Heu – was ist das eigentlich?
Heu ist nichts anderes als getrocknetes Gras. Die Wiesen werden gemäht, wenn die Gräser hoch genug sind und sonniges Wetter herrscht. Optimal ist es, wenn die Pflanzen bereits ihre Samen verteilt haben. Nach dem Mähen wird das Gras verstreut. Nun muss die Sonne ihre Arbeit verrichten und das Ganze trocknen. Wenn das Heu auf einer Seite gedörrt ist, wird es gewendet. So können die Halme auf allen Seiten trocknen. Am nächsten Tag wird alles noch einmal umgedreht. Später werden mit dem trockenen Heu lange Reihen gemacht. Nun kann das getrocknete Gras in die Tenne gebracht werden. Gibt es auf dem Bauernhof eine Trocknungsanlage mit Entfeuchter für das Heu, kann es bereits nach 24 Stunden eingeführt werden.
Rehkitze im hohen Gras
Die Setzzeit der Rehe fällt meist mit der ersten Mahd zusammen. Die Rehgeißen lassen ihre Jungen anfangs in Verstecken zurück. Nur zum Säugen besuchen die Rehgeiße ihre Kitze. Sie wollen vermeiden, Aufmerksamkeit auf ihre Jungen zu lenken. Gut versteckt im hohen Gras passiert es leider immer wieder, dass Kitze dem Mähtod zum Opfer fallen. Um die Geiß zu warnen, sollte am Vortag der Rand des Feldes gemäht werden. Sie hat so die Möglichkeit, ihr Kitz in Sicherheit zu bringen. Bei uns in Annaberg-Lungötz hat die Jägerschaft eine Drohne gekauft. Mit dieser kontrolliert sie die Wiesen, ob Kitze im Gras versteckt sind. Mit der Wärmebildkamera werden die jungen Tiere auch im hohen Gras erkannt. Die Jäger können dann die Kitze aus dem Gefahrenbereich bringen. Bitte berührt kein Rehkitz, damit es den menschlichen Geruch nicht annimmt.
Heuen im Wandel der Zeit
Früher war die Heuernte körperlich noch viel fordernder als heute. Alles musste per Handarbeit erledigt werden. Gemäht wurde mit einer Sense. Rechen und Heugabel in Menschenhand erledigten den Rest. Heute erleichtern moderne Maschinen wie zum Beispiel
- Traktoren
- Mähwerke
- Heuwender
- Kreiselschwader
- Ladewagen
- Heukräne
die Heuernte enorm. Eins hat sich aber nie geändert: der bange Blick an den Himmel, wenn dunkle Wolken aufziehen. Schließlich darf das Heu nicht nass werden. Es verliert sonst an Qualität.
Handarbeit immer noch ein Thema
Trotz modernster Technik ist auch heute Handarbeit beim Heuen nicht wegzudenken. Manche Hänge sind zu steil, um sie maschinell zu bearbeiten. Auf anderen Feldern wird zwar auf moderne Weise geheut, die Flächen sind aber so uneben, dass mit den Rechen nachgearbeitet werden muss. Das Ganze findet bei sommerlicher Hitze in der prallen Sonnen statt. Aber nicht nur bei der Handarbeit kommt man ins Schwitzen, auch auf den Traktoren oder in der Tenne auf dem Heukran ist es oft sehr heiß.
Heu oder Groamat?
Das getrocknete Gras beim ersten Schnitt im Frühsommer wird Heu genannt. Es ist eher grob. Der zweite Schnitt im Spätsommer heißt hier bei uns Groamat. Es ist feiner und eiweißreicher als das Heu: eine Art Kraftnahrung für die Tiere.
Danke für euer Verständnis
Die Heuernte ist stark vom Wetter abhängig. Oft bleibt nur ein kleines Zeitfenster in dem geheut werden kann. Deswegen laufen die landwirtschaftlichen Maschinen in diesen Tagen zu jeder Tageszeit, unabhängig vom Wochentag. Da in dieser Zeit vermehrt Traktoren auf der Straße anzutreffen sind, müssen Auto- und Motorradfahrer manchmal etwas mehr Geduld auf ihrem Weg aufbringen.
- Weidetiere sind keine Streicheltiere - 7. Juli 2026
- Heuernte im Lammertal - 23. Juni 2026
- Giersch – mehr als nur Unkraut - 26. Mai 2026










©kronenzeitung
Ebihara photography