Auf der Kuchler Zeitreise ist Geschichte keine trockene Angelegenheit

Mögt ihr es auch so sehr wie ich, wenn die ersten Schneeflocken vom Himmel fallen? Wenn es draußen so gut nach „Winter“ riecht? Wenn die Luft so kalt ist, dass man am liebsten sein Gesicht im dicken Wollschal vergraben möchte und doch nicht kann, weil es einfach zu gut duftet? Nach Schnee, nach Glühwein, nach Punsch… nach Advent halt! : ) Das ist die Zeit im Jahr, die ich liebe. Und da ich mich an der frischen Luft bewegen muss, weil ich sonst sofort kalte Füße bekomme, habe ich mich auf die Kuchler Zeitreise begeben.

Geschichte an der frischen Luft

Ich bin an einem wirklich traumhaft sonnigen (Vor-) Wintertag vom Büro beim Gemeindehaus Kuchl aus los marschiert, um den Rundweg zu erkunden. Ich folge also der Straße gleich neben dem Gemeindeamt immer geradeaus. Ihr könnt theoretisch starten, wo ihr wollt. Wenn ihr den Rundweg in chronologischer Reihenfolge gehen wollt, steht die erste Tafel in Richtung Georgenberg am Campus der Fachhochschule. Hier beginnt quasi die Reise mit dem sinnbildlichen „Sprung ins kalte Nass“ zurück in eine Zeit, in der es in Kuchl und dem Tennengau noch lang keine Menschen gab… Die Schautafel erklärt, warum die Landschaft um uns herum so aussieht, wie sie heute aussieht. Und außerdem, warum in dem flachen Kuchler Tal plötzlich eine Erhebung wie der Georgenberg herausragt. An der Station kann man auch gleich die erste Rätselfrage lösen.

Rätselspaß inklusive

Rätsel begegnen einem immer wieder an vielen der insgesamt neun Info-Stationen. Genauso wie verschiedene QR Codes. Um auch wirklich keine der spannenden Infos zu verpassen, ladet euch am besten vor Beginn der Rundwanderung einen QR Code-Scanner auf euer Smart Phone. Je nach Betriebssystem einfach im Play- oder App Store den Suchbegriff “QR Code” eingeben. So ein Scanner funktioniert über eure am Handy integrierte Kamera und braucht nicht viel Speicherplatz (meiner belegt nicht mal 2 MB).

Habt ihr so einen QR Code-Leser erst einmal am Handy, funktioniert es ganz einfach: Programm öffnen und das Handy vor den entsprechenden Code halten. Und *schwups* bekommt ihr weitere interessante Infos, Bilder oder auch Videos zum Thema der entsprechenden Tafel angezeigt. : ) Wenn man das Handy von der Seite Richtung Code bewegt, bekommt man manchmal nicht den gewollten Code angezeigt. Das passiert, wenn mehrere nebeneinander stehen. Ich habe also den QR Code-Scanner meist erst geöffnet und dann die Handy-Kamera von unten nach oben vor den QR Code geführt – das hat super geklappt. Eigentlich bin ich nicht der Mensch, der sein Smart Phone immer dabei haben muss. Aber in diesem Fall lassen sich so zusätzliche Infos spielerisch erkunden.

Natürlich kann man das Handy auch zu Hause lassen und die Zeitreise allein anhand der Tafeln erkunden! Diese sind nämlich so gestaltet, dass die darauf dargestellten Informationen und Bilder selbsterklärend sind. Das heißt, auch so bekommt ihr einen zusammenhängenden Überblick über die Geschichte des Ortes. Mit Hilfe der QR Codes könnt ihr die Inhalte dann zusätzlich nochmal erweitern und vertiefen.

Rundweg individuell gestalten

Weiter geht’s also Richtung Georgenberg am Reiterhof Essl vorbei und entlang des Bergerls. Hier bieten mehrere Bänke die Möglichkeit, zu rasten um in Ruhe den Blick in die Landschaft genießen zu können. Es ist so angenehm ruhig, dass man ehrlich richtig abschalten kann…

Nach der zweiten Info-Tafel könnt ihr euch nun entscheiden, ob ihr den Blick auf das Tal noch etwas länger genießt oder gleich auf den Berg hoch geht. Solltet ihr ersteres bevorzugen, einfach weiter geradeaus und der Straße entlang um den Berg herum gehen. An der Rückseite führt die Straße dann direkt zur Georgskirche hoch. Wer lieber den Waldweg geht und sich etwas Zeit sparen möchte, folgt dem Pfad, der an der Info-Station entlang hoch führt. Keine Angst: Die Nächste Tafel der Kuchler Zeitreise steht an der Gabelung zwischen Straße und Waldweg. Ihr verpasst also nichts – egal, welchen Weg ihr wählt!

