Mein persönlicher Geheimtipp im Tennengebirge

Diesen Sommer hat mich das Wanderfieber gepackt. Sobald das Wetter schön war, habe ich mir nicht die Frage gestellt „Wohin gehe ich baden?“, sondern „Welchen Berg will ich besteigen?“. Und davon gibt es im Tennengau genug, wie beispielsweise die Barmsteine in Hallein-Bad Dürrnberg, den Schlenken bei Adnet/Bad Vigaun, oder den Trattberg bei St. Koloman. Der Sommer ist leider vorbei, aber auch der Herbst lädt zu schönen Wanderungen im Tennengau ein. Immer auf der Suche nach neuen Touren und Gipfeln, hat es mich dieses Mal nach Lungötz ins Lammertal verschlagen. Wer die Ruhe liebt, für den habe ich hier meinen persönlichen Geheimtipp: Wanderung auf den Hochkarfelderkopf (2.219 m) ….

Anfahrt und Parken:

Von der Autobahn A10 kommend nehmt ihr die Abfahrt Hüttau, kommt ihr über die Bundesstraße fahrt ihr über Abtenau und Annaberg weiter bis nach Lungötz. Vor dem Lammertalerhof findet ihr einen großen Parkplatz. Und los geht’s!

Über den scharfen Steig vorbei beim Edelweißkogel

Bei perfektem Wetter mit angenehmen Temperaturen starten wir die Tour – leider bleibt es jedoch nicht ganz so fein, wie sich später noch herausstellen sollte. Vom Parkplatz Lammertalerhof folgen wir dem Weg taleinwärts bis zu einer Brücke, nach welcher wir rechts in den Lammertalrundweg einbiegen und dann die Abzweigung „Scharfer Steig“ (Nr. 224) nehmen. Hinweis: Zu Beginn ist der Weg nicht ganz einfach zu finden, achtet auf die Bodenmarkierungen! Sobald man den Einstieg zum „scharfen Steig“ hat, ist die Wanderung allerdings gut markiert. Der Weg verläuft von Beginn an stetig steil bergauf, was den Vorteil von raschen Höhenmeter für uns bringt aber gleichzeitig auch meine Kondition ein wenig auslotet. Bei der Wegbeschaffenheit ist von Geröll bis felsiges Gelände alles dabei.

Wir passieren den Edelweißkogel (2.030 m) und erreichen einen Sattel (1.990 m), bei welchem eine Route Richtung Laufener Hütte abzweigt (Gehzeit ca. 45 Minuten). Wir folgen allerdings dem Weg nordostwärts Richtung Hochkarfelderkopf (2.219 m).

Die letzten Meter zum Gipfel…

Wie sich herausstellt, ist die Sonne bereits zu schwach, um den Schnee ganz wegzuschmelzen. Über mein wasserfestes Schuhwerk bin ich also mehr als dankbar. Die angenehmen Temperaturen vom Tal haben sich verabschiedet und ein Föhnsturm hat sich über uns breit gemacht. Trotz Haube und Handschuhe sind meine Finger und Zehen bald eingefroren. Mit dem Gipfelkreuz vor Augen nehmen wir den letzten Anstieg in Angriff und bald ist geschafft. Nach knappen 3 h Aufstieg (inkl. vielen Fotopausen!) stehen wir, Menschenseele alleine, auf dem Gipfel vom Hochkarfelderkopf (2.219 m) und genießen dem traumhaften Ausblick auf die Tennengauer und umliegende Bergwelt.

So, jetzt wird’s Zeit für ein Gipfelschnapserl aus meinem treuen Bergbegleiter, dem „Tennengau-Flachmann“, PROST. Auf Grund vom Föhnsturm ist aber bald wieder Abmarsch angesagt…

Abstieg über den Passruckgraben

Der Rückweg führt auf den Sattel zurück, dann weiter Richtung Süden auf dem Passrucksteig. Dieser ist teilweise etwas mühsam, Konzentration ist geboten. Nach cirka 2 h Abstieg unten angekommen, führt der Weg über die Forststraße in Richtung Gasthof Wildau und von dort noch ca. 20 Minuten weiter Richtung Parkplatz.

Ein Topfenstrudel muss noch sein…

Nichts geht über eine abschließende Einkehr nach einer gelungen Tour, oder? Nachdem es keine Hütte gibt, die direkt am Rundwanderweg liegt, kehren wir beim Gasthof Wildau zu. Die Temperaturen haben im Tal auch wieder zugelegt, somit können wir den Tag auf der sonnigen Terrasse mit einem leckeren Topfenstrudel ausklingen lassen…

Wie schwer ist die Tour und wie lange ist man unterwegs?

Die Frage nach der Schwierigkeit und Dauer einer Tour ist für mich immer schwer zu beantworten. Jeder geht unterschiedlich schnell, manche legen viele Fotostopps oder Jausen-Pausen ein, manche weniger. In Summe sind es knappe 1.450 hm, die man zurücklegt. Googelt man die Tour in einem Wanderportal, wird die Wanderung mit „schwierig“, einer Dauer von knappen 6.30 h und einer Länge von ca. 10 km angegeben. Ich persönlich kann den Tipp geben, dass ausreichend Kondition und Trittsicherheit sowie ein wenig Kletterfertigkeit gegeben sein sollten!

Was ihr unbedingt einpacken solltet:

Auch wenn die Sonne im Tal lacht, denkt daran, dass die Temperaturen am Gipfel ganz anders sein können. Vor allem den Föhn solltet ihr nicht unterschätzen! Folgende Sachen habe ich bei meinen Herbstwanderungen immer im Rucksack:

  • Wind- und Regenjacke
  • Haube und Handschuhe
  • Umziehgewand
  • Wanderstecken
  • Ausreichend zu Trinken und Essen
  • Wanderkarte und Handy
  • Stirnlampe
  • Erste Hilfe Set
  • Und last but not least – meinen „Tennengau-Flachmann“

Für mich war die Herbstwanderung auf den Hochkarfelderkopf, trotz Schnee und frischen Temperaturen, traumhaft schön. Während der ganzen Wanderung ist uns niemand begegnet, den Gipfel hatten wir für uns alleine. Wer die Ruhe und Einsamkeit sucht, der ist hier also genau richtig.

Teilt eure schönsten Wanderbilder mit uns auf Instagram, @visittennengau und #visittennengau!!!

Ich wünsche euch einen schönen Wanderherbst!!!

Hier geht´s zum Parkplatz vor dem Lammertalerhof:

Elisabeth
Hallo – es freut mich, dass Ihr auf dieser Seite vorbei schaut ? Ich darf mich kurz vorstellen – mein Name ist Elisabeth, komme aus Oberalm und bin beruflich seit 2014 beim Gästeservice Tennengau tätig. Als gebürtige Tennengauerin freut es mich besonders, euch über die zahlreichen Veranstaltungen, kulinarischen Schmankerl und die einzigartigen Ausflugsziele in der „Genuss & Erlebnis Region Tennengau“ informieren zu dürfen. Privat liebe ich die Natur – egal ob Mountainbiken, Wandern, Skitourengehen oder einfach nur auf einer unserer schönen KäseAlmen eine leckere Almjause verdrücken – ich find mir in jeder Jahreszeit eine Beschäftigung… Neugierig geworden? Ich freue mich drauf, euch von den unzähligen Facetten des Tennengaus zu berichten.

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