Zarter Rosenblütenduft, erfrischende Minze und beruhigender Baldriantee: Heiß aufgegossen können Blüten, Blätter und Wurzeln entspannen, anregen oder beruhigen.

Vor allem im Winter erfreuen sich Tees großer Beliebtheit. Frühstücksbuffets in den Hotels im Tennengau bieten oft eine große Auswahl – lose oder in Form von Teesackerl. Am besten schmeckt allerdings selbst Gesammeltes. Das sagt die pharmazeutisch-kaufmännische Assistentin TEH-Praktikerin, Diplom-Kräuterpädagogin und TEM-Wyda-Trainerin Sandra Leis. Ihr Wissen hat sie mir in der Naturthek in Bad Vigaun erzählt.

Wenn es klirrend kalt ist, bevorzugt Sandra wärmende Tees aus Wurzeln. Dazu zählen Engelwurz, Meisterwurz und Ingwer: „Sie enthalten viele Bitterstoffe, regen die Verdauung an und bringen den Kreislauf in Schwung. Außerdem unterstützen sie die Milz. Dieses Organ ist für das Immunsystem zuständig“, sagt die pharmazeutische Assistentin. Sandra bietet unter „Natur im Punkt“ Kurse in Hallein an. Da sammelt sie mit ihren Teilnehmerinnen und Teilnehmerin in der schneefreien Zeit Kräuter, Samen und Wurzeln. „Wer selber sammelt, sollte die Pflanzen genau kennen und nur soviel pflücken wie für einen Jahresvorrat benötigt wird“, betont sie. Zudem sollte höchstens ein Drittel des Bestandes mitgenommen werden. Trocknen ist eine Konservierungsmethode. Wenn möglich, soll der Tee frisch zubereitet werden. Am besten jeden Tag in den Garten oder auf den Balkon gehen und frische Kräuter ernten. „Für mich ist Tee sammeln, zubereiten und trinken ein Ritual. Wenn ich mir im Winter die getrockneten Kräuter zubereite, hole ich mir den Sommer ins Haus“, sagt Sandra. Wer nicht selber sammeln möchte, kann Teemischungen oder spezielle Kräuter wie Salbei, Kamille und Pfefferminze auch in der Apotheke oder in der Drogerie kaufen.

Kamille
Kamillenblüten

Immunsystem stärken

Tee ist nach Wasser das beliebteste Getränk weltweit. Und das zurecht, denn es stärkt das Immunsystem, kann beim Abnehmen helfen und die Stimmung aufhellen. Kamillen-, Pfefferminz- und Salbeitee werden am häufigsten getrunken. Pfefferminze lindert kleine Verdauungsbeschwerden und wirkt kühlend. Deswegen kann er auch zur Unterstützung bei Fieber getrunken werden. Kamillentee werden antibakterielle, entzündungshemmende, harntreibende und antivirale Eigenschaften zugeschrieben. Er beruhigt Magen und Nerven gleichermaßen. Salbeitee lindert starkes Schwitzen und hilft bei Erkältungskrankheiten. Die Inhaltsstoffe wirken antibakteriell und entzündungshemmend. „Wenn ich Halsweh habe, gurgle ich so oft wie möglich mit Salbeitee“, sagt eine alte Bäuerin. Bald darauf ist das Kratzen im Hals verschwunden.

Salbeiblätter

Bittere Tees aktivieren die Verdauung und haben eine beruhigende Wirkung auf Magen und Darm. „Kurmäßig sollten drei bis vier Tassen mindestens drei Wochen lang getrunken werden, weil sich der Stoffwechsel des Körpers erst nach 21 Tagen umstellt“, rät Sandra. Diese Kur sollte maximal zwei Monate dauern. Für eine Tasse Tee nimmt Sandra nur so viele Kräuter wie zwischen Daumen, Zeige- und Ringfinger passen.

Magischer Trunk

Der Name Tee hat sich für Aufguß-Getränke eingebürgert. Ursprünglich soll Tee von der Teepflanze (Camelllia sinensis) kommen. Vor allem Engländer sind als Teetrinker bekannt. In der französischen Comicserie Asterix und Obelix heißt es: „In Britannien trinkt man regelmäßig jeden Tag um fünf Uhr heißes Wasser. Manche Schleckermäuler wollen sogar einen Tropfen Milch hinein.“ Asterix hat einige Teeblätter vom Druiden Miraculix nach Britannien mitgebracht. Für die Briten war das ein magischer Trank, der ihnen Ruhe und enorme Kräfte verlieh.

Sandra sammelt am liebsten selber ihren Tee und stellt – je nach Belieben – ihren Tagestee her. Hier sind ihre Mischungsempfehlungen:

TEEMISCHUNG BEI HUSTEN

3 Teile Thymiankraut
3 Teile   Spitzwegerichblätter
2 Teile   Isländisch Moos
1 Teil   Pfefferminzblätter
1 Teil   Malvenblüten

Teezubereitung
Aufguss
Blätter, Blüten, Kraut
Kräuter mit heißem Wasser übergießen und 5-10 min ziehen lassen.

TEEMISCHUNGEN IN STRESSIGEN ZEITEN (für morgens und abends)

aktivierende Teemischung für morgens:

2 Teile Goldrutenkraut
1 Teil   Rosenwurzwurzel
1 Teil   Rosmarinblätter
1 Teil   Rosenblätter

beruhigende, schlaffördernde Teemischung für abends:

2 Teile Baldrianblüten oder -wurzel
1 Teil   Hopfenblüten
1 Teil   Melissenblätter
1 Teil   Lavendelblüten

1-2 Monatszyklen jeweils 1 Tasse morgens und 1 Tasse abends kann helfen, wieder den richtigen Rhythmus zu finden.

TEEMISCHUNG FÜR EIN STARKES IMMUNSYSTEM

3 Teile Engelwurzwurzel
3 Teile Meisterwurzwurzel
2 Teile   Hirschzungenfarnblätter
1 Teil   Zitronenverbenenblätter
1 Teil   Rosenblätter

HAUSTEE

2 Teile   Erdbeerblätter
2 Teile   Brombeerblätter
2 Teile   Himbeerblätter
1 Teil   Pfefferminz- oder Melissenblätter
1 Teil   Gänseblümchen
1 Teil   Weißdornblüten und -blätter

Wer möchte, erreicht Sandra unter der E-Mail-Adresse: [email protected]

Wilfried Bedek und Sandra Leis
Wilfried Bedek und Sandra Leis trinken selbstgesammelten Tee
Sandra mit ihrer Teemischung
Sandra mit einer bunten Teemischung
Der Duft des Sommers in den Kräutern
Getrocknete Kräuter für den Tee
“Schafgarbe im Leib, tut wohl jedem Weib”, lautet ein alter Spruch
Frauenmantel mit Tautropfen

Fotos: Christine Fröschl

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