Die Vielfalt des Tennengaus an einem Tag erleben

Majestätische Gipfel und sanfte Hügel, blühende Täler und weitläufige Almen, kulinarische Genüsse und bodenständige, echte Menschen. Der Tennengau hat unterschiedlichste Gesichter, von denen sich jedes einzelne lohnt, im Urlaub entdeckt zu werden. Eine Möglichkeit, diese Vielfältigkeit an einem Tag zu erleben und dabei noch unvergessliche Erinnerungen zu sammeln, ist eine Bike & Hike Tour zur Loseggalm und der dortigen Almsennerei. Mit dem E-Mountainbike in die Höhe, Wandern mit Blick auf Gosaukamm und Bischofsmütze und als Belohnung eine Almjause, wie sie besser nicht sein könnte. Herz, was willst du mehr?

Es gibt diese Tage, da kann der Wecker gar nicht früh genug läuten. Solche, auf die man sich schon lange freut, ja richtig herbeisehnt. Tage wie heute! Denn wir haben endlich Urlaub. Vorgestern sind wir hierher nach Annaberg-Lungötz im Tennengau gekommen, haben unser wirklich hübsches Hotel bezogen und erstmal zwei Tage lang gar nichts gemacht. Ein bisschen Spazierengehen, gut essen und zur Ruhe kommen. Ankommen, das ist glaube ich der richtige Ausdruck. Doch jetzt ist Schluss mit Ausruhen, heute soll es zum ersten Mal hinauf in die Berge gehen. Mit dem E-Mountainbike und später dann marschierend zum Fuße der Bischofsmütze. Oft ist uns der Berg bei unseren vergangenen Aufenthalten untergekommen und jetzt wollen wir ihn endlich leibhaftig sehen. Doch alles der Reihe nach, jetzt heißt es erstmal aufstehen und ab zum Frühstück. Was kann es denn eigentlich Besseres am Morgen geben als ein Käsebrot? Selbstgemacht, mit rescher Kruste und weichem Kern. Darauf leicht salzige Butter, etwas frischer Schnittlauch und Käse, der mild und gschmackig gleichzeitig ist. Vielleicht ist es ja nur Einbildung, aber hier in den Bergen schmeckt so ein Brot gleich noch einmal so gut?! Schon gestern hat sich die nette Wirtin zu uns an den Tisch gesetzt und erzählt, dass der Tennengau weit über die Grenzen des Landes hinaus berühmt für seinen Tennengauer Almkäse sein soll. Unten im Salzachtal gibt es einige Käsereien, die durch die Käse-Genusstour, einem käsigen Radweg, verbunden sind und die man unbedingt einmal besuchen sollte. Werden wir sicherlich auch noch machen, doch heute stehen erstmal die Käsealmen, oder besser gesagt eine ganz bestimmte Käsealm auf dem Programm. Voller Vorfreude beißen wir ein letztes Mal in unsere Brote, nehmen noch einen Schluck vom herrlich duftenden Kaffee und schon geht’s los.

E-Biken – mit dem elektrischen Rückenwind ab in die Berge

Der Tennengau ist ja Sommer wie Winter eine Reise wert und seit vielen Jahren zieht es uns immer wieder hierher in diesen besonders schönen und romantischen Teil des Dachsteins. Der Abwechslungsreichtum macht es wohl aus, dass wir regelmäßig zurückkommen und trotzdem jeder Urlaub einzigartig ist. Wandern, Bergsteigen und Biken im Sommer, Skifahren, Langlaufen und Tourengehen im Winter. Garniert mit einer Prise hochwertiger und trotzdem ehrlicher Gastronomie, freundlichen, echten Menschen und fertig ist der Stoff, aus dem unsere Urlaubsträume sind. „Servus, seid’s wieder einmal da?“ Die freundliche Begrüßung im Bike-Verleih an der Donnerkogelbahn in Annaberg reißt mich abrupt aus meinen Tagträumen und holt mich zurück in die Realität. Bikes anpassen, Helme aussuchen und schon sind wir bereit für unsere erste Bike & Hike-Tour. Heute soll es hinaufgehen zur Loseggalm mit einzigartigem Panorama auf den Gosaukamm und die Bischofsmütze. Was wir danach noch erwandern wollen, wissen wir jetzt eigentlich noch gar nicht, da lassen wir uns dann treiben. Noch ein paar Tipps zum E-Mountainbike und zur Tour und schon verlassen wir das Lammertal bergwärts.

Die Sonne strahlt vom Himmel, die Vögel zwitschern und auf der Stirn finden sich die ersten Schweißperlen. Wer denkt, dass E-Biken kein Sport sei, der irrt gewaltig. Das Besondere daran ist, dass man mit Unterstützung von umweltschonenden E-Motoren an Plätze vordringen kann, die sonst nur für Leistungssportler erreichbar waren. Außerdem sind die Bikes ziemlich cool und wenn man nicht gerade durchgehend im Sport-Modus unterwegs ist, dann kommt man mit einer Akkuladung ziemlich weit. Hin und wieder begegnen wir Bikern, die auf der MTB-Dachstein Runde unterwegs sind und den massiven Gebirgszug zu unserer Linken in all seiner Pracht umrunden. Das wäre auch einmal was! Nach kurzer Fahrt verlassen wir heute die Runde wieder und nehmen die Forststraße hinauf zur Loseggalm, eine der 8 Tennengauer KäseAlmen. Erste Schilder kündigen bereits die Loseggalm-Langfeldhütte samt ihren Käsespezialitäten aus der eigenen Almsennerei an. Noch einmal kommen wir an einem weit abgelegenen Bauernhof vorbei und winken dem Bauer zu, der gerade in seinem Traktor auf die Felder fährt. Dann lassen wir die Zivilisation endgültig zurück, radeln durch tiefgrüne Wälder und über saftige Sommerwiesen immer weiter den Berg hinauf. Kühe grasen auf den Almen, Adler ziehen hoch über uns ihre weiten Kreise und zweimal sehen wir sogar eine Blindschleiche gemütlich in der Sonne dösen. Nach gut einer Stunde seit dem letzten Bauernhof erreichen wir eine Kuppe und plötzlich liegt sie in all ihrer Pracht vor bzw. etwas unter uns: die Loseggalm. Erstmalig sehen wir von diesem Platz aus das volle Panorama auf den Gosaukamm und die Bischofsmütze. Wir lehnen die Bikes an einen Baum, genießen die herrliche Aussicht, nehmen einen Schluck Wasser aus unseren Trinkflaschen und machen gefühlte 1.000 Bilder von diesem Schauspiel der Natur.

