Gravelbiketour Wossa: Tennengau

Die sechste Etappe der neuen Gravelbike-Tour durch den Tenenngau

Die neue Gravelbiketour entlang der Gewässer der Alpen führt ins malerische Berchtesgaden, durch die Chiemgauer Alpen, durch das Chiemgauer Seenland, bis in den Salzburger Flachgau, den Tennengau bis in das Salzkammergut.

Die sechste Etappe führt durch den Tennengau: vom Salzachtal über das Lammertal bis hinüber nach Gosau. Die Biketour verläuft meist über Radwege und Nebenstraßen. Stellenweise muss man auch auf die Landstraße – ein Rücklicht ist somit auch am Tag eine gute Idee. Die landschaftlich traumhafte Strecke führt entlang mehrerer Gewässer und macht so ihrem Namen alle Ehre: Glan, Königsseeache, Salzach, Kuchler Badesee und die Lammer. Während die Bike-Strecke bis Scheffau noch relativ flach und einfach ist, gestaltet sich der zweite Teil als anspruchsvoller. Insgesamt warten 73 Kilometer und 1.400 Höhenmeter. Bis Golling ist der Ein- und Ausstieg mit dem Zug einfach möglich. Eine absolut empfehlenswerte Gravelbiketour durch das Bundesland Salzburg.

Gravelland Salzburg – Neuer Start in Salzburg

Sightseeing trifft auf Gravelbiking

Wer die gesamte Gravelbiketour Wossa in Angriff nimmt, wird auf der sechsten Etappe das zweite Mal durch Salzburg kommen. Wer sich nur diese Tagesetappe vornimmt: Willkommen im Bundesland Salzburg!

Salzburg ist eine Stadt, die sich immer wieder zwischen Bewahren und Erneuern selbst finden muss. Mozart, die Festspiele und die Lage zwischen den Alpen, dem Salzkammergut, den Seen und Bayern prägen das kulturelle Erbe. Wir sind aber zum Biken hier, und deshalb ist vor allem die landschaftliche Vielfalt für uns interessant. Allen, die zum ersten Mal da sind, würde ich eine kleine Stadtrundfahrt trotzdem empfehlen.

Die Wossa Gravelbiketour startet relativ ungewöhnlich und nimmt nicht den klassischen Radweg entlang der Salzach nach Hallein. Es geht über die Glan auf den Untersberg zu und weiter bis nach Grödig. Dann führt die Strecke kurz zur Königsseeache und weiter Richtung Hallein. Von Weitem sieht man schon die zwei Barmsteine (ein Blick auf Instagram zeigt ihre Bekanntheit ;) ). Die letzten Meter verlaufen über den Radweg an der Salzach nach Hallein.

Hallein: Mehr als ein Zwischenstopp

Radziel Hallein

Hallein ist für alle aus Salzburg ein klassisches Ziel für eine Radtour. Ein Eis oder ein Café – das ist dabei Pflicht. Die Stadt hat aber noch weit mehr zu bieten: das Salzbergwerk, die anspruchsvolle Rossfeldstraße, eine Insel auf der Salzach, eine traumhafte Altstadt und eine perfekte Anbindung mit dem Bahnhof.

Der Name verrät es bereits: Hall bedeutet Salz. Damit wurde die Stadt unter dem Dürrnberg groß. Heute ist Hallein vor allem für die Italienische Nacht und mit der Pernerinsel als Evetlocation bekannt. Mit deutlich weniger Rummel als in Salzburg, dafür mit ganz viel Charme, bietet sich Hallein auch als perfekter Start für die sechste Etappe an.

Aus Hallein raus geht es auf der Westseite der Salzach. Für mich als Salzburger ist diese Strecke neu und eine wahre Erleichterung im Vergleich zur vielbefahrenen Strecke auf der Ostseite. Mit leichten Anstiegen fährt man an den Gollinger Wasserfällen und unterhalb des Hohen Gölls vorbei.

Badesee Kuchl: Cool bleiben beim Graveln

Kuchler Wasserspiele

Damit der Wasserspaß nicht zu kurz kommt, würde ich spätestens bei Kuchl einen Sprung in den Badesee empfehlen. Dazu muss man kurz die Route verlassen und die Salzach bei Kuchl überqueren. Hier wartet bei freiem Eintritt der kleine Badesee mit Bistro. Ein Abstecher ins Dorf von Kuchl ist auch nicht zweit und zahlt sich aus. Als weiteren Tipp kann ich die Taugl empfehlen. Die Naturpools sind allerdings mit deutlich kälterem Wasser gefüllt.

Von Kuchl geht es weiter bis nach Golling. Die Burg von Golling zeigt bereits schon von Weitem den Weg an. Bei Golling wartet auch das Bluntautal. Mir wurde es mal bester Dating-Tipp präsentiert, weil es so wildromantisch ist.

