Über ein Jahrhundert später findet das Gemälde seinen Weg zurück

Im Museum auf der Burg Golling ist ab 13. Mai ein ganz besonders Bild vom Gollinger Wasserfall ausgestellt. Das ca. 1,90 Meter große und 1,30 Meter breite Kunstwerk wurde 1884 von Eduard Gehbe gemalt und war bis Dezember 2017 in Privatbesitz in Dresden. Ihr fragt euch wie das Bild zurück kam und was es für Geschichten erzählen kann? Ich habe für euch nachgefragt und werde euch dazu berichten.

Der Maler Eduard Gehbe kam nach dem Studium in München und Wien sowie verschiedenen Auslandsaufenthalten 1884 nach Salzburg. 1886 bezog er ein Atelier im damals neu erbauten Künstlerhaus. Es bietet auch heute noch Platz für 24 Ateliers, Ausstellungsräume und ein Café. Die derzeit laufenden Ausstellungen findet ihr hier.
Im Jahr 1900, zu seinem 55. Geburtstag, überreichten ihm 56 „Freunde und Verehrer“ einen silbernen Lorbeerkranz. Dieser ist heute noch im Salzburg Museum zu besichtigen.

So nun aber zur eigentlichen Geschichte des Kunstwerkes

Um die Jahrhundertwende besuchte Geheimrat Ludwig Heintel, damaliger Inhaber der Dresdener Turbinenwerke, das Salzburger Land. Er war so angetan von der schönen Gegend, dass er sich ein Erinnerungsstück von seiner Reise mitnehmen wollte. Darum kaufte er für den Salon seiner Villa an der Elbe am Hindenburgufer (heute Käthe-Kollwitz-Ufer) vom Künstler Eduard Gehbe das große Wasserfall-Gemälde. Das Kunstwerk wurde in eine Kiste verpackt und per Eisenbahn nach Dresden transportiert. Dort überlebte es 1945 – wie durch ein Wunder – sogar die furchtbare Zerstörung der Stadt. Bis vor ein paar Jahren blieb das Bild in der Villa an der Elbe.

2017 kontaktierte DI Holger Bauermeister, der nunmehrige Ururenkel des Käufers, das Museum in Golling. Der Wunsch war, dass das Bild wieder an seinen Ursprung zurückkehren soll. Herr DI Bauermeister verkaufte es an die Fördervereinigung Museum Burg Golling und brachte es im Dezember 2017 „nach Hause“ zurück. Höchstpersönlich übergaben der Ururenkel des Käufers und Museumsleiterin Dr. Hemma Ebner das Kunstwerk an Dipl. Restaurator Mag. Alexander Lassnig. Dort wurden das Ölgemälde und der Rahmen aufwändig restauriert.
Ab der Museumseröffnung, am 13. Mai 2018, kann nun das Kunstwerk im Museum auf der Burg Golling besichtigt werden.

Weiters ist auf der Burg Golling noch anderes Ölgemälde von Eduard Gehbe, 1884 ausgestellt. Dieses zeigt einen Kohlenmeiler und in der Ferne ist das Panorama von Tennen- und Hagengebirge zu sehen.

Breit gefächertes Themenspektrum im Museum auf der Burg Golling

Zudem erfährt man in dem mehrfach prämierten Museum Geschichtliches rund um die Burg, sowie den Ort Golling. Ebenso können dort einzigartige Fossilien und Mineralien, eine wertvolle Uhrensammlung sowie die derzeit laufende Sonderausstellung „Die Jagd – Nutzen & Leidenschaft“ besichtigt werden.

Das Museum auf der Burg Golling wurde 1971 von Museumsgründer Reg. Rat Erich Urbanek eröffnet. Das kleine aber feine Museum wurde in den kommenden Jahren stets erweitert und wuchs so zu einem bedeutenden Regionalmuseum heran.
Im Sommer finden zudem Taschenlampenführungen statt, also erleben Sie das Museum im Dunklen!

Ihr seid neugierig geworden? Dann besichtigt das Museum auf der Burg Golling!

Museumseröffnung 13. Mai 2018
11:00 und 14:00: Expertenführung durch die Sonderausstellung 2018 „Die Jagd – Nutzen & Leidenschaft“
ganztägig: Wildrezeptebörse &
Kinderprogramm: Armbrustschießen im Zwinger, Rätselrallye

Hier findest du das Museum auf der Burg Golling:

Grias enk, mein Name ist Elisabeth Wintersteller und komme aus Oberalm – genauer gesagt aus dem schönen Wiestal. Seit Juli 2017 arbeite ich im Tourismusverband Golling. Nach einigen Winter- und Sommersaisonen in Tirol hat es mich wieder in die Heimat zurückgezogen. Meine Freizeit verbringe ich am liebsten in der Natur. Egal ob beim Wandern, Radfahren, Schwimmen, Skifahren, Touren gehen oder einfach nur die traumhafte Landschaft bei uns in der Genuss- und Erlebnisregion Tennengau genießen.

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