Die Tauglerei in St. Kolomans Ortszentrum vereint die heimische Tradition des Kirchenwirtes mit fernöstlichen Philosophien und Bewegungslehren. Außerdem gibt es Räume zum Arbeiten, Plaudern und Weiterbilden.
Es ist alles möglich: Das ist das Motto von Patrick Sellier. Gemeinsam mit Ehefrau Sara und seinem Team betreibt der Unternehmensberater, Therapeut und ehemalige Verleger aus München die Tauglerei in St. Koloman. Nach einem behutsamen Umbau der alten Gemäuer des traditionellen Kirchenwirtes entwickelt sich das Haus zu einem Treffpunkt für Einheimische und Gäste. Im gemütlichen Café und im Gastgarten servieren die Wirtsleute Köstliches aus der Region.

Patrick und Sara Sellier vor der Tauglerei in St. Koloman

In der ehemaligen Gaststube dominiert bei meinem Besuch ein langer Holztisch den hellen Raum. “Hier findet demnächst eine Lesung statt. Daher haben wir den großen Tisch aufgestellt”, erklärt Patrick. In diesem Raum finden auch Konzerte, Seminare und Vorträge statt.
In der ehemaligen Großküche haben Patrick und Sara einen cokreativen Raum für Coworker und Menschen in Workation eingerichtet. Acht Schreibtische stehen zum Arbeiten zur Verfügung. Davon werden sechs permanent vermietet. Zwei bleiben für jene frei, die von auswärts kommen, sich zurückziehen und in ruhiger Umgebung arbeiten wollen.
“Unter den Coworkern sind extrem verschiedene Leute. Gespräche untereinander können daher sehr bereichernd sein”, beobachtet Patrick. Für Workation (Arbeit und Entspannung) entscheiden sich Menschen, die Perspektiven wechseln und abseits des Trubels eine Zeit lang konzentriert arbeiten wollen.

Kaffee, Kinderbücher und Klangschalen

Daniela Pinner arbeitet konzentriert auf ihrem Arbeitsplatz. “Sie ist der gute Geist im Haus”, sagt Patrick lächelnd. Daniela werkt unter anderem in der Kaffeebar und erledigt die Buchhaltung für die Tauglerei.

Daniela Pinner mit Patrick Sellier im Büro für Co-Worker

Nach einer kurzen Plauderei gehen wir in den ersten Stock. Hier befinden sich die Therapieräume. Es riecht angenehm frisch. An den Wänden verbreiten goldgelbe Leuchten warmes Licht. In einem der Therapieräume lädt eine kleine Bar zum Verweilen ein. Große Klangschalen, ein gemütlicher Tisch samt Sitzecke und Kinderbücher ermöglichen unterschiedliche Kurse und Kuren. Während Patrick Ayurvedatherapien, Coachings und Coworking anbietet, arbeitet Sara mit Yoga, Atem und Klangschalen. Die gebürtige Berlinerin lässt das Lohan Qigong sowie die Arbeit mit den Leitbahnen aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) in ihre Kurse einfließen.
Gäste, die sich für eine Ayurveda-Kur in der Tauglerei entscheiden, bleiben mindestens sechs Nächte. Als Übernachtungsmöglichkeit stehen fünf gemütlich eingerichtete Appartements im zweiten Stock zur Verfügung.

Schlafzimmer in einem der Appartements

Nach dem Rundgang gehen Patrick und ich in den Gastgarten. Hier tauchen verschieden farbige Stühle und die Blätter des Kastanienbaumens den Platz vor dem Haus gegenüber der Kirche in ein fröhliches Ambiente. Patrick bringt mir eine Tasse Kaffee von Werners und er trinkt ein Glas Taugl Zwickl. “Dieses Bier gibt es nur bei uns und wird von einer kleinen Pinzgauer Brauerei für uns gebraut”, erzählt Patrick. Während wir im Gastgarten die Herbstsonne genießen und plaudern, kommt eine Frau mit zwei Kindern vorbei. Sie wollen Eis kaufen. “Wir haben das Eis vom Biohof Schmiedbauer in Bad Vigaun“, sagt Patrick. Normalerweise hat die Tauglerei von Donnerstag bis Sonntag offen. Allerdings: “Wenn wir hier sind und genug da ist, bekommen alle zu essen und zu trinken.

Patrick Sellier in der Tauglerei in St. Koloman.

Da während der Woche Kurse und Kuren wie Ayurveda stattfinden, kochen Patrick und eine Köchin vor allem ayurvedische Spezialitäten. Auf der Speisekarte steht jeden Tag ein anderes Gericht. Zudem füllen eine kleine, feine, selbst gemachte Auswahl an Kuchen und weiteren kleinen Speisen hungrige Mägen. Dies sind meist einfach und an der Jahreszeit orientiert. Und – soweit wie möglich – aus regionalen Lebensmitteln und von Taugler Bauern.
Während unter der Woche fleischlose Kost auf die Teller kommt, ist Sonntag Fleischtag. Da gibt es zum Beispiel Gulasch vom heimischen Rind oder vor allem die eigenen Würstel. An diesem Tag zählen hauptsächlich die Kirchgänger zu den Gästen in der Tauglerei.

Brückenbauer zwischen Tradition und Moderne

Taugler Bauern liefern auch für das “Taugler Körberl”. Dieses Geschäft befindet sich freitags im Erdgeschoß gleich neben dem Café. Wer sich für heimische Lebensmittel interessiert, bestellt bis Dienstag online. “Da wir Verpackungsmaterial weitgehend einsparen möchten, bitten wir das eigene “Einkaufskörberl” mitzubringen”, sagt Patrick.
Er und seine Familie fühlen sich bei den Tauglern, wie die St. Kolomaner auch genannt werden, sehr wohl. Bevor das Paar mit seinen Kindern 2009 nach St. Koloman übersiedelte, arbeiteten Beide im Verlagswesen. “Wir orientierten uns völlig neu und machen das was uns entspricht und Freude bereitet”, sagen Sara und Patrick.

 

Fotocredit:
Tauglerei, Christine Fröschl

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