datum. Denn ebenfalls am 11.2.1885 erschien Maria zum ersten Mal Bernadette von Lourdes.

Eingeweiht wurde der Rosenkranzweg dann am 13. Mai 2006 von Prälat Pfarrer Dr. Alois Weidlinger und Pfarrer Mag. Gidi Außerhofer.

Maiandacht in der Loretokapelle

Loretokapelle St. Jakob am Thurn
Loretokapelle St. Jakob am Thurn

Der erste Bittgang zur Maiandacht folgte 2010, nach einer Idee von der jetzigen Pfarrgemeinderats-Obfrau von St. Jakob, Elke Ellinger und der damaligen Pfarrassistentin von Puch, Schwester Hildegard. Der Gedanke von 2006 – die Pfarren Puch und St. Jakob zu verbinden, gemeinsames zu machen und die Menschen zusammen zu bringen – sollte damit noch mehr gestärkt werden. Generell wird bei den Maiandachten in unseren Kirchen oder bei den Haus- und Hof-Kapellen im Ort gemeinsam gesungen und musiziert, zur Maria Mutter Gottes gebetet und danach oft noch gesellig zusammen gesessen.

Maiandachten haben im Marienmonat Mai eine lange Tradition. Sie haben sich aus Flurgebeten entwickelt, mit denen man im Frühjahr um Segen für die kommende Ernte gebetet hat. Das Gebet zur Gottesmutter Maria ist daher nahe liegend, da sie die Sorgen und Nöte der Menschen aus eigener Erfahrung kennt. Besinnliche Texte, gemeinsames Gebet und das Singen von Marienliedern zu Ehren der Gottesmutter Maria und zum Lob Gottes stärken Glauben und Gemeinschaft“, erklärte mir Elke Ellinger.

Die Termine zur den Maiandachten findet Ihr in den Gottesdienstordnungen von der Pfarrkirche Puch und der Wahlfahrtskirche St. Jakob.

Und was es sonst noch so Interessantes über unsere zwei Pfarrkirchen in Puch zu berichten gibt, erfahrt ihr jetzt:

Startpunkt vom Rosenkranzweg – die Pfarrkirche Puch

Pfarrkirche Puch
Pfarrkirche Puch

Majestätisch steht sie da, inmitten der Gemeinde Puch bei Hallein –  die gotische Pfarrkirche mit ihrem markanten Spitzhelmturm. Erstmals wurde die Kirche 1347 erwähnt, tatsächlich dürfte sie aber noch etwas älter sein. Der barocke Hochaltar stammt aus dem Jahr 1685.

Barock, Gotik & zeitgenössische Kunst

Pfarrkirche Puch (c) Phelps
Pfarrkirche Puch (c) Phelps

2012 wurde der Altarraum zeitgenössisch von Bildhauer Wilhelm Scheruebl umgestaltet. Der Volksaltar, der Ambo (Lesepult) und das Taufbecken wurden aus Tannenholz und Untersberger Marmor neu errichtet. Die Holzbauelemente als Grundstock, zeigen ein Spiel aus geometrischen Formen. Am Altar liegt darauf eine Steinplatte um die 1.000 kg aus Untersberger Marmor. Und das beeindruckende dabei – in der Pfarrkirche sind nun Kunstwerke aus sieben Jahrhunderten zu sehen.

Einzigartig – der Pucher Palmesel

Im Glockenhaus der Pfarrkirche werden die Gläubigen und Besucher von einem hölzernen Esel mit Christusfigur begrüßt. Der aus dem 17. Jahrhundert stammende Palmesel wird jährlich am Palmsonntag zur Prozession von vier Burschen des örtlichen Trachtenverein D`Puachstoana durch den Ort getragen. Warum sich der Esel schon einmal verstecken musste und wir schwer die Holzfigur geschätzt wird, könnt ihr in meinem Magazin Beitrag “Osterbräuche: der Pucher Palmesel hat Geschichte” nachlesen.

Der römische Meilenstein in der Friedhofsmauer

Neben dem Stiegenaufgang zum Friedhof der Pfarrkirche Puch befindet sich auf der linken Seite ein Kriegergedenkmal und auf der rechten Seite ein römischer Meilenstein. Der Stein war an der Nordoststrecke der Mauer eingebaut und später jahrzehntelang verschollen. 1933 wurde der Meilenstein bei einer Wasserleitungsgrabung erneut entdeckt. Da der Stein aus Untersberger Marmor aber leider nicht (mehr) beschriftet ist, kann der Stein nicht direkt zugeordnet werden. Er erinnert lediglich daran, dass das Gemeindegebiet von Puch an das mindestens 80.000 Kilometer lange römische Straßennetz angebunden war.

