Wenn der Hals kratzt, der Bauch rumort oder die Nase tropft, können zuerst pflanzliche Mittel aus der Natur helfen. Diese wirken ganzheitlich und lindern nicht nur Symptome, sondern regen durch eine Reizsetzung die Selbstheilungskräfte an.

Frisch geriebener Kren (Meerrettich) kann Schnupfen lösen und das Atmen erleichtern. Die scharfe Wurzel hat es in sich. Sie enthält Vitamin C, Mineralien wie Eisen und Magnesium und Senfglycoside die unter anderem antibiotisch wirken. Daher wird Kren auch als Antibiotikum des Bauern bezeichnet. Honig ist ebenfalls ein Heilmittel bei entzündlichen Erkrankungen. Eine Kren-Honig-Mischung lindert meinen Schnupfen und Nebenhöhlen-Entzündungen.

Heilmittel sind auch Genussmittel

Für die pharmazeutisch-kaufmännische Assistentin TEH-Praktikerin, Diplom-Kräuterpädagogin und TEM-Wyda-Trainerin Sandra Leis sind Heilmittel auch Genussmittel: „Es muss nicht grauslich schmecken. Genuss trägt zur Selbstheilung bei.“ Sehr gerne nehme ich ein Schlückchen „Graupenschauer“. Für diesen Trank verwendet die Halleinerin Wurzeln, Kräuter und Isländisch Moos (Flechte) in süßem Wein angesetzt. Der “Graupenschauer” schmeckt nicht nur köstlich, er unterstützt mein Immunsystem, weckt meine Lebensgeister und hilft meiner Verdauung. Allerdings sollte ich täglich nur ein bis zwei Stamperl von diesem köstlichen Getränk einnehmen.

„Die Pechsalbe sollte in keiner Naturapotheke fehlen“, betont die Tennengauerin. Zutaten wie Baumharz von der Fichte, Tanne oder Lärche, Olivenöl und Bienenwachs können leicht besorgt werden. Einfach das Baumharz während eines Spazierganges im Wald von einem verletzten Nadelbaum vorsichtig herunterkratzen. Das Bienenwachs kann von einem Imker oder in der Apotheke besorgt werden. Hier ist das Rezept von Sandras Pechsalbe:

Zutaten:
100g Olivenöl
30g Baumharz
20g Bienenwachs

Zubereitung
Das Baumharz (Fichte, Lärche) in Stoff- oder Teebeutel geben und im Öl solange erwärmen (max. 75 °), bis sich das Harz gelöst hat. Danach in einen sauberen Topf (Kaffeefilter) abseihen.
Bienenwachs unterrühren, langsam schmelzen lassen
Alles gut verrühren, in saubere Gläser abfüllen und vor dem Verschließen erkalten lassen

Wirkung:
Entzündungshemmend, desinfizierend, schmerzlindernd, abschwellend, durchblutungsfördernd und wundheilend.

Anwendungsgebiete
Bei Wunden (Harzanteil nicht größer als 30%); bei Muskelverspannungen, Erkältung als Brustbalsam, bei Arthritis (Harzanteil 50%), als Zugsalbe (Schiefer)

Bei Husten ist Sandras Spitzwegerich-Sirup (pflanzliches Antibiotikum, pflanzliches Codein) hilfreich.

Zutaten:
zwei Handvoll Spitzwegerichblätter
ca. 250g Honig
Schraubgläser

Zubereitung:
Spitzwegerich möglichst sauber sammeln und trocknen
Wenn sie trocken sind, zerkleinern, in ein Glas füllen und mit Honig bedecken.
Zum Durchziehen und Reifen das Glas für zwei Monate an einen möglichst gleichmäßig temperierten und dunklen Ort stellen.
Nach zwei Monaten den Sirup in ein Wasserbad stellen und langsam erwärmen damit der Honig flüssig wird und abseihen.

Anwendung:
Dreimal täglich und bei Bedarf bis zu fünfmal einen Teelöffel voll einnehmen. Sandra nimmt ihn bei akuter und chronischer Bronchitis, weil er keimtötende, reizlindernde Wirkung hat.

Selber Sammeln ist der erste Schritt zur Genesung

Die Tennengauerin stellt die Mittel für ihre Hausapotheke selbst her. „Wenn ich eigene Mittel mache, ist es der erste Schritt zur Genesung. Das geht vom Sammeln über das Produzieren bis hin zum Genießen.“ Für Sandra ist die Veredelung von Blättern, Blüten, Samen und Wurzel schon ein „Heilmittel“. Wenn sie dann bei einer Erkältung ihre „Naturheilmittel“ anwendet, übernimmt sie für ihre Gesundheit Verantwortung und stimuliert auch ihre Selbstheilungskräfte. Sandra bietet mit dem Biologen Wilfried Bedek viele Produkte auf Märkten an. Zudem können ihre Elixiere, Tinkturen und Tees in der idyllischen Naturthek in Bad Vigaun gekauft werden.

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