Lammer-Radweg

Es darf gegravelt werden

Zwischen dem Tennen- und dem Hagengebirge zwängt sich kurz hinter Golling die Salzach durch die Salzachöfen. Auch der Wind muss hier durch und ärgert uns Biker gerne mit Gegenwind. Ab Golling ist damit Schluss. Wir biegen Richtung Osten in das Lammertal ab. Der Asphalt wird gegen den Schotter des Lammertal-Radwegs getauscht, und das anfangs flache Tal lädt zum GAs geben ein. Auf mehreren Schotterbänken kann man die Füße ins grüne Wasser halten oder die Zeit vergessen.

Rechts neben uns befindet sich das mächtige Tennengebirge, das uns nun bis nach Abtenau begleiten wird. Bei Oberscheffau zweigt die Wossa-Graveltour von der Lammer ab. Hier ist die Qual der Wahl: weiterfahren oder ein Abstecher in die Lammerklamm?

Lammerklamm: Wossa – grün und wild

Abstecher auf der Graveltour

Um in die Lammerklamm in Scheffau zu kommen, muss man entweder einen ordentlichen Anstieg zum Eingang in Kauf nehmen oder man bucht sich das Ticket online und kommt so beim unteren Ende schon rein. Ich bin nach obgen gefahren und hab mir die KLamm ganz gegeben.

Vorsicht: für Klick-Pedal-Fahrer ist die teils felsige Klamm nicht geeignet.

An schönen Tagen ist hier schon einiges los. Kein Wunder – die Klamm ist atemberaubend. Das hellgrüne Wasser hat sich hier eine schmale, wilde Schlucht in den Fels gegraben. Der Weg führt dich durch diesen unzugänglichen Ort und erlaubt so einen Blick auf das wilde Wasser, der uns sonst verschlossen bleiben würde.

Die Abfahrt zurück zur ursprünglichen Wossa-Gravelbike-Route macht den Anstieg wieder gut. Außerdem genießt man den Radweg abseits der Straße umso mehr, wenn man den Autolärm gegen verträumte Nebenstraßen tauscht.

Steile Anstiege abseits der Autos

Bike-Pause am Dachserfall

Von Oberscheffau bis nach Abtenau geht es jetzt ordentlich bergauf. Dafür sind wir weit weg von der Landstraße und durchfahren ein paar schattenspendende Waldabschnitte. Kurz vor Abtenau ist das Heimatmuseum gut zu erkennen. Hier würde ich euch einen Abstecher zum Dachserfall schwer ans Herz legen. Fahrt so weit, bis der Wanderweg losgeht. Von hier spazierst du in ca. 15 Minuten zu einem Wasserfall, der direkt aus dem Fels schießt.

Danach geht es nach Abtenau, dem nächsten größeren Ort, wo du Wasser und deine Reserven auffüllen kannst. Das solltest du auch machen, denn es warten weitere Anstiege auf dich. Gerade auf den höchsten Punkt zu, dem Pass Gschütt, wäre aber zu einfach. Da warten noch wunderschöne Bikeabschnitte und schnelle Abfahrten.

Von Russbach hoch zum Pass Gschütt

Bikefinish

Vor Russbach geht es dann noch ein paar Kilometer entlang der Landstraße. In Russbach selbst warten die Kirch und das Gamsfeld, der Berg im Norden, sowie der Gosaukamm im Süden. Jetzt geht es an den Schlussanstieg hoch zum Pass Gschütt. Der Radweg verläuft über die alte Straße, die über schöne Wiesen führt. Kurz vor dem Pass geht es auf die Landstraße. Ein Beweisfoto, das Rücklicht einschalten – und los geht’s mit der letzten steilen und genussvollen Abfahrt nach Gosau. Willkommen in Oberösterreich.

Wer sich fragt, warum hier auf einmal so viele Touristen herumlaufen: Die Antwort sind das nahe Hallstatt, die Gosauseen und der Blick auf den Gosaukamm. Für mich ging es mit dem Bus zurück bis nach Golling. (Räder werden – sofern der Platz nicht für Kinderwägen oder Rollstühle gebraucht wird – mitgenommen)

Viel Spaß an alle, die sich gleich die nächste Etappe vorknöpfen!

Meine Tourenbewertung

So habe ich das Land Salzburg noch nicht gesehen. Eine sehr schöne Tour, die fast durchgängig am Wasser entlangführt. Ein perfekter Mix aus Anstrengung und genügend Möglichkeiten für eine schöne Pause. Hallein, der Kuchler Badesee, die Lammerklamm und der Dachserfall sind Zwischenstopps und werten die Gravelbiketour auf. Mit schweren Beinen, vielen Fotos und einer nassen Badehose im Gepäck kann ich nur sagen: Die Gravelbiketour hat sich ausgezahlt.

Über unseren Gast-Autor

Thomas Kargl ist in seinem Brotberuf Marketer, in der Freizeit aber als Outdoor-Fotograf und Autor viel unterwegs am Berg, am Bike oder im Wasser.

Für uns ist der die sechste Etappe der grenzüberschreitenden Wossa-Gravelbike-Tour gefahren und lässt uns mit dem Magazinbeitrag an seiner Tour teilhaben.

Gast Autor
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