Wie eine Fichte aus dem Lammertal als Christbaum den Adventmarkt vor Schloss Schönbrunn einläutet

Dort, wo schon bald wieder die Langläufer auf der Neubachtalloipe ihre Schwünge durchziehen und die herrliche Winterluft einatmen, ist sie daheim.

Die Rede ist von einer stolzen Fichte, aufgewachsen auf gut 900 Höhenmetern, 18 Meter hoch und mittlerweile 80 Jahre alt. Sie wurde in diesem Jahr ausgewählt, um als Christbaum in Wien am Kultur- und Weihnachtsmarkt vor dem Schloss Schönbrunn zu strahlen!

Ein Christbaum aus Lungötz

Schon Wochen zuvor haben Förster der Österreichischen Bundesforste nach dem schönsten Nadelbaum gesucht: „Der Christbaum für Schönbrunn ist für uns schon zur Tradition geworden“, freut sich Rudolf Freidhager, Vorstand der Österreichischen Bundesforste. „Die diesjährige Fichte ist ein ganz besonders schönes Prachtexemplar aus unseren Wäldern im Salzburger Tennengau.“

Zurück in das Neubachtal. Früh am Morgen geht es los: die zwei Forstarbeiter Ernst Gstatter und Stefan Enzinger stehen schon bereit für ihren ganz besonderen Einsatz: “Einen so großen Christbaum umzuschneiden, ist schon eine Herausforderung“, erklärt Ernst Gstatter, “er sollte ja unbeschädigt an seinem Ziel ankommen”. Daher klettert Ernst ganz hinauf in die Krone des Baumes, befestigt dort die Spanngurte für den Kran: “Höhenangst darfst du da keine haben“, lacht er herunter.

Kein Ästchen wird hier gekrümmt

Nun wird ein Kreis in den Stamm geschnitten, ein sogenannter Kerbschnitt. Sorgsam wird der Baum nun von seiner Wurzel getrennt, der Kran hebt an und die Wald-Schönheit baumelt frei! Ernst und Stefan helfen nun, die Fichte auf einen Tieflader zu verfrachten. Sie befestigen den Baum und verpacken auch das Astwerk gut, um ihm während des Transportes nur ja kein Zweiglein zu krümmen.

Jetzt kann der ausgesuchte Baum seine rund 350 Kilometer lange Reise nach Schönbrunn antreten.

Abtransport des Christbaumes (c)ÖBF Archiv / Wolfgang Simlinger
Abtransport des Christbaumes (c)ÖBF Archiv / Wolfgang Simlinger

Der Tieflader mit Überlänge nimmt Fahrt auf, schon wenige Stunden später kommt er an sein Ziel. Wieder macht sich ein Kran an die Arbeit, er hebt den Baum an und die Experten des Forstamtes der Stadt Wien fixieren das tonnenschwere Prachtstück in dem dafür vorgesehenen Schacht am Ehrenhof vor dem Schloss Schönbrunn. Nur kurze Zeit später ertönt der Ruf: „Baum steht!“.

Lichterzauber am Christbaum

Geschmückt mit 1000 umweltfreundlichen LED-Lämpchen erstraht der Christbaum nun von Mitte November bis Weihnachten vor dem Schloss Schönbrunn. Liebevoll aufgeputzt ragt er hoch über dem Marktgeschehen und begleitet so stimmungsvoll die Menschen durch Advent- und Weihnachtszeit. Ein Baum aus dem Lammertal in der großen Bundeshauptstadt! Wenn er das nur seinen Kollegen im Wald erzählen könnte!

Der Christbaum erstrahlt vor dem Schloss Schönbrunn © FOTOFALLY
Der Christbaum erstrahlt vor dem Schloss Schönbrunn © FOTOFALLY

Langlaufen in Annaberg-Lungötz

Dorthin zieht es mich aber nun, oder besser gesagt: dort ziehe ich nun meine Runden. Die Neubachtalloipe führt auf schönen, präparierten 10 Kilometern in einer großen Schlaufe bis zum Talschluss. Kurz nach dem Gasthof Schichlreit befindet sich die Stelle, wo die schöne Fichte gestanden hat. Ihr könnt den Platz von der Loipe aus sogar sehen. Auch abends, denn dann ist die Spur ab Parkplatz Wieseralm mit Flutlicht beleuchtet. Holt Euch einfach den Loipenfuchs (Tageskarte 2,50 €) und los geht es!

Langlaufen im Neubachtal (c)TVB Annaberg-Lungötz
Langlaufen im Neubachtal (c)TVB Annaberg-Lungötz
Viel Spaß – und solltet Ihr dazu auch Lust auf einen Adventmarkt bekommen haben, dann schaut doch einfach am 3. und/oder 17. Dezember beim Winterstellgut, hoch über Annaberg, vorbei. Dort beim Christbaum werden wir uns bestimmt sehen!

Hier geht´s zum Gasthof Schichlreit:

Sylvia
Aufgewachsen im Salzburger Land, hat es mich in meiner Jugend vorerst in die weite Welt gezogen. Nach Aufenthalten in London, Rom und der Türkei zog es mich wieder in die Heimat zurück. Ich denke, gerade den Erfahrungen und Erlebnissen aus dieser Zeit, verdanke ich nun den Blick für die wundervollen Plätze, Traditionen und Eigenheiten, die es auch daheim gibt und über die ich gerne im Blog berichte.
Der Spruch “dort wohnen, wo andere Urlaub machen”, trifft voll auf mich zu. Wann immer es geht, zieht es mich in die Natur. Dabei muss es für mich keine hochalpine Tour sein, eine gemütliche Wanderung auf eine der vielen bewirtschafteten Almen in unserer Region genügt oft aus, um den Blick weit schweifen zu lassen, um dann wieder zu mir selber zurück zu finden.
Im Winter teile ich die Leidenschaft Skifahren mit dem aktuell besten Skifahrer der Welt, wenn ich auch nicht so professionell über die Pisten der Skiregion Dachstein-West düse, wie er. Marcel Hirscher aus Annaberg hat es geschafft, fünfmal in Folge den Gesamtweltcupsieg zu erringen und ich bin stolz auf den wohl berühmtesten Sohn des Ortes.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Profilbild mit Gravatar hinzufügen.
[fbcomments]