Ein Skitour-Klassiker im Lammertal

„Die Skitour auf das Gamsfeld in Russbach zählt zu einer der schönsten Touren im Lammertal. Mit einer Höhe von 2.027 m ist das Gamsfeld der höchste Gipfel in den Salzkammergut-Bergen, mit einem einmaligen Panorama auf die umliegende Bergwelt“. So hab ich es zumindest bei diversen Touren-Foren gelesen. Und eines kann ich euch bereits vorweg verraten: Sie haben Recht…

Anfahrt und Parken

Von Hallein kommend nehmen wir die Autobahnausfahrt (A10) bei Golling und fahren durch Abtenau weiter bis nach Russbach. Wer von Bad Goisern anreist, fährt durch das Gosautal und über den Pass Gschütt. Zudem gibt es noch die Möglichkeit über die A10-Abfahrt Hüttau über St. Martin und Annaberg anzureisen. Man sieht, viele Wege führen nach Russbach. Ausgangspunkt für die Tour ist der Parkplatz (freiwillige Spende) am Beginn des Almweges zur Rinnbergalm.
So findet ihr den Parkplatz bestimmt: Koordinaten für das Navigationssystem 47.598553 N 13.464110 E

Aufstiegsmöglichkeiten bei der Skitour auf das Gamsfeld

Was für ein Glück, eine Freundin ist die Skitour auf das Gamsfeld das Wochenende davor gegangen und weiß somit über den Aufstieg bestens Bescheid. Nach dem LVS-Check machen wir uns auf den Weg. Beim Aufstieg gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Man folgt der Rodelbahn bis zur Rinnbergalm, zweigt hier rechts über den recht flachen Almweg zur Angerkaralm hinauf.
  2. Man folgt ebenfalls der Rodelbahn Richtung Rinnbergalm, biegt jedoch circa auf halber Strecke rechts entlang eines markierten Wanderweges (Mitterweg) steil durch den Wald hinauf.

Die erste Variante ist recht langatmig, jedoch gut für Skitourengeher geeignet, die nicht gerne viele Spitzkehren im Gelände gehen. Wir wählen den Aufstieg durch den Wald und bereuen es keine Minute. Eine gut angelegte Aufstiegsspur führt uns bis zur Angerkaralm. Kurz vor der Alm führen beide Wege zusammen. Bis zur Hütte sind es knappe 650 Höhenmeter, Dauer ca. 1,5 Stunden. Zwei von unserer Gruppe kehren zur Hütte zu, aber eine Freundin und ich wollen ganz hinauf um das Gipfelkreuz zu sehen.

Dem Gipfel entgegen

Das darf man anfangs nicht ganz wortwörtlich nehmen, weil das Gamsfeld sieht man von der Hütte aus noch nicht. Was wir jedoch sehen sind schön angelegte Spuren. Wir suchen für uns die Beste und stoßen auf den Annaberger Herbert, der uns nun begleitet. Zu dritt ziehen wir weiter, überqueren eine Mulde und queren rechts in ein steiles Gipfelkar. Der Schnee ist griffig, super zum Gehen. Schritt für Schritt kommen wir dem höchsten Gipfel der Salzkammergut-Berge näher, das Panorama wird immer schöner, die Vorfreude immer größer. Wir lassen das Kar mit vielen Spitzkehren hinter uns, steigen über eine steile Rinne rechts den Gipfelhang hinauf und queren über den Gipfelrücken bis zum „Gipfelkreuz“.

Wo ist das Gipfelkreuz?

„Bergheil!“ – rufen wir uns am Gipfel zu. Aber stopp – wo ist denn hier das Gipfelkreuz? Etwas verkümmert liegt es am Boden. Ein Schneesturm hat im Dezember 2017 das morsche Kreuz zu Sturz gebracht. Geplant ist aber, dass dieses ehestmöglich erneuert wird, sobald der Schnee weg ist. Aber immerhin stehen wir glücklicherweise am richtigen Gipfel.

