Natur im Aufbruch
Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen, und pünktlich zur Osterzeit zieht der Frühling ins Land. Auch in der Lammerklamm ist der Wandel spürbar: Schnee schmilzt von den Felsen, das Wasser gewinnt an Kraft, erste grüne Akzente durchbrechen das Grau des Winters. Für die Besucher beginnt die Saison jedoch erst nach der Eröffnung – für die Gemeinde Scheffau und das Lammerklamm-Team startet die Arbeit schon Wochen vorher.
Der Winter hinterlässt Spuren
Der Winter fordert seinen Tribut. Feuchtigkeit setzt dem Holz zu, Steinschlag verändert kleine Details, Wasser sucht sich neue Wege. Bevor Besucher die Klamm betreten, prüft das Team jeden Abschnitt sorgfältig, oft auch gemeinsam mit externen Firmen. Diese Arbeit bleibt meist unsichtbar. Sie zeigt sich nicht in großen Veränderungen, sondern in der Summe vieler kleiner Maßnahmen: ein nachgezogenes Geländer, ein stabilisierter Steg, gesicherte Felsbereiche, freigeschnittene Hecken oder eine neue Bank.
Überraschungen nach dem Winter
Wie stark der Winter die Klamm verändert hat, bleibt jedes Jahr aufs Neue eine Überraschung. Da die Klamm in der kalten Jahreszeit gesperrt ist, sieht das Team die Schlucht erst im Frühjahr – hier bestimmt die Natur, was zu tun ist. Ein Großteil der Vorbereitung besteht aus Kontrolle und Reparatur. Besonders spannend sind die Felsräumarbeiten des Höhenarbeit-Teams rund um Philipp Knab. Sie seilen sich durch die Klamm, räumen lose Felsen und bringen Steinschlagnetze an, um die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten. Währenddessen wird die Lammer für Kajakfahrer und andere Nutzer zeitweise gesperrt – die sogenannte Schiffahrtssperre.
Danach übernehmen die Bauhofmitarbeiter: Sie räumen Steine und Laub von den Wegen, reparieren die Steige und arbeiten zusammen mit einem Zimmerer an beschädigten Stiegen und Geländern. Das ist oft herausfordernd, denn die Klamm ist nur zu Fuß erreichbar. Alle Holzteile müssen per Hand hineingetragen und wieder hinausgetragen werden. Dabei legen die Mitarbeiter oft 25.000 bis 30.000 Schritte pro Tag zurück – rund 20 bis 25 Kilometer.
Damit die Wanderung für Besucher spannend bleibt, werden Wissens- und Sagentafeln entlang des Weges aufgestellt. Auf den Parkplätzen werden Fahnen gehisst und das große „Geöffnet“-Schild angebracht. Im Eintrittskiosk werden PCs und Kassasystem installiert und vorbereitet. Neu in dieser Saison: ein zusätzliches Eintrittsportal am Südeingang und eine Webcam, über die Interessierte aus aller Welt die Klamm in Echtzeit erleben können.
Stimmen aus dem Team
Wir haben Bauhofleiter Oliver Feldhofer gefragt, was ihm an der Arbeit in der Lammerklamm am meisten Freude bereitet:
„Mir gefällt die Arbeit in der Natur am besten. Die Lammerklamm ist ein Naturdenkmal und dieses zu Erhalten ist für uns eine echte Ehre. Gerade im Frühling fordert uns das Wetter oft heraus, doch stets behalten wir das Ziel im Blick, unseren Besuchern ein unvergessliches Klammabenteuer zu ermöglichen. Ich freue mich jedes Jahr, wenn die Arbeiten abgeschlossen sind und die Saison beginnen kann!“
Olivers Top-Tipp:
„Mein Lieblingsplatz in der Klamm ist der Kraftplatz direkt am Wasser, zu dem man über einen schmalen Steig etwa 100 m nach dem Eingang kommt. Wenn man von oben auf die weißen Steine und das Kristallklare Wasser hinunterblickt, kommt es einen oft vor, als wäre man im Urlaub am Strand“
Gut zu wissen
Die Pforten der Lammerklamm sind seit 28. März 2026 wieder täglich für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Die gut gesicherten Steige führen über die gewaltigen Wassermassen hinweg und sorgen für ein unvergessliches Erlebnis bei Jung und Alt.
Tickets für den Eintritt bekommt ihr in unserm Online Shop oder direkt vor Ort am Eintrittskiosk.
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