Auf dem Georgenberg angekommen…

Ich war heute „lauffaul“ und habe den kurzen Weg genommen. *uff* Schon lang nicht mehr sportlich betätigt, das bekomme ich beim Hochgehen gleich zu spüren. ; ) Komplett aus der Puste also oben angekommen, geht’s weiter mitm Lesen, Entdecken und Rätseln: Mittlerweile befinde ich mich schon zur Zeit des Römischen Reiches… Auch hier gilt wie bei der Wahl der Strecke: Einfach selbst entscheiden, welches Thema ihr interessant findet oder nicht. Dementsprechend könnt ihr dann über die QR Codes mehr erfahren oder auch nicht. Bis ich alle Infos und QR Codes entdeckt habe, habe ich auch wieder Luft und kann weiter den Berg hinauf Richtung Kirche gehen.

Die Filialkirche zum Heiligen Georg selbst kann man nicht besichtigen. An der Info-Station lernt man aber einiges zu ihrer Entstehung, Wandlung im Laufe der Jahrhunderte und das heutige Aussehen. Das zeigt nämlich noch die Einflüsse der verschiedenen Epochen. Sehr interessant habe ich hier den QR Code zur 3D-Ansicht der alten Befestigung empfunden. Stellt man sich an den richtigen Punkt hinter der Kirche, kann man sich tatsächlich gut vorstellen, wo damals die Mauern der verschiedenen Bauten auf dem Georgenberg verlaufen sein müssen.

Entlang der Römerstraße zurück ins Zentrum

Danach folgt der „Abstieg“. Ihr folgt dem Weg links neben der Kirche an der Nordseite des Georgenbergs hinab und unten der Straße geradeaus. Dann kommt ihr gleich an eine abknickende Vorfahrtstraße, der ihr jedoch nicht folgt. Der Weg der Zeitreise führt nämlich nach links entlang der „Römerstraße“. Der Verlauf der Straße soll tatsächlich mit dem der Straße zur Römerzeit übereinstimmen – daher auch ihr Name.

Tipp: Der Rundweg zur Kuchler Zeitreise ist jeweils auf der Rückseite einer Tafel dargestellt. Manchmal muss man etwas aufpassen, wenn man die Rückseite anschauen möchte, da die Tafeln im Gelände stehen. Aber wisst ihr mal nicht, wo der Weg weiter geht, könnt ihr euch hieran orientieren. Ansonsten ist der Rundweg natürlich auch im Info-Flyer abgebildet. Wenn ihr den dabei habt (gibt’s im Büro des Tourismusverbands), kann nichts schief gehen. ; )

Mein nächster Stopp auf der Kuchler Zeitreise ist die Severinlinde, auch wieder ein wunderbares Platzerl, um kurz inne zu halten oder einen kleinen Snack zu verspeisen. Dann führt der Weg wieder kurz zurück und Richtung HTK Kuchl. Gleich dahinter befindet sich auf der rechten Seite die nächste Tafel. Inzwischen bin ich wieder in der Neuzeit angekommen und versuche, das Rätsel um den Friedensvertrag von 1809 zu lösen. : )

Abschluss am Bürgerausee

Mittlerweile habe ich richtig viel zur Geschichte des Ortes gelernt und bin gespannt auf die restlichen drei Tafeln. Diese befinden sich vor dem Naturkostladen am Markt, im Park an der Salzachbrücke und am Bürgerausee. Wenn ihr euch zu dieser Jahreszeit noch traut, könnt ihr noch kurz an der Kneipp-Anlage vorbei schauen oder einfach eine Runde um den See gehen.

Im Sommer eignet sich dieser dann natürlich ideal für den „Sprung ins kalte Nass“ – und dieses Mal nicht nur sinnbildlich. ; ) Von Mai bis Oktober lohnt sich außerdem ein Besuch im Museum Kuchl, das sich gleich am Sportgelände vorbei befindet. Hier gibt es natürlich noch mehr zu entdecken, einige wertvolle Artefakte und archäologische Funde inklusive!

Etwa 2 1/2 Stunden habe ich für die gesamte Tour gebraucht. Je nachdem, welche Strecke ihr wählt und wie genau ihr euch die Schautafeln anseht, kann die Dauer natürlich etwas variieren. Aber gute 1 1/2 Stunden solltet ihr auf jeden Fall einplanen.

Nach der erfrischenden Wanderung gönne ich mir nun einen heißen Kakao. : ) Ich hoffe, ich habe euch Lust gemacht auf’s Zeitreisen durch Kuchl und freue mich auf euer Feedback, wenn ihr wieder zurück seid in der heutigen Zeit!

Hier geht’s auf zur Kuchler Zeitreise:

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