Wie gerne würden wir noch länger am Gipfel verweilen, wäre da nicht dieser eiskalte Wind, der es richtig ungemütlich macht. So heißt es für uns: Rasch abfellen, Beweis-Bilder machen, einen Schluck aus dem Tennengau-Flachmann nehmen und die Abfahrt antreten.

Abfahrt mit Hütteneinkehr

Die Abfahrt ist im Grunde genommen gleich wie der Aufstieg. Mit Pulverschnee ist an diesem Tag leider nichts, trotzdem ist es eine gute Abfahrt bis zur Angerkaralm, wo wir zukehren. Eine richtig schöne, urige Hütte mit einer tollen Terrasse und traumhaften Ausblick.

Habt ihr ein Hütten-Schmankerl, das für euch zu einer Skitour dazu gehört? Ich muss hier nicht lange überlegen – „Eine Kaspressknödelsuppe bitte!“, bestelle ich bei Martina. Martina und Hubert Unterberger bewirtschaften die Angerkaralm. Diese hat im Winter von Freitag bis Sonntag (bei jedem Wetter) geöffnet, bis die Wintersaison vorbei ist. Nachdem das Gamsfeld auch im Somme ein beliebtes Wanderziel ist, hat die Hütte natürlich auch im Sommer offen, aber hier habe ich nicht genauer nachgefragt. Während ich meine Kaspressknödelsuppe löffle, genießen die andern ihren Topfen- und Apfelstrudel. Alle sind wir tiefenentspannt und genießen das immer schöner werdende Wetter. Herz, was willst du mehr?

Dauer und Höhenmeter

Die Tour an sich ist nicht schwer zu gehen, wenn die Verhältnisse passen. Aber es sind doch knapp 1.200 Höhenmeter die man überwindet – also für Anfänger vielleicht nicht unbedingt empfehlenswert. Wem das Gamsfeld zu weit ist, kann natürlich auch schon bei der Rinnberg– oder Angerkaralm Halt machen. Ansonsten benötigt man gemütlich etwa 3 Stunden für die Skitour.

Eine Skitour die man im Tennengau gemacht haben muss

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich die Skitour auf das Gamsfeld bei Russbach nur empfehlen kann. Vor allem das Panorama am Gipfel ist mehr als beeindruckend. Folgende Tipps darf ich euch an dieser Stelle noch mitgeben:

  • LVS-Ausrüstung nicht vergessen!
  • Erkundigt euch vorab vor jeder Abseits-Skitour über die aktuelle Lawinen-Lage unter lawine.salzburg.at
  • Ausreichend warme/winddichte Kleidung mitnehmen – bei Sturm kann es am Gipfel recht ungemütlich werden
  • Gipfeljause und ausreichend zu Trinken einpacken
  • Geld: für eine Kaspressknödelsuppe bei der Hütte
  • … und was natürlich auch nicht fehlen darf – ein Tennengau-Flachmann!!!

Auch Lust auf die Tour bekommen? Wir freuen uns auf eure Bilder auf Instagram. Wir würden uns freuen, wenn ihr eure Bilder mit unserem #visittennengau vermerkt und uns mit @visittennengau markiert.

„Wenn Berge da sind, weiß ich, dass ich da hinaufgehen kann, um mir von oben eine neue Perspektive vom Leben zu holen“ („Hubert von Goisern“)

Hallo – es freut mich, dass Ihr auf dieser Seite vorbei schaut ? Ich darf mich kurz vorstellen – mein Name ist Elisabeth, komme aus Oberalm und bin beruflich seit 2014 beim Gästeservice Tennengau tätig. Als gebürtige Tennengauerin freut es mich besonders, euch über die zahlreichen Veranstaltungen, kulinarischen Schmankerl und die einzigartigen Ausflugsziele in der „Genuss & Erlebnis Region Tennengau“ informieren zu dürfen. Privat liebe ich die Natur – egal ob Mountainbiken, Wandern, Skitourengehen oder einfach nur auf einer unserer schönen KäseAlmen eine leckere Almjause verdrücken – ich find mir in jeder Jahreszeit eine Beschäftigung… Neugierig geworden? Ich freue mich drauf, euch von den unzähligen Facetten des Tennengaus zu berichten.

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