Von Spagyrik, Alchemie und der europäischen Kräuterheilkunde

Am Fuße des Langenbergs in Kuchl liegt in wunderbar ruhiger Lage an einem rauschenden Bach die Modermühle. Hier ist die Kräutermühle beheimatet – ein Ort, an dem Menschen Pflanzen begegnen. Ich war kürzlich dort zu Besuch und habe mich von Eugen Unterberger in die Welt der Kräuter mitnehmen lassen.

Die Heilkraft der Kräuter nutzen

In der Kräutermühle werden für die Herstellung der Essenzen nur heimische Kräuter aus dem eigenen Garten verwendet. Dabei sind der richtige Standort und der optimale Erntezeitpunkt ausschlaggebend für die Kraft der aus den Pflanzen gewonnen Essenzen. Außerdem achtet Eugen sorgsam auf eine schonende Verarbeitung der Kräuter.

Das ganz besondere an den Tinkturen der Kräutermühle ist die Herstellung nach der alten  Lehre der Spagyrik. Das bedeutet, dass die Pflanzen nach den 3 alchemischen Prinzipien Sulfur, Merkur und Sal (etwa entsprechend dem modernen Körper-Geist-Seele-Prinzip) in mehreren Schritten in ihre einzelnen Bestandteile zerteilt (Destillat, ausgelöste Salze) und wieder zusammengefügt werden.  Durch dieses Verfahren wird ein hoher Reinheitsgrad der Pflanzenextrakte erreicht. Daher sind schon kleine Mengen hochwirksam und fast zur Gänze frei von Nebenwirkungen.

Herzgespann, Odermennig, Wermut & Co.

Nach den Erklärungen zur Herstellung der Tinkturen schauten wir uns die Pflanzen im Kräutergarten an. Hier erklärte Eugen mir die einzelnen Kräuter und deren Wirkweise. Obwohl manche davon auf Wiesen zu finden bzw. namentlich bekannt sind, habe ich nicht alles erkannt.

Der sehr bitter schmeckende Wermut z.B. ist das Mittel für die Verdauungsorgane und hilft gegen Schlaffheit und Freudlosigkeit.  Das Herzgespann hingegen stärkt das Herz, harmonisiert den Blutdruck und beruhigt bei Ängsten oder nervösem Gemüt.

Anhand des Zinnkrauts erklärte mir Eugen auch die Signaturenlehre: Denn das Aussehen der Pflanze lässt Rückschlüsse auf mögliche Wirkweisen zu. In diesem Zusammenhang werden neben Form, Farbe und Geruch viele weitere Aspekte betrachtet. Das Zinnkraut ist z.B. eine sehr strukturierte Pflanze, die Rippe für Rippe mit Ausläufern wächst. Weiterhin erinnert diese Form an die Wirbelsäule mit den einzelnen Wirbelkörpern und den Spinalnerven. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass das Zinnkraut eine stärkende Wirkung  auf Knochen, Haut und Bindegewebe hat sowie Struktur und Klarheit gibt.

Die 5 Elemente

Aus anderen Kulturen kennen wir die Lehre der 5 Elemente, z.B. in Tibet oder China. Aber wusstet ihr, dass wir auch in der europäischen Heillehre von 5 Elementen ausgehen? Die 4 Elemente, die wohl jedem bekannt sind, sind die sogenannten stofflichen Elemente: Feuer, Wasser, Erde und Luft. Diese werden durch das nicht veränderliche, zeit- und masselose Element Äther ergänzt. Dargestellt werden die 5 Elemente mit dem Pentagramm.

Was ist ein Pentagramm?
Ein Pentagramm ist ein fünfzackiger Stern. Dieser entsteht, wenn man die Diagonalen in ein regenmäßiges Fünfeck (also Pentagon) einzeichnet. Das Wort Pentagramm kommt aus dem Griechischen und bedeutet „mit fünf Linien“. Vielleicht habt ihr auch schon mal die Bezeichnungen „Drudenfuß“ oder „Drudenstern“ gehört. So wird es nämlich auch genannt.

Ich kann euch einen Besuch in der Kräutermühle nur empfehlen. Denn ich habe bei meinem Besuch wirklich sehr viel Interessantes und Neues über die Kraft unserer Kräuter gelernt. Vor allem sehe ich die Pflanzen der Wiesen und Wälder um uns herum jetzt nochmal mit ganz anderen Augen. Taucht auch ihr ein die Welt der Kräuter – Infos zu den Seminaren & Angeboten findet ihr unter:

KräutermühleEugen Unterberger | Tel. +43 676 341 61 70 | info@kraeutermuehle.at

Hier geht’s zur Kräutermühle:

Jana
Hallo, mein Name ist Jana – ich komme quasi aus dem „hohen Norden“, fühle mich aber nach mehreren Jahren in meiner Wahlheimat Österreich schon richtig „dahoam“.  In den schönen Tennengau hat es mich durch mein Studium an der FH Salzburg verschlagen und ich bin froh – vom ersten Moment an begeistert von der landschaftlichen Idylle – mit der Region auch nach meinem Abschluss durch die Tätigkeit beim Tourismusverband Kuchl verbunden zu bleiben. In meiner Freizeit zieht es mich in die Natur, die ich auf dem Rücken meines Pflegepferdes in vollen Zügen genieße. Außerdem ist mein Element das Wasser, weswegen mich die wundervollen Seen und Badeplätze in und um Kuchl besonders beeindrucken.

Ich sehe Kuchl und den Tennengau als „Zuagroaste“ sicher aus einer etwas anderen Perspektive und freue mich darauf, diese mit euch über diesen Blog teilen zu können!

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