Der Wald bietet die perfekte Kulisse vieler Märchen und Mythen. So verliefen sich Hänsel und Gretel im dunklen Tann, Schneewittchen fand Schutz bei den sieben Zwergen und das Rumpelstilzchen sprang ausgelassen auf einer Waldlichtung über das Feuer. Es freute sich auf der Königin ihr Kind. Auch Räuberbanden, Kobolde und Baumgeister finden in vielen Mythen Unterschlupf im Forst. Wer genau hinsieht, kann bei einem Waldspaziergang auch heute noch Baumgeister, Elfen, Feen und Kobolde sehen. Und wer weiß, vielleicht findet die Eine oder der Andere auch Brotkrümmel von Hänsel und Gretel.

Wenn die Sonne ihre Strahlen schräg durch das Blätterdach der Bäume schickt, beginnen so manche Moose zu leuchten. In unseren Mythen tummeln sich in den Wäldern Moosweiblein mit ihrem hilfreichen Wesen. So manchem verirrten Märchenhelden haben sie den rechten Weg gewiesen. Bei Wind, Wetter und Dunkelheit geistert der wilde Mann oder Waldschrat durch den dunklen Tann und erschreckt so manchen Wanderer. Wer Glück hat, begegnet den wilden Frauen. Auch salige Frauen genannt. In unseren Sagen verlassen diese Wildweibchen manchmal sogar den Wald, um den Menschen heimlich bei der Ernte, im Haushalt oder im Stall mit den Tieren zu helfen. Diese Wesen sind lustig und oft zu kleinen Neckereien aufgelegt. Manche wollen sogar gesehen haben, dass diese Wildweibchen lüstern sind und den Männern nachstellen. Es soll auch „salige Frauen“ geben, die sich verlieben und in Menschengestalt mit ihrem Auserwählten eine „wilde“ Ehe eingehen.

Herzen, Steine und Wurzeln

Petra Bammer wohnt in der Nähe des Schwarzenbaches in Oberscheffau. Sie spaziert gerne auf diesem Teil des SalzAlpenSteiges. Dieser führt direkt an ihrem Haus, ihrem Verkaufsladen und ihrer HerzArt-Werkstätte vorbei. Auf ihren Wanderungen entdeckt die Holz- und Steinbildhauerin im Wald und entlang des Baches viele schöne Plätze, kraftvolle Steine und interessante Wurzeln. Auf besondere Steine hat sie rote Herzen gemalt. Aufmerksame Wanderer können diese entdecken. Weil einige Herzen entlang des Weges aufgemalt sind, Bänke zieren oder sich als Steine im Boden verbergen, heißt dieser Weg entlang des Schwarzenbaches Richtung alter Mühle wird auch „Herzerlweg“

Auf Bänken ausruhen und die Gegend beobachten

Petra kennt viele alte Mythen und Sagen. Manchmal lässt sich sie sich – so wie viele Kinder und Junggebliebene – damit verzaubern. An besonderen Plätzen bleibt sie gerne stehen und horcht: Ein Windhauch bringt die Blätter zum Tanzen oder war es eine Fee? Bänke am Bach oder im Wald laden zum Rasten ein. Da erscheinen größere Felsbrocken manchmal als schützende Kröten und als kugelige Igel. Ein Stein im Boden könnte ein Herz sein. Oder doch ein Fußabdruck?

Wir wandern gemeinsam zur alten Mühle und weiter zum Schwarzenbach- und Winnerfall. Leider ist der Weg ab der Mühle gesperrt und so gehen wir die Forststraße hinauf zu den Wasserfällen. Während der Schwarzenbach das ganze Jahr aus den Spalten und Höhlen der Felsen rauscht, ist der felsige Hang des Winnerfalles still und trocken. Hier sausen vor allem im Frühling nach der Schneeschmelze oder nach starken Gewitterregen die Wassermassen zu Tale. An diesem Herbsttag fließt kein Tropfen Wasser aus dem Inneren des Berges und es ist mucksmäuschenstill. Bänke samt Tisch laden hier zum Verweilen ein. Wir wandern allerdings weiter auf dem schmaler werdenden Pfad. Wurzeln durchziehen den Boden. Unaufmerksamen Spaziergänger spielen hier schelmische Kobolde gerne einen Streich und lassen sie über diese Wurzeln stolpern. Größere Felsblöcke im Wald ragen da und dort aus dem Waldboden. Diese könnten schützende Kröten sein, die auf ihre Umgebung achtgeben.
Bald erreichen wir die alte Straße von Abtenau nach Scheffau. Wir nehmen diesen sanft abfallenden Weg und gehen zurück nach Oberscheffau. Bevor der Weg endet steht ein alter Ahornbaum in einer Wiese neben dem Weg. Seinen Stamm ziert ein Marterl. Petra setzt sich gerne auf die Sitzbank und lässt ihre Gedanken schweifen. An diesem Herbsttag treiben es allerdings kleine Kinder bunt. Sie lachen und springen in einen zusammengerächten Haufen Herbstlaub. Kreuz und quer laufen sie durch die Blätter, dass es nur so raschelt.

Petra Bammer sammelt für ihre Kunstwerke Holz aus dem Wald

Oft entdeckt Petra bei ihren Wanderungen interessante Wurzeln die an Waldmännchen erinnern, sogar Geweihstangen von einem Hirsch und Baumscheiben findet sie. Diese nimmt sie mit und verarbeitet sie in ihrer Werkstatt zu Kunstwerken. In ihrem Geschäft verkauft sie ihre handgefertigten Geschenke und Dekoratives aus Holz und Stein. Zudem verkauft sie Zirbenschnaps und Speck aus der Regen. Im November findet übrigens in ihren Räumlichkeiten an zwei Wochenenden – dem 23. und 24.11.sowie 30.11 und 1.12. – ein idyllischer Adventmarkt statt. Tipp: Die Lammerklause ist eine gute Einkehrmöglichkeit

Fotocredit: Christine Fröschl

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