Früh am Morgen des 24. Dezembers 1857 brennt schon Licht im 2. Stock des Mesnerhauses gegenüber der Stadtpfarrkirche Hallein. Franz Xaver Gruber macht sich auf den Weg über den alten Friedhof in die Kirche. Er trägt einen blauen Umhang, auf dem Kopf die Schlögelmütze und in der Hand eine Laterne um den Weg zu erleuchten. Heute wird ein langer Tag für den Chorregenten. Da ist zuerst das letzte Rorate-Amt des Jahres für seinen Freund, den Herrn Schmiderer, zu halten. Seine beiden Hornisten Irlmoser und Gitzl warten schon an der Kirchentür, ebenso wie die Mitglieder des Chores. Danach ist kurz Zeit für ein bescheidenes Frühstück, ein Teller Brennsuppe mit Brot, bevor er wieder in die Kirche zur Messe der „Pfannhauser“, der Arbeiter in den Sudpannen zum Orgelspielen geht. Gleich anschließend eilt er in die „Kinderbewahranstalt“ um dort mit den Anstaltskindern Weihnachten zu feiern. Auf dem Rückweg wird der bekannte und geschätzte Chorregent von vielen Leuten freundlich gegrüßt.

Franz Xaver Gruber im Winter

Daheim hat sich seine Frau Katharina Gruber der Herstellung der Weihnachtsnudeln gewidmet, während die Kinder, Mali, Lisi und Felix die Krippe auspacken. Franz Xaver Gruber hat sie selbst gebaut. Das Aufstellen übernimmt er, bevor die Kinder sich streiten  wo der Stall, der Wirt oder die Wirtin stehen sollen. Bei Familie Gruber gibt es noch keinen Weihnachtsbaum, der Mittelpunkt der Weihnachtsfeier ist die Krippe. Bis Mittag sind die Platzfragen gelöst und Vater Gruber hält nach dem bescheidenen Essen (es ist ja noch Fastenzeit) ein kleines Schläfchen, weil es heute eine lange Nacht wird. Pünktlich um ein Uhr fangen Weihnachtsschützen vom Dürrnberg, Oberalm, Taxach, vom Adneter Riedler, Puch und Kaltenhausen zu schießen an, da ist es mit der Ruhe vorbei. Um drei Uhr nachmittags beginnt die feierliche Vesper in der Kirche, mit Pauken und Trompeten, Dechant Wichtelhuber selbst hält die Messe. Es dunkelt bereits als sich im Mesnerhaus die ganze Familie vor der festlich geschmückten und beleuchteten Krippe versammelt. Vater Gruber liest die Engelsbotschaft aus der Bibel vor, dann tritt er ans Klavier und alle zusammen singen „sein“ Lied „Stille Nacht! Heilige Nacht!“.  Später am Ende der Mitternachtsmette erklingt das Lied noch einmal, gesungen von hunderten Besuchern bei Christmette.

Franz Xaver Gruber

Die Halleiner Liedertafel singt das Lied bis heute am 24. Dezember um 17 Uhr vor dem Grab des Komponisten.

Stille Nacht Museum an einem Winterabend

Die Geschichte rund um den 24. Dezember 1857 basiert auf authentischen Texten des Komponisten Franz Xaver Gruber aus dem Stille Nacht Archiv Hallein.

Im Stille Nacht Museum, dem ehemaligen Wohnhaus der Familie Gruber, kann man die Geschichte rund um das bekannte Weihnachtslied erleben. Originaldokumente, Möbel und Bilder dokumentieren das Leben des Komponisten in Hallein und geben einen einmaligen Einblick in die Lebenswelt der damaligen Zeit.

Franz Xaver Gruber im Stille Nacht Museum

 

Veranstaltungen im Stille Nacht Museum Hallein:

www.stillenachtmuseumhallein.at

Franz Xaver Gruber's Schreibtisch

 

Hier gehts zum

Stille Nacht Museum Hallein
Gruberplatz 1, 5400 Hallein
stillenachtmuseum@hallein.gv.at

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