Hallein – eine Salzstadt im Wandel der Zeit

Die Stadtgeschichte von Hallein ist reich an heute noch sichtbaren Zeugnissen einer bewegten, vergangenen Zeit, die tausende von Jahre zurückreicht. Der rote Faden in der Erfolgsgeschichte der Hauptstadt des Tennengau ist das Salz. Bis heute erzählt man davon, findet sie in unserem Stadtbild und bewahrt sie wie einen Schatz. Heute kann man kaum noch glaube, dass Salz früher einmal ein Zahlungsmittel war. Bei circa einem Mikrogramm pro Salzkorn fragen wir uns, wie viele Körner des „weißen Goldes” wir wohl als Salär für einen Arbeitstag bekommen hätten? Ob es wohl für ein schmackhaftes Abendessen, eine ganze Woche oder länger gereicht hätte? Auf unserem Weg durch die Stadt spinnen wir die Gedanken rund um die Verwendung und Bedeutung von Salz weiter.

Die Salzgewinnung – eine jahrtausendelange Tradition

Wir erinnern uns an das, was wir einmal in der Schule gelernt haben und ergänzen gegenseitig unsere Erinnerungslücken. Fest steht, dass die Stadt an den Ufern der Salzach ursprünglich als Talstützpunkt des Salzbergbaus vom Dürrnberg entstand. In den Jahrhunderten vor Christus kann man von einem keltischen Salzindustriestandort sprechen. Das Keltenmuseum erzählt diesen Teil der Stadtgeschichte besonders beeindruckend. Wie wir, besuchen heute noch viele Schulklassen das Museum und informieren sich über diesen besonderen Teil unsere Geschichte. Dabei fällt uns auf, dass wir auch schon lange nicht mehr im Museum waren. So eine Reise in die Urgeschichte unsere Stadt hat plötzlich wieder einen besonderen Reiz gewonnen.

Hallein, Salzburg, ©www.wildbild.at

Hallein zur Römerzeit

Nach den Kelten kamen die Römer. Wie ging es da weiter? Gewiss ist, dass es eine challenge warm „Noricum“ im Deutschunterricht immer richtig zu schreiben und „Iuvavum“ erst recht. Wir lachen über unsere Erinnerungen an die Rechtschreibkorrekturen in unseren Sachunterrichttests. Fakt ist, dass mit den Römern die intensive Zeit des Salzhandels in Hallein abnahm. Es gibt zwar noch Spuren der Römer, aber nicht mehr viele. Hat man nicht um 1860 bei der Erbauung eines neuen Sudhauses die Überreste eines römischen Wachturms gefunden? Ja, dunkel erinnern wir uns an diese Erzählung, aber ob man das heute noch sehen kann, wissen wir beide nicht mehr genau. Dafür wissen wir mit Sicherheit, dass Rif von „ripa“, lateinisch für Ufer und Gamp von „campus“ für Feld kommt.

Tourismusverband Hallein, Stadtführung in Gebärdensprache, Hallein, Salzburg, 20160916,<br /> (c)wildbild

Die mittelalterliche Stadt

Wir schlendern weiter von der Stadtpfarrkirche in Richtung Goldgasse. Die verwinkelten Gassen, die scheinbar ohne Plan nach rechts oder links abbiegen, katapultieren uns gedanklich direkt ins Mittelalter. Unser Geschichtslehrer hat uns damals erklärt, dass man aus Platzmangel auf Dreiecksplätzen von Straßengabelungen einfach Häuser dazwischen gebaut hat. Ein bildhaftes Beispiel für die Wohnbaupolitik des Mittelalters liegt zwischen Edmund-Molnar-Platz und Floriani Platz. Wunderschön sind die Häuser in diesem Grätzl. Wie man hier die Geschichte spürt! Von den bunten Hausfassaden grüßt einen förmlich die vergangene Zeit. Die Zeit, in der der Salzhandel erneut einen Aufschwung erlebte und der Stadt zu einer Hochblüte verhalf.

Das 13. Jahrhundert: Als Hallein zur Stadt wurde

Jetzt wissen wir es wieder! Seit dem 13. Jahrhundert trägt die Stadt offiziell den Namen Hallein. Bedeutet das nicht „kleine Sudpfanne“? Stimmt. Fröhlich summend gehen wir weiter. Unser Ziel ist die Pernerinsel. Als wir den Bruckhäuserplatz passieren, fällt uns noch eine Geschichte von früher ein. Der Name geht auf die „Genossenschaft der vier Bruckhäuser“ zurück, das den Bürgern ab Anfang des 16. Jahrhunderts erlaubte, mit dem Salz über die Salzachbrücke auf dem Landweg nach Süden zu handeln. Wurde nicht fast die Hälfte des Salzes damals von Bürgern gehandelt? Das müsste etwas bis ins 17. Jahrhundert gewesen sein.

Saline Salzlager Verdampferturm

Die Pernerinsel, Zeitzeugin eines Wandels

Auch wenn der Salzhandel am 31. Juli 1989 eingestellt wurde, lebt die Geschichte des Salzes in Hallein weiter. Die Pernerinsel, die kleine Salzachinsel, beheimatet die Alte Saline, vormals Verarbeitungsort des Salzes und heute Treffpunkt der Kultur. Es ist schon etwas besonders, an solchen Meilensteinen der Geschichte teilhaben zu können. Hier in Hallein lebt die jahrtausendealte Geschichte des Salzes. Wir finden, das geschichtliche Erbe ist sehr lebendig, sichtbar und gut behütet in unserer Stadt. Gleichzeitig spüren wir die Gegenwart. Welches Programm dieses Jahr bei den Salzburger Festspielen auf der Pernerinsel gezeigt wird? Wir werden gleich nachschauen.

Kleines Glossar: Wissenswertes rund um Hallein

  • Salär (engl. Salery) leitet sich vom Salz ab. Römische Soldaten bekamen neben Geld auch Salz als Bezahlung.
  • Weißes Gold. Salz ist ein weißer Rohstoff, der so wertvoll war, dass er mit Gold gleichgesetzt wurde. Als weißes Gold bezeichnete man auch Silber, Porzellan, Marmor, Kreide und Borax.
  • Inn-Salzach-Bauweise. Typisch auch für viele Häuser in der historischen Altstadt Halleins. Man erkennt sie daran, dass die Hausfassaden gerade bis hinauf gezogen wurden und das eigentliche Dach dahinter liegt. Abgesehen von dem schönen, mittelalterlichen Erscheinungsbild wollte man so verhindern, dass Feuer zu schnell auf andere Häuser übergriffen.
  • Goldgasse. Diese Gasse trägt einen der ältesten Namen der Stadt. Anders als in der Landeshauptstadt geht der Name nicht auf Goldschiede zurück, die hier ansässig waren. Man vermutet, dass sich der Name von „collata“ Schutzgeld bzw. Steuer für zugereiste Bürger ableitet.

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Fotocredits:
© TVB Hallein/Wildbild
© TVB Hallein/Christian Maislinger

 

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