Detailierte Informationen über die Gemeinde Puch bei Hallein mit ihren 2 Pfarrkirchen erhaltet ihr in der Ortschronik “Puch bei Hallein – Geschichte und Gegenwart einer Salzburger Gemeinde” von Gerhard Ammerer. Erhältich am Gemeindeamt Puch oder in der Bücherei!

Das Ziel vom Rosenkranzweg – die Wallfahrtskirche St. Jakobus der Ältere mit Lorettokapelle

Einen besonderen Charme versprüht “unsere” Kirche, die im ganzen Land Salzburg bekannt und sehr beliebt für Hochzeiten und Taufen ist. Die kleine Pfarrkirche wird im Jahr 1238 erstmals urkundlich erwähnt und ist dem heiligen Jakobus dem Älteren geweiht, einem der vertrautesten Jünger Jesu. Der Hauptraum der Kirche lässt den romanischen Ursprung der Kirche nicht mehr erkennen, da er 1963 erweitert und umgebaut wurde. Zur Ausstattung gehören unter anderem ein Marmor-Taufstein aus dem Jahr 1735, ein Glasschrank mit der 94 cm hohen Jakobsfigur, die von den Jakobischützen bei der Prozession zur Fronleichnam und am Jakobikirtag getragen werden.

Die Gnadenkapelle Maria Loreto

Graf Plaz Information in der Loretokapelle
Graf Plaz Information in der Loretokapelle

Links und rechts des Altares befinden sich Durchgänge zur Loretokapelle, die östlich an die Kirche angebaut wurde. Die Gnadenkapelle Maria Loreto wurde 1754 von Josef Anton Graf Plaz auf Grund eines Gelöbnisses gestiftet. Sein Herz wurde nach seinem Tod 1767 auf den Stufen des Altares begraben, wo auf den Stein zu lesen ist “Hier ruht das Herz eines Sünders“.

Die fensterlose Kapelle mit Rohziegeldekor und sternenverziertem Tonnengewölbe ist der Loretokapelle in Italien nachgebaut. Hinter dem Rokokogitter von 1754 erhebt sich ein reich gestalteter Altar. Die schwarze Madonna soll mit der Gnadenstatue in der Basilika della Santa Casa in Loreto berührt worden sein.

Rund um die Wallfahrtskirche St. Jakob

Aber nicht nur die Innenräume der Kirche und der Kapelle sind sehenswert. “Am stimmungsvollen Friedhof steht ein modernes Holzkurzifix von Bernd Rosian. Am Kirchplatz nördlich der Kirche bilden die 1908 gepflanzte “Kaiserlinde“, die barocke Statue des Heiligen Nepomuk (von Joseph Anton Pfaffinger, 1744) und der Pfarrhof ein beschauliches Ensemble“. So wird es in der Broschüre über die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Jakob (Quelle: “Christliche Kunststätten Österreichs, Nr. 565, 2014 von Verlag St. Peter in Salzburg) beschrieben, die in der Kirche beim Eingang erhältlich ist. Darin erfahrt ihr auch noch weitere Details und einen historischen Rückblick.

Die Kirche sowie auch die Kapelle sind tagsüber für Besucher und Gläubige geöffnet und können jeweils bis zu den abgeschlossenen Gittern betreten werden.

Wer sich noch mehr einlesen möchte und sich für die Wallfahrtskirche St. Jakob interessiert, empfehle ich die “Chronik eines Dorfes – St. Jakob am Thurn” von Susi Kermauer. Die 2. Auflage von 2012 wurde von Robert Patzner, Martin Flatz und Elke Ellinger ergänzt. Erhältlich bei der Gemeinde Puch und beim Gemischtwarengeschäft Ellinger in St. Jakob!

Wanderschuhe an und los!

Durch die Recherchen zum Rosenkranzweg von der Pfarrkirche Puch zur Wallfahrtskirche St. Jakob, habe ich selbst einiges Interessantes und auch Neues über meinen Heimatort erfahren. Macht Euch auf dem Weg, entdeckt die zwei wunderschönen Pfarrkirchen mit den beeindruckenden Geschichten und genießt die wunderschöne Ausblick bei Eurer Wanderung. Und wenn ihr dabei Fotos macht und sie gerne mit uns Teilen wollt, dann @visitpuch markieren nicht vergessen!

https://www.instagram.com/p/BqHZVAlFT42/

Hier geht`s zum Rosenkranzweg von Puch nach St. Jakob:

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