A guade Jause auf der Alm

Zeitgleich meldet sich dann unser Hunger wieder. Wir packen unsere Räder, schwingen uns in die Sättel, um die letzten paar Meter zur Langfeldhütte hinunter zu fahren. Freundlich und mit dem Schwanz wedelnd begleitet uns der hütteneigene Hund und wir fühlen uns sofort rundum wohl hier oben. Viel ist Gott sei Dank noch nicht los, wir scheinen zu den Frühaufstehern unter den Tennengau-Liebhabern zu gehören und so schnappen wir uns den besten Tisch, etwas erhöht von den anderen Tischen. Die bestellte Käseplatte bringt uns ein junges Mädchen, mit der wir gleich ein bisschen zu plaudern beginnen. Sie ist den Sommer über Sennerin auf der Alm und macht Frisch-, Weich- und Almschnittkäse, sowie Butter aus der Milch der weidenden Jersey-Kühe. Wenn man weiß, woher es kommt, schmeckt es gleich nochmal so gut. Wahnsinn, was für ein Genuss. Offensichtlich freut sie sich über unsere Begeisterung, denn nach dem Essen zeigt sie uns gleich noch die Sennerei und die dort reifenden Käselaibe. An den Geruch aus Salz und noch nicht fertigem Käse muss man sich vielleicht ein Stück weit gewöhnen, wir würde trotzdem am liebsten alles einpacken und mit nach Hause nehmen. Machen wir dann natürlich, jedoch nicht den ganzen Leib.

Auf zu Königin Bischofsmütze

Nachdem nun auch andere Wanderer und Biker ihren Weg herauf gefunden haben und wir steigendes Verlangen nach Bewegung und exklusivem Berggenuss verspüren, verabschieden wir uns und nehmen den Wanderweg Richtung Bischofsmütze. Der majestätische Berg mit seinem unverkennbaren Doppelgipfel wird bei den Menschen hier liebevoll Königin bezeichnet, die neben König Dachstein alles in der Gegend überstrahlt. Die Bikes lassen wir versperrt zurück und so wandern wir vergnügt und gestärkt über die weitläufige Alm. Ob sich die grasenden Kühe wohl auch nicht am wilden Gosaukamm sattsehen können? Wir können es jedenfalls nicht! Dort oben am schroffen Grat verläuft die Grenze zwischen dem SalzburgerLand und Oberösterreich. Welche Aussicht man wohl haben muss, wenn man da oben steht? Dachsteingebirge, Bischofsmütze, Tennengebirge – alles zum Greifen nahe. Geschickt springen wir über einen Bach, der sich etwas weiter oben über einen in der Sonne glitzernden Wasserfall stürzt. Direkt danach wird der Weg kurz steil, bevor er abrupt wieder eben wird. Perfekte Fotolocation für uns, liegen doch die Gipfel direkt dahinter. Immer näher kommen wir der Bischofsmütze mit ihren 2.458 Metern über dem Meer. Den Namen hat sie übrigens wegen ihrem markanten Doppelgipfel, der einer echten Bischofsmütze zum Verwechseln ähnlich sieht. Auf einem Bankerl nehmen wir Platz und genießen die Aussicht. Es wäre schon toll, einmal da oben zu stehen und auf die Alm herabzublicken. Vielleicht nächstes Jahr!

Über einen Rundweg, vorbei an der Mahdalm, kommen wir schließlich wieder zur Langfeldhütte, füllen unsere Trinkflaschen mit frischem Quellwasser und machen uns auf den Weg zurück ins Tal. Auf dem kleinen Plateau mit dem herrlichen Blick auf Alm und Berge machen wir noch einmal kurz Halt und blicken zurück. Was für ein großartiges Erlebnis. Mit einem kleinen Schluck aus dem Flachmann stoßen wir auf unsere Erlebnisse an und freuen uns darauf, was wir wohl morgen erleben werden. Dann schwingen wir uns auf die Bikes und fahren los.

Und bekommt ihr bei dem Video auch Lust auf eine Bike & Hike Tour im Tennengau? Ich kann es euch auf alle Fälle nur empfehlen!

Hier geht´s zum E-Bike Verleih:

‚Von Neugier getrieben‘ – diese Worte kommen Peter Zeitlhofer wohl schon ziemlich nahe. Egal ob am Segelboot, im Tiefschnee, unterwegs in Stadt und Land, oder auf einer seinen vielen Reisen – er ist immer auf der Suche nach Neuem, nach dem Besonderen, probiert so ziemlich alles aus und liebt es, darüber zu reden und zu berichten. Womit man auch schon fast bei seiner zweiten Leidenschaft wäre – dem Schreiben. Immer und überall ausgestattet mit seinem Notebook, hat der Salzburger, mit Wurzeln am Attersee, sein Office im wahrsten Sinne des Wortes unterm Arm und könnte sich nichts besseres vorstellen, als die Geschichten dort zu erzählen, wo sie passieren.

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