Von Gnomen, Salz und Teufelei: die etwas andere Stadtführung durch Hallein.

Die Dämmerung hat sich bereits wie eine dunkle Decke über die Halleiner Altstadt gelegt, als wir uns zur vereinbarten Uhrzeit am Treffpunkt einfinden. Hier, auf der Pernerinsel in Hallein, beginnt die Nachtwächter-Tour, die jedes Jahr im Herbst zu mehreren Terminen im Rahmen des Aktivprogramms des Tourismusverband Hallein/Bad Dürrnberg angeboten wird. Einige Menschen sind schon da, einige tragen kleine Laternen. Wir gesellen uns dazu und schlagen den Kragen unserer Jacke hoch – ein kühler Wind weht von der nahen Salzach herüber und kündet davon, dass der Herbst nun endgültig Einzug genommen. Schon sehen wir von weitem eine Gestalt in einem langen, dunklen Umhang näherkommen. Seinen Kopf bedeckt ein Hut und in der Hand hält er eine kleine Gitarre. Kein Zweifel, das muss er sein – der Nachtwächter von Hallein.

Der Nachtwächter erzählt Historisches und Kurioses aus Hallein.

Mit Gesang, Witz und allerlei Sagenhaftem
Freilich ist dieser Nachtwächter kein echter Nachtwächter. Aber er spielt seine Rolle so gut und hält so viele historische Fakten bereit, dass er uns ab der ersten Minute in seinen Bann schlägt. Mit getragener Stimme begrüßt er uns und macht in wenigen Sätzen deutlich, was uns in der nächsten knappen Stunde erwarten wird: Gesang, Witz und Sagenhaftes, gespickt mit spannenden Fakten aus dem mittelalterlichen Hallein. Aus der Zeit, als der Nachtwächter noch Nacht für Nacht seine Runden durch die Altstadt drehte und wesentlich zur Sicherheit der Stadt beitrug. Doch bevor es losgeht, nimmt der „Nochtei”, wie der Nachtwächter auch genannt wird, noch seine Gitarre zur Hand und spielt uns ein kurzes Stück, zum Antritt seiner Wacht: „Hört, ihr Leut, und lasst euch sagen, unsre Uhr hat acht geschlagen. Ist nur ein Gott in der Welt, ihm sei all´s anheim gestellt. Menschenwachen kann nichts nützen. Gott muss wachen, Gott muss schützen!”

Der Nachtwächter spielt ein Lied auf seiner Gitarre.

Nachtwächter Spaziergang im Schein der Laternen
Also marschieren wir los, in gespannter Erwartung, welche Geschichten und Sagen uns der Nachtwächter erzählen wird. Etwa darüber, wie die Barmsteine entstanden sind – die Wahrzeichen der Stadt Hallein. Denn der Sage nach hatte da der Teufel seine Finger im Spiel. Wir werfen einen Blick über die Schulter, hinauf zu den zwei Felsformationen, die sich dunkel vor dem Nachhimmel abzeichnen. Und gruseln uns ein wenig. Über der Salzach liegt feiner Nebel, als wir über die Brücke in die Altstadt eintauchen. Wir erfahren spannende Details zu der Bedeutung des Salzes für die Halleiner Bürger des Mittelalters, lauschen einer Sage über gerissene Gnome und den kurzen historischen Liedern, die der Nochtei immer wieder zum Besten gibt. Im Schein der Laternen spazieren wir durch enge Durchgänge und über weite Plätze, vorbei an schönen Brunnen und historischen Stadttoren. Und staunen ein weiteres Mal über die charmante Schönheit des mittelalterlichen Stadtkerns von Hallein.

Nach etwas mehr als einer Stunde kommen wir schließlich wieder auf der Pernerinsel an. Zum Ende seiner Wacht stimmt der Nachtwächter noch einmal das Nachtwächterlied an und wünscht uns dann einen schönen Abend. Wir spazieren hinaus in die Nacht, schauen noch einmal zurück auf die mittelalterliche Stadt und denken an die vielen Geschichten, Mythen und Sagen, die hier auf fruchtbaren Boden gefallen sind.

Blick auf die Salzach in Hallein bei der Nachtwächter Führung.

So kommt ihr zum Tourismusverband Hallein:

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