Wipferlhonig schmeckt nicht nur, er ist auch gesund!

Wipferlhonig aus Annaberg-Lungötz
Wipferl am Baum

Mit einem „Pffflop“ öffnet sich das Glas, sofort entströmt ihm wunderbarer Honigduft. Der „Wipferlhonig“  ist so gesehen zwar kein echter Honig, wie ihn die Bienen produzieren, sondern eigentlich ein Sirup. Aber er schmeckt süß, gut und hat Heilkräfte. Deshalb wird er im Volksmund als „Honig“ bezeichnet. Gemacht wird er aus den Trieben von Nadelbäumen, die bei uns in Annaberg-Lungötz, ja im ganzen Tennengau gut wachsen. Nicht umsonst leitet sich der Name des Bezirks Tennengau von „Tannen(gau)“ ab.

Was macht den Wipferlhonig so besonders?

Wenn die Nadelbäume im Frühsommer austreiben, dann bin ich im Garten unterwegs und schneide die frischen jungen Wachstumstriebe von den Zweigen. Diese Triebe, bei uns „Wipferl“ genannt, enthalten gesundheitsfördernde ätherische Öle, Harze, Tannine und viel Vitamin C. Deshalb kommt der Honig nicht nur als feiner Aufstrich aufs Brot oder über das Müsli, sondern wird bei Husten, Schnupfen, Heiserkeit löffelweise gelutscht.


Beim Schneiden achte ich aber darauf, dass ich von jeder Fichte im Garten nur einige Wipferl und diese nicht von der Spitze, sondern von den untereren Regionen des Baumes nehme, damit ich keine Wachstumsschäden verursache (Ganz still bedanke ich mich dann auch noch bei jedem Baum für seine Gabe). Neben der Fichte eignen sich zur Herstellung von Wipferhonig auch: Tanne, Kiefer, Lärche, Latsche und Zirbe!

Achtung: Keinesfalls hochgiftigen Austriebe, wie von Eibe, Wacholder, Lebensbaum oder ähnliche verwenden!

Wipferlhonig-Rezept

Ein bewährtes Rezept für Wipferlhonig lautet:

  • ein Topf voll Fichtenwipferl
  • so viel Wasser, dass die Wipferl bedeckt sind
  • die gleiche Menge Zucker

Die Wipferl werden in einem Topf mit dem Wasser überdeckt und gut eine halbe Stunde geköchelt. Danach die Triebe im Wasser nachziehen lassen, bis der Sud abgekühlt ist. Ich schwör euch, hebt man dann den Deckel, glaubt man, mitten im Wald zu stehen – einfach überwältigend dieser Duft!

Jetzt werden die Wipferl abgeseiht, der Sud mit dem Zucker vermengt und dann wird sanft weitergeköchelt – das kann schon 1 bis 2 Stunden dauern, bis sich der Zucker leicht karamellisiert und den Sirup eindickt. Umrühren dabei nicht vergessen!!!


Sobald der Sirup dick vom Löffel tropft, hat er die richtige Konsistenz. Gut ausgespülte Gläser warten schon darauf, die süße Köstlichkeit einzufangen. Die Gläser werden gut verschlossen und für eine Viertelstunde auf den Kopf gestellt. Danach lagere ich den Wipferlhonig kühl und trocken, bis er endlich zum Einsatz kommen darf!

Wipferlhonig auch im Sommer ein heißer Tipp!

Die Pflanzenkräfte reichen für gut ein Jahr, in dieser Zeit soll er aufgebraucht werden. Genug Vorrat haben wir nun, falls im Winter der Hals zu kratzen beginnt. Dann nehme ich einfach einen Löffel voll Gesundheit zu  mir, manchmal süße ich auch den Tee damit, wirkt beides. Ein kleiner Tipp noch, auch im Sommer schmeckt etwas Wipferlhonig zB über eine Kugel Vanilleeis: Mhm! – Und im nächsten Frühjahr bin ich wieder im Garten unterwegs und schneide mir die gesunden Wipferl wieder von den Bäumen …

Probiert es doch selbst einmal aus! Der Aufwand ist gering und ihr habt ein probates Mittel aus der Natur, wenn sich eine Erkältung meldet oder einfach zum Genießen!

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Sylvia
Aufgewachsen im Salzburger Land, hat es mich in meiner Jugend vorerst in die weite Welt gezogen. Nach Aufenthalten in London, Rom und der Türkei zog es mich wieder in die Heimat zurück. Ich denke, gerade den Erfahrungen und Erlebnissen aus dieser Zeit, verdanke ich nun den Blick für die wundervollen Plätze, Traditionen und Eigenheiten, die es auch daheim gibt und über die ich gerne im Blog berichte.
Der Spruch „dort wohnen, wo andere Urlaub machen“, trifft voll auf mich zu. Wann immer es geht, zieht es mich in die Natur. Dabei muss es für mich keine hochalpine Tour sein, eine gemütliche Wanderung auf eine der vielen bewirtschafteten Almen in unserer Region genügt oft aus, um den Blick weit schweifen zu lassen, um dann wieder zu mir selber zurück zu finden.
Im Winter teile ich die Leidenschaft Skifahren mit dem aktuell besten Skifahrer der Welt, wenn ich auch nicht so professionell über die Pisten der Skiregion Dachstein-West düse, wie er. Marcel Hirscher aus Annaberg hat es geschafft, fünfmal in Folge den Gesamtweltcupsieg zu erringen und ich bin stolz auf den wohl berühmtesten Sohn des Ortes.

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