Der Frühlingsbeginn steht im BioVitalHotel Sommerau in St. Koloman ganz im Zeichen der Erneuerung, Entschlackung und Entspannung. Während einer Fastenwoche regenerieren die Gäste ihren Körper und gönnen sich eine Auszeit von ihrem Alltag.

Suchend blicke ich mich in der Gaststube des BioVitalHotels Sommerau um. Es ist niemand da. Fast niemand. Eine Frau im weißen Bademantel entdeckt mich und kommt auf mich zu. “Kann ich Ihnen helfen?”, fragt sie mich mit lächelnden Augen. Erstaunt über so viel Aufmerksamkeit nehme ich ihr Angebot sehr gerne an. Marianne, so heißt die freundliche Dame, blickt auf ihre Armbanduhr und sagt: “Ich habe noch genau zwölf Minuten Zeit, fragen sie mich alles was sie wollen.”
Wir gehen in den verglasten und hellen Essbereich. Auch gemütliche Sitzgelegenheiten mit Blick auf den naturbelassenen Badeteich und die grünen Wiesen der Umgebung, befinden sich hier. Wir setzen uns und Marianne erzählt: “Ich habe das Heilfasten für mich entdeckt. Beschreiben kann ich das nicht. Das muss man selber erleben. Erst dann weiß man wie gut es ist.” Die Flachgauerin bucht seit 20 Jahren einmal im Jahr eine Woche Heilfasten im BioVitalhotel Sommerau. “In dieser Woche fährt man total herunter”, schwärmt sie. Dabei ist ihr auch die Landschaft ganz wichtig: “Hier strahlt alles Ruhe aus. Es gibt in der Umgebung sehr viele Kraftplätze wie die Wilhelmskapelle, den Seewaldsee oder die Bergeralmen. Da wandere ich gerne hin.” Auch einen geheimen Kraftplatz hat sie für sich entdeckt. “Den verrate ich aber nicht. Dann ist er ja nicht mehr geheim”, sagt sie augenzwinkernd.

Wilhlemskapelle

Marianne verabschiedet sich mit einem Blick auf ihre Uhr. Hotelchefin Theresia Neureiter hat in der Zwischenzeit in der Küche die Fastenspeisen und Getränke für das Mittagessen zubereitet. 80 Prozent der Gäste im BioVitalHotel Sommerau buchen eine Fastenwoche wie das  Heil- oder Basenfasten. Zwischen diesen beiden Fastenarten besteht ein wesentlicher Unterschied: Beim Heilfasten ernähren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nur in flüssiger Form. In die Gläser und Tassen kommen zum Beispiel energetisiertes Wasser, Basen-Ausgleichs-Tees oder Entspannungstees sowie Obst- und Gemüsesäfte. Am Abend essen diese Fastenden eine warme, klare Gemüsesuppe. Für jene die Basenfasten, gib ts nur Gedünstetes. Dadurch muss der Darm nichts Rohes verdauen. Getreidebrei aus Amaranth, Buchweizen und gedünsteten Äpfel stillen beispielsweise am Morgen den Hunger. Zu Mittag wird gedünstetes Gemüse mit Olivenöl und Gewürzen serviert. Und am Abend schmecken die “Rote Rüben Suppe” oder die Kürbiscreme-Suppe. “Eine Gemüsesuppe ist mit Kartoffeln eingedickt. Das macht sie cremiger”, sagt Theresia.

Kaffee, Alkohol und Fleisch gibt es nicht. Hotelchefin Theresia: ” Der Kaffee-Entzug ist nicht zu unterschätzen. Kopfweh kann eine Begleiterscheinung sein.” Damit diese Begleiterscheinungen reduziert werden können, beginnen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Fastentage mit einem Einlauf. Und hier darf Kaffee verwendet werden. “Keine Maßnahme hat eine so stark leberentgiftende Wirkung wie der Kaffee-Einlauf”, sagt Theresia. Kaffee enthält Cafestol und Cawehol. Diese bewirken beim Einlauf die Weitstellung der Gallengänge und eine starke Durchblutung unseres größten Entgiftungsorgans – der Leber. Durch diesen Einlauf werden Gifte aus der Leber einfach in den Darm gespült und ausgeschieden. “Allerdings muss er richtig eingesetzt werden”, betont Theresia

Freiwilligkeit ist Voraussetzung

Loslassen während des Fastens ist wichtig. Daher sind in dieser Zeit Handy, Radio, Computer oder Fernseher ausgeschaltet. Für eine gelungene Fastenwoche sollte die Einstellung passen. Theresia: “Wenn jemand meint, diese Woche werde fürchterlich, wird sie es auch werden.”

