Weißer Blütenzauber in Salzburg: Hollerduft liegt in der Luft

Überall riecht es nach Holunderblüten – herrlich! Alle kennen ihn und alle Lieben ihn – den Holundersaft oder wie man ihn bei uns in Österreich nennt – den Hollersaft. Oder wie ihr es sicher schon öfters gehört habt: einen „Holla – Soft„.  Besonders auf den urigen Almhütten im Tennengau ist der Holunderblütensirup aufgespritzt nach der Wanderung ein beliebter Durstlöscher. Ob mit stillem Leitungswasser oder prickelnden Mineralwasser – so wie es jeder will und es ihm schmeckt! Doch es gibt noch mehr Köstlichkeiten aus diesen zauberhaften Blüten. Gleich drei Rezepttipps zum einfachen Nachmachen rund um den beliebten Holler aus dem Salzburger Land habe ich heute für Euch. Gutes Gelingen und lasst es Euch schmecken!

Aber nicht zu langsam! Die Blüten blühen nur kurze Zeit. Also rasch sammeln, verkochen oder haltbar machen.

Erntezeit: Wie ihr richtig Hollerblüten sammelt!

Doch bevor ihr mit den leckeren Rezepten starten könnt, müsst ihr Euch Holunderblüten besorgen. Hollerblütenzeit ist von Mai bis Ende Juni – da sind die Blüten in ihrer vollen Pracht. Danach werden sie zu dunkelroten Beeren, die auch noch sehr gut zu Saft, Marmeladen und anderen Leckereien im Herbst verarbeitet werden können.

Gepflückte Hollerblüten vor Hollerstrauch
Gepflückte Hollerblüten vor Hollerstrauch

Geerntet wird am besten an voll sonnigen Tagen. Achtet auch darauf, dass der Strauch nicht neben einer stark frequentierten Straße liegt und die Einzelblüten der Dolden voll geöffnet sind. So entfaltet sich das Aroma am besten. Zum Sammeln nehmt ihr am besten eine Gartenschere (sie lassen sich aber auch einfach mit der Hand abbrechen) mit und verwendet einen offenen Korb – kein Plastiksackerl. Darin können die Blüten schnell verderben und es sammelt sich auch leichter mit einen offenen Gefäß, dass ihr neben Euch am Boden hinstellen könnt.

TIPP: Bevor die Hollerblüten weiter verarbeitet werden können, müssen sie geklopft und geschüttelt werden. Bitte nicht waschen! Die Blüten sollten von den braunen Blüten und Kleininsekten nur ausgelesen werden.

Nehmt Euch für das Sammeln bzw. Pflücken der Blüten Zeit und riecht auch mal daran. Ein herrlicher Duft haben diese Blüten! So steigt die Vorfreude auf die köstlichen und vor allem selbstgemachten Hollerblütenprodukte, die ich Euch jetzt gerne näher beschreibe.

1. Selbstgemachter Sirup aus Holler bzw. Holunderblüten

Das beliebteste Rezept für die Holunderblüten-Verwendung in Salzburg ist der Sirup. Er ist nicht nur einfach herzustellen und schmeckt hervorragend. Der Sirup kann auf Vorrat produziert werden und ist im Winter eine leckere Erinnerung an die schönen Sommertage. Wir haben heute die letzte Flasche Sirup vom letzten Jahr geöffnet. Es wird Zeit für Nachschub 🙂 Also schnappt Euch ein großes Gefäß und stellt Euren eigenen Holunderblütensiurp her. So geht´s:

Holundersirup mit frischen Hollerdolden
Holundersirup mit frischen Hollerdolden

Zutaten für ca. 5 Liter Hollerblütensirup:

  • 400 g Hollerblüten (ca. einen 10 Liter Kübel/Eimer voll)
  • 4 kg Kristallzucker
  • 4 Liter Wasser
  • 2 unbehandelte BIO-Zitronen
  • 80 – 100 g Zitronensäure
  • Sauberes Gefäß
  • Glasflaschen

Sirup-Zubereitung für den besten Hollersaft:

Die gesammelten Hollerblüten mit den vorgeschnittenen Zitronenscheiben in ein sauberes Gefäß geben. Den Kristallzucker mit den Leitungswasser kurz aufkochen und noch warm über das Hollerblüten-Zitronen-Gemisch leeren. Wenn die Flüssigkeit abgekühlt ist, die Zitronensäure einrühren. Den Topf mit einem Geschirrtuch locker zugedeckt für 2 bis 3 Tage stehen lassen.

Saubere Glasflaschen mit dichtem Schraubverschluss vorbereiten und den Hollerblütensirup durch ein feines Sieb darin abfüllen. Kühl, dunkel und trocken gelagert – am besten im Keller – hält der Hollunderblütensirup bis zu einem Jahr!

Wie mögt ihr den Hollersaft am Liebsten?

Ich mag den Holunderblütensirup am Liebsten mit Sprudelwasser. Besonders gerne wenn noch ein Schuss Weißwein oder Prosecco und ein paar Blätter Minze darin ist – ein sogenannter „Hugo„! Eiskalt im schönen Weinglas mit Eiswürfel serviert, lässt es sich im Sommer in den Gastgärten im Tennengau wunderbar genießen. Aber auch als Toping auf einen Muffin mit Frischkäse gemischt, wird die süße Backware zu einer erfrischenden Leckerei.

