Barbara – Die Fremde!

Für mich ist der 4. Dezember etwas besonders. Es ist nicht nur ein Namenstag wie jeder andere im Jahreskalender – nein. Dieser Tag beinhaltet auch einen traditionellen vorweihnachtlichen Brauch – die Barbara-Zweige, den ich Euch gerne heute vorstelle. Es gibt ein altüberliefertes Sprichwort „Knospen zu St. Barbara sind zu Weihnachten Blüten da“. Doch woher kommt dieser Brauch und wer war eigentlich diese Barbara? Genau das möchte ich Euch heute zu meinem Namenstag erzählen. Am Ende habe ich auch noch den ein oder anderen Tipp zum Einwässern für Euch.

SalzburgerBrauchzumBarbara Tag
Barbara Statue mit Adventkranz

Heilige Barbara von Nikomedien

Salzburger Brauch zum Barbara-Tag
Gemalte Heilige Barbara

Die Heilige Barbara soll (ist historisch nicht hinterlegt) im 3. Jahrhundert in der heute westlichen Türkei gelebt haben – genauso wie der Heilige Nikolaus ein Jahrhundert später! Aus einen der überlieferten Geschichten geht hervor, dass ihr Vater sie in einem Turm eingesperrt hat. Da sie sich jedoch weigerte, ihren christlichen Glauben aufzugeben wurde sie von ihrem Vater schlussendlich enthauptet.

Auf dem Weg ins Gefängnis blieb Barbara an einem Zweig hängen, den sie sich in ihre Zelle mitnahm und einwässerte. Am Tag ihrer Hinrichtung blühte der Zweig auf und ein neuer Brauch wurde für uns geboren.

Seit dem 12. Jahrhundert wird am 4. Dezember der Gedenktag von der christlichen Barbara gefeiert. Da ihr Vater nachdem er seine Tochter mit dem Schwert selbst umgebracht hatte, vom Blitz getroffen wurde, wird Sie als Patronin gegen Blitz und Feuer, und somit von den Berufen wie Soldaten, Schmiede und Köche verehrt. In Salzburg jedoch besonders bekannt als Patronin der Bergleute und dem Baugewerbe – wie der Salzwelten Hallein, was wiederum wegen dem Turm so ist.

Die Heilige Barbara wird neben dem Turm auch mit den Abendmahlskelch dargestellt, da ihr die Engel nach der Folter den Kelch zur Stärkung brachten. Manchmal wird sie auch mit dem Schwert dargestellt, mit dem sie Ihr Vater enthauptet hat.

Ein alter Adventsbrauch

Salzburger Brauch zum Barbara-Tag
Zweige abschneiden

Nach einer alten Tradition werden in Österreich jährlich am 4. Dezember Zweige vom einem Obstbaum geschnitten und bis Weihnachten ins Wasser gestellt. Wenn die Zweige dann am Weihnachtsmorgen aufgehen, verheißt es Glück für das kommende Jahr.

Bei uns zu Hause hieß es auch immer, wenn die Blüten zu Weihnachten aufgehen, gibt es in der Familie eine Hochzeit. Was sicher von einem alten Brauch überliefert worden ist. Früher kam es auch vor, dass die einzelnen Zweige den Namen von mehreren Verehren bekamen. Dessen Zweig der zuerst blühte, sollte dann der ausgewählte zukünftige Bräutigam werden. Ebenso werden die Barbarazweige auch oft als Vorläufer von Christbaum und Adventkranz gesehen.

Tipps zum Einwässern & Dekorieren von Barbarazweigen

Traditionell sind Barbarazweige vom Kirschbaum – da diese auch am ehesten zu blühen beginnen und so die Wohnung in der kalten Winterszeit beleben. Aber auch andere Zweige von sogenannten „Frühjahrsblütlern“ wie vom Holunder-, Apfel- oder Pflaumenbaum und vom Forsythie- oder Haselnussbusch sind für die Barbarazweige geeignet.

Ich habe heute morgen Kirschbaumzweige und einen Zweig vom Forsythienbusch geschnitten. Dabei hatte ich auch Unterstützung von einer unserer Katzen. Danach noch die abstehenden kleinen Zweige unten abgezwickt und in eine Vase mit lauwarmen Wasser gestellt. Und fertig!

Dazu werden die in einer passenden Vase eingewässerten Zweige passend für die Adventszeit weihnachtlich dekoriert. Damit die Blüten auch zu Weihnachten sprießen, beachtet folgende Punkte beim Einwässern:

  1. Damit die ausgewählten Zweige auch zu Weihnachten blühen ist der Frost wichtig! Falls es die Natur nicht schon für Euch gemacht hat, legt ihr die Zweige am besten eine Weile in den Tiefkühlschrank bevor ihr diese schräg anschneidet.
  2. Und damit die Zweige nicht zu faulen anfangen, ist es wichtig das lauwarme Wasser wöchentlich ein- bis zweimal zu wechseln. Dann fängt es auch nicht zum Stinken an und die Wahrscheinlichkeit, dass die Blüten zu Weihnachten sprießen steigt. Was ich auch schon gehört, aber noch nicht selber ausprobiert habe ist, wenn man Kohle ins Wasser gibt wird die Schnittstelle desinfiziert und der Faulungsprozess wird damit auch verlangsamt.
  3. Zudem sollte es im Raum nicht zu trocken sein – bei hoher Luftfeuchtigkeit halten die Zweige länger. Also nicht z.B. über die trockene Heizungsluft stellen. Es lohnt sich, die Knospen regelmäßig mit etwas Wasser zu besprühen.
  4. Stellt die Vase nicht in die dunkelste Ecke im Raum. Bekommen die Zweige auch etwas Tageslicht zu spüren, so sollte dem vorzeitigem Frühlingserwachen nichts im Wege stehen.

 

SalzburgerBrauchzumBarbara Tag
Frisch geschnittene Zweige

Also viel Spaß beim Abschneiden, Einwässern und Dekorieren der Barbarazweige. Passend zum Barbara-Tag gibt es auch mehrere alte Bauernregeln. Mir fallen dazu ein: „An Barbara die Sonne weicht – an Lucia sie sich wieder zeigt“ und „Geht Barbara im Klee, kommt’s Christkind im Schnee“ oder anders herum “St. Barbara im Schnee, im nächsten Jahr viel Klee“.

SalzburgerBrauchzumBarbara Tag
Weihnachtsdeko mit Barbarazweige

Ich finde die Tradition der Barbarazweige einen schönen Brauch zur Adventszeit und ich wünsche allen Barbara`s heute einen schönen Namenstag!

Was sind Eure beliebten Bräuche zur Weihnachtszeit? Gibt es etwas, was ihr seit Kindheit an jährlich macht, oder vielleicht wieder einführen wollt? Ich freue mich über Eure Kommentare :-)

3 Antworten zu “Barbarazweige: Salzburger Brauch zum Namenstag der Heiligen Barbara”

  1. Alles Gute zum Namenstag, liebe Barbara! Ich hab es jetzt mal mit Zweigen von unserem Zwetschkenbaum probiert (es war zwar eine Tortur, unseren Kater zu überzeugen, dass er mit mir raus muss in die Kälte, aber das Foto mit Katze hat mich überzeugt, dass die Zweige so sicher viel schneller blühen werden ;-)).

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