Vorbereitungen für den Almsommer

Auffi auf die Alm!

In 4 Tagen geht es los! Wir freuen uns schon wieder sehr auf den Almsommer! Die Rettenegghütte auf der Postalm hat den ganzen Sommer täglich geöffnet. Das heißt, dass die Zeit auf der Alm natürlich mit viel Arbeit verbunden ist, aber diese Arbeit macht extrem viel Spaß, da sie auch so abwechslungsreich ist.

Von Köchin und Servicefachkraft, über Landwirtin und Käserin bis hin zu Reinigungskraft und auch Bürokraft sind viele Berufe vereint. Manchmal ist man dann auch noch für die Unterhaltung der Gäste zuständig ;) also ein bisschen Allrounder sollte man schon sein.

Die Abläufe eines Tages sind allerdings im Prinzip immer gleich – Kühe holen, melken, Käse und Butter machen, kochen und vorbereiten für die Wanderer, die Gäste kulinarisch verwöhnen, putzen, wieder melken,…usw.

Aber bis alles mal so weit ist und der Almsommer auf der Alm richtig beginnen kann, dauert es schon einige Tage – wenn nicht Wochen! – bis die Hütte wieder auf Vordermann gebracht ist.

Warum macht man die Hütte im Herbst winterfest?

Diese Frage ist natürlich einfach beantwortet – damit die Hütte nach dem Schnee und der Kälte im Winter ohne Schäden davon kommt. Der Kamin muss dicht gemacht werden, damit der Schnee nicht in den Schacht gelangt, die Fenster werden mit Bretter verschlagen, die Vorhänge und Wandschoner abgenommen, damit nichts zum „miefeln“ beginnt und generell alles schön dicht gemacht, damit die lieben Mäuse keine Party feiern können ;)

Das Frühjahr ist da…

…und es wird wieder wärmer! Die ersten Sonnenstrahlen scheinen schon auf die Hütte und man hört das Holz in der Wärme etwas knacksn. Meistens besuchen wir die Hütte auch im Winter schon mal mit den Tourenski, um zu schauen, ob alles heil ist.

Der vergangene Winter hat ja leider nicht so viel Schnee gebracht – gut allerdings für die Hütte und für die Zäune. Da gibt es nicht so viele Winterschäden. Einzig unser Glockturm neben der Hütte wurde vom Sturm an Ostern umgeworfen. Da wurde nun ein neuer Sockel gebaut, damit Opa´s Glockturm wieder festgemacht werden kann.

Ebenso war das Geländer an ein paar Stellen schon etwas morsch, das wurde dieses Jahr auch wieder erneuert. Gott sei Dank ist der Chef des Hauses – also mein Papa ;) – handwerklich geschickt, somit können wir es selbst wieder reparieren und erneuern.

Neben den Reparaturarbeiten sind noch die ganz normalen jährlichen Aufgaben zu erledigen. Die ganzen Bretter vor den Fenstern und den Türen müssen wieder entfernt und der Kamin wieder geöffnet werden – also den Stein von der Öffnung heben, sonst können wir natürlich nicht einheizen, da der Kamin ja nicht zieht.

Auch wenn wir im Herbst alles sauber putzen und die Hütte eigentlich picobello verlassen, ist es im Frühjahr trotzdem staubig und alles muss wieder geputzt werden. Da wir auf unserer Hütte wenig Strom haben – wir sind nicht am Stromnetz angeschlossen und produzieren Strom selbst über ein kleines Wasserkraftwerk und über Photovoltaik-Anlagen – müssen wir alles händisch abwaschen. Also jedes Teller und jede Tasse wird nochmals abgewaschen.

Viele andere Arbeiten stehen an:

  • Die Terrasse wird mit dem Hochdruckreiniger gewaschen, bevor die Bänke und Tische aufgestellt werden.
  • Die Matratzen und das Bettzeug werden geklopft und ausgelüftet, bevor alles neu überzogen wird.
  • Die UV-Wasserfilteranlage muss wieder aufgebaut werden (Laut Vorschrift muss das Quellwasser gefiltert werden und wird auch jährlich vom Labor überprüft.)
  • Holz muss noch zur Hütte gebracht werden.
  • Der Brunntrog wird von den ganzen Algen gereinigt und wieder geschruppt.
  • Der Käseverarbeitungsraum und Reifekeller wird sauberst gereinigt…

…es gibt wirklich genug zu tun.

Aber die Arbeit gehört einfach dazu und macht auch Spaß, da man weiß, dass es bald wieder los geht und die vielen Gäste und Stammgäste wieder auf die Alm kommen um uns zu besuchen :)

Rund um die Hütte

Nicht nur an der Hütte muss gewerkelt werden, auch rund herum gibt’s noch einiges zu tun, bis wir aufsperren können. Die Gräben werden ausgeputzt, damit das Wasser wieder gut ablaufen kann und bei stärkerem Regen nicht überlaufen.

Und eines der wichtigsten Dinge: den Zaun wieder herrichten und die Schnur spannen. Die Zaunpfähle, welche schon morsch sind, werden neu eingeschlagen. Das wird aber nicht nur von unserer Familie erledigt, hier helfen alle Bauern mit, welche an der Alm beteiligt sind. Gemeinsam geht´s einfach schneller :)

Eine Arbeit, die dann noch das ganze Jahr über von den Almbauern verrichtet werden muss, ist das sogenannte „schwenden“ – also das Almgebiet sauber halten. Das heißt, dass die kleineren Baum-Setzlinge, welche sich von selbst im Almgebiet verbreiten, geschnitten werden müsen. Wenn diese kleinen Setzlinge und auch Latschen oder Wacholder nicht immer wieder ausgeschnitten werden würden, würde die Alm binnen kürzester Zeit verwachsen und die Weide würde immer kleiner werden.

Das sind so grob geschildert Dinge, die hinter den Kulissen passieren ;)
Nichtsdestotrotz, freuen wir uns schon riesig auf den Almsommer und wir sind auch top motiviert – ich denke auch alle anderen Hüttenwirte und Hüttenwirtinnen! Denn der Lauf des Jahres zeigt was zu tun ist und besonders im Frühsommer ist die Zeit des Aufwachens und des Beginnes!

Freut ihr euch auch schon wieder auf die Almen und die gemütlichen Stunden auf der Hütte?

Petra
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