Skitouren gehen für Anfänger

Bei perfekten Schneebedingungen (und schönem Wetter) habe ich mich nun endlich dazu überreden lassen, meine erste Skitour zu machen. Nein, nicht in diesem Jahr, sondern die Allererste. Überhaupt. Ich als absoluter Skitouren- und auch Alpinski-Neuling brauche da immer ein bisschen Überzeugungsarbeit im Vorfeld. Diese hat mein Freund Oli ganz gut hinbekommen und ich stehe nun also auf Skiern und blicke in Richtung Zinkenkogel bei Hallein – Bad Dürrnberg.

Wohl auch aus diesem Grund habe ich in diesem Artikel einige wertvolle Tipps für Skitouren-Anfänger verpackt, da ich selber genau weiß, womit man anfangs nicht so gut zurechtkommt, wie man am besten mit dem Tourengehen anfängt und was man unternehmen kann, damit man vom Equipmentgeschleppe und Zusammengepacke nicht gleich von Anfang an die Nase voll hat.

Für alle die noch keine Ausrüstung zuhause haben, oder das Tourengehen einfach einmal ausprobieren möchten, empfehle ich einen Besuch beim “Bergspezl” in Puch. Dort kann man eine komplette Skitourenausrüstung zu günstigen Tarifen ausborgen. Für die Snowboarder unter euch: Ihr könnt euch dort auch Schneeschuhe ausleihen, das Brett auf den Rucksack spannen und so den Berg erklimmen.

Und los geht’s auf den Zinken

Los geht es also am Parkplatz der Zinkenlifte in Bad Dürrnberg bei Hallein mit einer kleinen Einschulung: Wie spanne ich die Felle auf die Skier? Wie funktioniert die Tourenski-Bindung? Kann ich damit jetzt wirklich bergauf gehen ohne zurück zu rutschen?

Trotz anfänglicher Schwierigkeiten klappt zumindest dieser Punkt ganz gut und die Tour kann beginnen. Nachdem ich mich einigermaßen an die ungewohnte Bewegung gewöhnt habe, macht das Hinaufgehen richtig Spaß. Zu Beginn verläuft die Tour ein kurzes Stück entlang der Piste, danach queren wir die Straße und lassen ein kleines Waldstück hinter uns. Von hier aus hat man einen traumhaften Blick auf die Wahrzeichen Halleins, die sogenannten Barmsteine.

Bei schönem Wetter ist diese Skitour, wahrscheinlich auch aufgrund ihrer Einfachheit, eine wahre Völkerwanderung. Was mir zuerst ein bisschen Angst gemacht hat (man stellt sich ja nun als Anfänger einigermaßen blöd an) wandelt sich nach wenigen Höhenmetern in Freude, denn die Skitourengeher sind wirklich ein äußerst freundliches und geselliges Völkchen.

Teils neben der Piste, teils auf Forstwegen oder Pfaden im Wald geht es immer höher den Berg hinauf. Nach einer steilen Stelle, die wir neben der Piste hinaufwandern, geht es noch ein kurzes Stück bergauf und schon können wir zum Zinkenstüberl abbiegen. Wollen wir aber noch nicht! Denn nun hat mich der Ehrgeiz gepackt und wir gehen weiter bis zum Gipfelkreuz.

Ganz oben

Im tief verschneiten Wald fühlen wir uns wie im Winterwunderland. Dick eingeschneit neigen sich die Zweige der Bäume dem Boden zu, es ist weit und breit niemand mehr zu sehen und nur die Spur vor uns weist uns den Weg bis zum Gipfel. Einige „Spitzkehren“, in denen ich aufgrund meiner unschlagbaren Technik meinen Freund zum Lachen bringe, sind für mich noch zu meistern, bevor wir das Kreuz erreichen.

Oben angekommen bricht die Sonne durch die Baumwipfel und der Schnee um uns herum glitzert und glänzt mit ihr um die Wette. Eine wunderbare Belohnung für eine herrliche Tour!

Der schwierigste Teil der Tour kommt zwar für mich mit dem Hinunterfahren erst, aber davor unternehmen wir noch einen Abstecher zum Zinkenstüberl, wo wir uns in aller Ruhe eine wohlverdiente Kaspressknödel-Suppe gönnen. Die Aussicht von hier oben auf die verschneite Winterlandschaft von Bad Dürrnberg, Hallein und das Salzachtal ist wirklich malerisch.

Tipp: Im Zinkenstüberl finden wöchentlich verschiedenste Aktionen statt (Holzscheitltag, Ladiesnight, Seniorentag, etc.). Einfach hier über die Zinkenstüberl-Aktionen für Skitourengeher informieren.

Zum Thema Abfahrt lasse ich euch nur so viel wissen: Ich habe es geschafft UND es hat richtig Spaß gemacht!

Hier noch einige Tipps und Tricks für die perfekte erste Skitour

  1. Bitte das eigene Können niemals überschätzen. Lieber eine einfachere Tour wählen!
  2. Bei Touren im freien Gelände immer ein Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (LVS), Lawinenschaufel, Lawinensonde und ein Erste-Hilfe-Set mitnehmen.
  3. Klingt blöd, aber: Unbedingt eine lange Unterhose anziehen! (Auch wenn der skitourenerfahrene Partner der Meinung ist, dass einem beim Hinaufgehen sowieso gleich warm wird – das stimmt im Normalfall, zumindest bei Frauen, nicht zwingend!)
  4. Informiert euch vor eurer Tour über die Parkmöglichkeiten und die Auflagen für Skitourengeher. Teilweise gibt es hier strenge Regelungen die von Skigebiet zu Skigebiet verschieden sind. Bitte beachtet folgende Pistenöffnungszeiten: Mo-Do von 08.30 bis 23.00 Uhr und von Fr-So von 08.30 Uhr bis 18.00 Uhr. Wichtig: Es werden am Parkplatz der Zinkenlifte 4 Euro Parkgebühren eingehoben – das Geld muss entweder genau abgezählt in den Parkautomaten geworfen werden, oder die Bezahlung erfolgt mit Bankomatkarte (Achtung: Am Wochenende darf hier nicht, bzw. nur neben der Straße geparkt werden).
  5. Just relax! Klar, teilweise ist so eine Skitour zwar anstrengend, aber am Schluss ist man einfach Stolz auf sich und freut sich über das Erlebte.
  6. Macht euch zuhause eine Liste, auf die ihr das gesamte benötigte Equipment schreibt. Das vereinfacht die Vorbereitung ungemein und man vergisst nicht so leicht etwas. Meine Liste sieht z.B. so aus:

Skischuhe und Tourenski mit Fellen und Skistöcken Skitourenhose und Skiunterwäsche sowie 2 Jacken und 2 Paar Handschuhe (je 1x dünner zum Hinaufgehen, 1x dicker zum Hinunterfahren) Skihelm mit Skibrille Rucksack mit Wechselshirt und unter Punkt 2 genannte Sicherheitsausrüstung (Pieps, Sonde etc.) Zur Stärkung Müsliriegel & Banane und Getränk (Achtung: Trinksäcke frieren bei kalten Temperaturen sofort ein und werden somit unbrauchbar! Tipp: Das Wasser im Schlauch zurückblasen und so das Mundstück flüssigkeitsfrei halten) (Gipfelbier/Schnaps) – das muss einfach sein 

Mich hat es gepackt – das Skitouren-Fieber. Meine erste Tour war sicher nicht die letzte und ich freue mich über eure Touren-Tipps im Tennengau!

Hier geht`s nach Hallein-Bad Dürrnberg:

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