Hotelchefin Theresia Neureiter rät: “Die Fastenwoche durchhalten. Auch Wenn es zwischendurch schwerfällt.”

Eine der Fastenwochen buchen vor allem junge Leute und Menschen um die 40 Jahre. “Es kommen aber auch die 60-jährige Tochter und ihre 80-jährige Mutter”, erzählt Theresia. Die meisten Gäste sind Stammgäste und buchen eine der Kuren einmal im Jahr.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verbringen sieben bis zehn Tage im BioVitalHotel Sommerau. Sie wählen zwischen Angeboten wie “Der erneuerte Körper – Fastenkur nach Dr. Buchinger (Preis 7 Nächte, ab 810 Euro), Basenfasten (7 Nächte, 786 Euro) und Ayurveda Vitalfastenwoche (7 Nächte, 981 Euro). Die Pakete enthalten Massagen, tägliche Bewegungseinheiten, Lymphdrainage und vieles mehr.

Leberwickel nach dem Essen

Um die Mittagszeit tröpfeln langsam die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Essen. Gläser mit grüner Flüssigkeit sind für jene die Heilfasten gebucht haben, reserviert. Für die Basenfastenden kommen Brokkoli und gedünstete Karotten auf die Teller. Olivenöl und Kräuter verleihen dem Gericht einen sehr guten Geschmack. Während des Essens plaudern die Damen und tauschen Erfahrungen aus.
“Ich bin es nicht gewohnt allein zu sein. Ich fühle mich hier ausgeschlossen. Das ist eine interessante Erfahrung”, sagt eine Teilnehmerin. Eine andere erzählt: “Ich genieße die Umgebung, die Ruhe und die Zeit für mich. Ich möchte diese Woche nicht missen.”
Nach dem Essen holen sich die Gäste einen Leberwickel. Dieser besteht aus einem warmen Heublumensack und einem warmen Moorkissen. Diese legen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf den Bereich der Leber (unterhalb des rechten Rippenbogens) und ruhen sich eine halbe bis eine ganze Stunde in ihrem Zimmer oder im Ruhebereich des Hotels aus. Dieser Wickel unterstützt die Leber bei der Verdauung des Mittagsessens.

Ich verabschiede mich und genieße die eineinhalb-stündige Wanderung zur Wilhelmskapelle. Amseln singen fröhlich ihr Lied und Raben ziehen krächzend ihre Runden. Gelbe Schlüsselblumen und Huflattich säumen den Weg.
Bevor ich gehe, gibt mir Hotelchefin Theresia Informationen zum Fasten mit. Dabei ist auch ein Rezept für die Basische Rote-Bete-Suppe. Daheim habe ich sie nachgekocht und sie schmeckte hervorragend.

Hier das Rezpt:
Zutaten für 4 Personen
750g rote Bete gewürfelt, 2 500ml Gemüsebrühe, 100ml Sahne, 1/2 Bund Dill gehackt, 2 Zwiebeln gehackt, 1 Lorberrblatt, 1 El Butter, 1 Prise Salz, 1 Prise Pfeffer, Saft einer halben Zitrone.

Zubereitung:
Zwiebel- und Rote-Bete-Würfel in heißer Butter 5 Minuten anschmoren. Gemüsebrühe hinzugeben. Lorbeerblatt, Zitronensaft, Salz und Pfeffer zufügen. Suppe bei kleiner Hitze 20 Minuten garen. Lorbeerblatt herausnehmen und pürieren. Sahne und Dill einrühren und servieren.

Fotocredit: BioVitalHotel Sommerau, Christine Fröschl

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