Brauchtumsgebäck zu Allerheiligen

Bei uns im Salzburger Land und vor allem im Tennengau gibt es am 1. November einen süßen Brauch. Tauf—und/oder Firmpaten schenken Ihren Patenkindern ein Milchbrot besser bekannt bei uns unter Allerheiligenstriezel, Allerheiligenzopf oder einfach nur Stuck.

Kennt ihr eigentlich die Geschichte dahinter?

Der Brauch hat seine Wurzeln in der antiken Trauerkultur. Als Zeichen des Mitgefühls, schnitten sich damals die Menschen ihre geflochtenen Haare ab. Das geflochtene Gebäck soll symbolisch dafür stehen. Im Mittelalter war es selbstverständlich an Allerheiligen, jene mit Striezel zu beschenken, die noch weniger hatten.

In manchen Regionen wurde das Gelingen des Backwerks sogar mit Aberglauben verbunden. Wurde das Germgebäck luftig und locker sollte das Glück und Erflog für das neue Jahr bringen. Gelang der Zopf nicht, befürchtete man großes Unglück und Enttäuschungen.

Natürlich gibt es viele ausgezeichnete Bäcker bei uns in der Genuss- und Erlebnisregion Tennengau, aber dieses Jahr wollte ich das Stuck selbst backen und wie ich zu meinen Allerheiligenstriezel gekommen bin, das erfährt ihr in diesem Beitrag.

Ohne Mehl keinen Striezel

Hierfür habe ich mir Mehl in der Lerchenmühle in Golling geholt. Die Mühle mit dem dazugehörigen Laden liegt direkt am Eingang des Bluntautales. Bereits 1495 wurde die Lerchenmühle erstmals urkundlich erwähnt. Seit 1898 ist der Betrieb in Familie Wieser’s Hand, heute betreibt Gerhard Wieser die Handelsmühle.
Das umfangreiche Sortiment in Ulli’s Mühlenladen umfasst verschiedenste Weizen-, Roggen-, Dinkelmehle bis hin zu Mais, Maisprodukte, Müsli, Gewürze, Trockenfrüchte und diverse Nudelsorten.
Bei so einem ausgezeichneten Angebot an regionalen Produkten, fand bei mir nicht nur das Mehl den Weg in den Einkaufskorb.
Ulli’s Mühlenladen hat von Montag bis Freitag von 08:30 bis 12:00 Uhr und von 14:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Mehr Information en findet ihr unter: www.lerchenmuehle.at

So nun geht es aber ans Backen!

Hierfür habe ich mir folgendes Rezept ausgesucht:

  • 750 g glattes Mehl,
  • 370 ml Milch,
  • 1 Germwürfel,
  • 3 Dotter,
  • 150 g Butter,
  • 112 g Zucker und
  • eine Prise Salz

Zubereitung:

  • Für das süße Gebäck, Germ in etwas lauwarmer Milch auflösen, dann mit Mehl und einem Esslöffel Zucker ein Dampfl ansetzen. Nun muss der Teig an einem warmen Ort für ca. 20 Minuten gehen, die Oberfläche sollte danach rissig sein.
  • Dann Milch, geschmolzene Butter, Zucker und Eier unter die Masse rühren, zu einem geschmeidigen Teig kneten und ca. 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.
  • Anschließend wird der Teig erneut durch geknetet und in 3 größere und 3 kleinere Stränge geteilt. Da mir ein 6er Zopf zu kompliziert war, habe ich einen größeren und einen kleineren Zopf geflochten. Den kleinen Zopf oben auf setzen, mit Milch bestreichen und zum Abschluss nochmals für 20 Minuten gehen lassen.
Bei mir bleibt es bei einem geraden Zopf, weil mein Patenkind ein Mädchen ist. Buben erhalten nämlich ein geflochtenes Hörnchen.

  • Nun kommt mein Backwerk bei 180°C für ca. 45 Minuten in den Backofen. Ich kann es gar nicht mehr erwarten bis mein Striezel fertig ist, natürlich muss ich einen kurzen Blick reinwerfen.

Wie das schon traumhaft duftet!!!!

Endlich kann ich das Backwerk aus dem Ofen nehmen. Jetzt noch auskühlen lassen und mit Zucker-Zitronenglasur einpinseln.

Fertig ist mein erstes selbst gebackenes Stuck.Findet ihr auch, dass es echt köstlich aussieht?!
Ich freu mich schon das Stuck an meine kleine Nichte übergeben zu dürfen. Hoffentlich bekomme ich auch eine Kostprobe ab.

Mein Fazit

Für das Allerheiligenstriezel muss man zwar etwas Zeit und Geduld einplanen, aber es lohnt sich auf alle Fälle! Also viel Spaß beim Nachbacken.

2 Antworten zu “Allerheiligenstriezel – das traditionelle Brauchtumsgebäck im Salzburger Land”

  1. Das sieht ja wirklich köstlich aus! Das Rezept werde ich auch probieren – wird ja hoffentlich nach Allerheiligen auch noch schmecken :)

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