2. Hollerblüten getrocknet als Teeaufguss – schweißtreibend bei Erkältung

Hollerblütentee (c) pixabay.com
Hollerblütentee (c) pixabay.com

Denkt nicht nur an die sommerliche Erfrischung – auch als warmer Tee ist der Holler ein wahrer Genuss und auch Medizin! Denn Holunderblüten sind sehr gesund! Ein Teeaufguss aus getrockneten Hollerblüten hilft bei Atemwegsinfekten, trockenen Reizhusten und lindert fieberhafte Erkältungen. Die Hollerblüten aktivieren den Stoffwechsel und entwässern sanft. Auch bei  Schlafproblemen, Blähungen und Kreislaufproblemen kann der Tee helfen. Die ätherischen Öle und Pflanzenstoffe in der unscheinbaren Blüten wirken oft wahre Wunder! Mir persönlich hat es schon oft geholfen und der Holunderblütentee schmeckt dazu auch sehr köstlich! Und so bereitet ihr Euch auf die nächste Erkältung vor:

Zubereitung von Hollerblütentee:

Blüten wie oben bereits genannt pflücken, säubern und die groben Stengel entfernen. Danach auf ein Brett oder Tablett auflegen und an einem schattigen und luftigen Ort ca. 1 Woche trocknen lassen. Die getrocknete Hollerblüten in ein Schraubglas füllen und trocken und dunkel lagern.

Bei Bedarf zwei bis drei Teelöffel getrocknete Blüten mit dem Teesieb in eine Tasse geben und mit kochendem Wasser aufgießen. Nach 10 Minuten ziehen wirkt der Holunderblütentee schweißtreibend und fiebersenkend. Damit er auch wirkt, sollte man mehrmals täglich eine Tasse Holunderblütentee trinken. Wenn Ihr den Tee nur so – nicht als Heilmittel – genießen wollt, dann lässt ihr ihn nur drei bis fünf Minuten im heißem Wasser ziehen. Der Hollertee schmeckt einfach auch lecker!

3. Backe Backe – Hollerblüten!

Frische Holunderblüten
Frische Holunderblüten

Die flüssigen Köstlichkeiten sind Euch noch zu wenig? Dann esst die Blüten doch – warm und gebacken aus köstlichen Bierteig! Zucker darauf und hmmm – herrlich! Hier ein einfaches Rezept für Euch. Tipp: Anstatt mit Bier könnt ihr auch aus Milch einen einfachen Backteig herstellen!

Zubereitung für 4 bis 5 große Holunderdolden:

Für den Bierteig ein Ei mit einer Prise Salz und etwas Zucker sowie etwa 50 ml Bier miteinander verquirlen. 70 g glattes Mehl hinzugeben und rasch zu einem dickflüssigen Teig verrühren. Weitere 50 ml Bier einrühren (so entstehen weniger Klümpchen) und fertig! Wenn der Teig noch zu dick ist, einfach noch mehr Bier hinzugeben. Am besten ihr lässt den Teig jetzt noch ein paar Minuten quellen.

Die Holunderblüten am Stiel halten und durch den Bierteig ziehen. Neutrales Öl in einer Pfanne erhitzen und die mit Teig überzogenen Holunderdolden rundherum goldgelb backen bzw. frittieren. Die fertig gebackenen Blüten auf einem Küchenpapier abtropfen lassen und mit Staubzucker bestreut direkt warm servieren.

TIPP: Früchtekompott wie Apfelmuss oder ein eisgekühltes Vanilleeis passen hervorragend zu den gebackenen Holunderblüten!

Holunderblüten-Köstlichkeiten selbstgemacht!

Das alles hört sich so einfach an? Das ist es auch. Also auf was wartet ihr noch. Schnappt Euch einen Korb und pflückt Euch ein paar Hollerdolden. Und falls ihr die Blütenzeit versäumt habt, seid nicht traurig! Bald entstehen die fruchtigen, dunkelroten Beeren woraus ihr dann leckere Marmeladen und den roten Hollersaft zaubern könnt!

Noch ein Holunderblüten-Rezept-Tipp: im Blog vom Gasthof Neuwirt aus Bad Vigaun findet ihr auch ein leckeres Rezept für eine Erdbeer-Holunderblüten-Bowle 

Ihr habt im Tennengau Eure Holunderblüten zum Nachkochen gefunden, auf den Almen oder Restaurants leckeren Hollersaft getrunken oder sogar etwas anderes rund um die beliebten Holunderblüten im Salzburger Land entdeckt? Dann kommentiert hier Eure Erfahrungen und weitere Rezepttipps oder teilt Eure Bilder auf Instagram mit @visittennengau und #visittennengau mit uns!

Hier geht`s in den Tennengau im Salzburger Land:

Barbara
Grias Enk!

Ich heiße Barbara Gerber (geb. Lackner), komme aus Puch – genauer gesagt aus St. Jakob am Thurn – und ich bin in der Genuss- & ErlebnisRegion Tennengau viel unterwegs. Privat, sowie auch als Tennengau Magazin Autorin im Gästeservice Tennengau. Besonders gerne berichte ich über die zahlreichen Genuss- & ErlebnisFeste, einzigartigen Ausflugsziele und schmackhaften GenussPunkte in der Region. Mir liegt neben dem Tourismus, auch die Volkskultur am Herzen. Als Bauerndirndl, langjähriges Mitglied des Trachtenvereins D`Puachstoana und ehemalige Schützen-Marketenderin der historischen Jakobischützen zu St. Jakob am Thurn, lebe und gestalte ich die traditionellen Bräuche im Salzburger Land mit. Zudem bin ich seit Dezember 2014 Mutter eines Sohnes und viel mit dem Kinderwagen (TFK Joggster III 12´) oder dem Tragetuch in der Region unterwegs. Ich freue mich von meinen Tätigkeiten zu berichten und hoffe, dass Euch meine Geschichten gefallen. Gerne könnt Ihr mir bei den Beiträgen ein Kommentar hinterlassen!

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