Vom Tennengau an die Spitze des alpinen Skisports

Marcel Hirscher freut sich auf ein paar Wochen Ruhe und Erholung in seiner Heimat, dem SalzburgerLand. (c) www.neumayr.cc
Marcel Hirscher freut sich auf ein paar Wochen Ruhe und Erholung in seiner Heimat, dem SalzburgerLand. (c) www.neumayr.cc

Er begeistert tausende von Menschen und gilt als „moderner Held“: Marcel Hirscher ist cool, ehrgeizig, kompromisslos, erfolgsorientiert. Seine blauen Augen, der konzentrierte Blick, die definierten Muskeln – das alles gehört zum Image dieses Athleten, der seit einem halben Jahrzehnt unangefochten an der Spitze des alpinen Skisports steht. Der fünffache Weltcupsieger ist Weltrekordhalter und hat mit 27 Jahren bereits Sportgeschichte geschrieben: Er ist Idol und Vorbild und verfügt in Österreich über eine höhere Glaubwürdigkeit als der Papst. Dabei wurde dem Ausnahmetalent nichts in den Schoß gelegt: Schon mit zwölf Jahren entschied sich Marcel Hirscher für eine Karriere im Spitzensport. Seither sind die Prioritäten klar verteilt. Seine bodenständige Herkunft und seine Wurzeln im Tennengau sind Teil einer einzigartigen Erfolgsgeschichte.

Szenenwechsel auf die Gaudi-Pisten von Dachstein-West

Mit strahlenden Gesichtern und einem breiten Grinsen sausen die Skizwerge durch den Parcours: Die Balance zu halten, die ersten Bögen zu fahren und sich auf den Skiern aufrecht zu halten – alles gar nicht so einfach! Doch hier auf den 77 Pistenkilometern von der Skiregion Dachstein-West sind die Voraussetzungen ideal: Bereits mehrfach wurde das Skigebiet mit seinen 15 Gaudi-Pisten für seine Familienfreundlichkeit ausgezeichnet. Schon für die ganz Kleinen gibt’s Übungslifte, Zauberteppiche und kindgerechte Buckelpisten. Ein Hit für Wintersportler sind die „Marcel Hirscher Rennstrecke“ samt Zeitmessung, die schneidigen Buckelpisten, drei Snowparks und die urigen Hütten.

Das Lammertal mit dem Skigebiet Dachstein-West ist die Heimat des aktuell besten Skifahrers der Welt: Marcel Hirscher stand hier zum ersten Mal auf Skiern. Unter den achtsamen Blicken seiner Eltern Sylvia und Ferdinand – beides begeisterte Skifahrer und Skilehrer: Sie erkannten schnell das Ausnahmetalent, den hervorragenden Gleichgewichtssinn und das Koordinationsvermögen ihres Nachwuchses. „Ich bin mit zwei Jahren auf Ski gestanden. Einfach, weil meine Eltern arbeiten mussten und wir keinen Babysitter hatten“, lacht Marcel Hirscher. Rückblickend hat er sich schon als Zwölfjähriger entschieden, sein Hobby zum Beruf zu machen. Sein wichtigster Trainer, Motivator und Berater im „Team Hirscher“ ist nach wie vor Vater Ferdinand: Der gilt als wahrer „Schneeflüsterer“. Und er kennt seinen Sohn besser als irgendjemand sonst.

Gut verwurzelt im Lammertal

Jahr für Jahr kommen begeisterte Wintersportler zum Skifahren nach Dachstein-West. In Ferdinand Hirschers Skischule „Freeride Alpin“ in Annaberg werden ganz unterschiedliche Kurse angeboten: Der Spaß und das spielerische Erlernen der richtigen Technik stehen an oberster Stelle. Mit Marcel Hirscher hat die Wintersportregion den besten Werbeträger überhaupt. Der Spitzenathlet selbst fühlt sich mit seiner Heimat immer noch eng verbunden. Hier kennt man ihn, seit er ein kleiner Bub war. Hier braucht er sich nicht zu verstecken, kann einfach sein, wie er ist.

Dass er gerne auch einmal aneckt und nicht immer tut, was man von ihm erwartet, ist Teil seines Images. „Ich versuche, ich selbst zu bleiben, egal wie viele Skirennen ich gewonnen habe oder ob mich mache Menschen als ‚prominent‘ bezeichnen“, beschreibt er sich selbst. „Was mich ausmacht, ist die Kombination aus Wille und Konsequenz. Meine Eltern haben mich immer unterstützt, mich aber auch vor Höhenflügen bewahrt. Das Motto, in kleinen Schritten zu denken, habe ich von ihnen.“ Der Grundstein seiner steilen Karriere wurde bereits in der Kindheit gelegt. Und die war tatsächlich sehr besonders.

Marcel Hirscher bei der Wanderung auf die Stuhlalm. Im Hintergrund die Bischofsmütze. (c) SalzburgerLand Tourismus
Marcel Hirscher bei der Wanderung auf die Stuhlalm. Im Hintergrund die Bischofsmütze. (c) SalzburgerLand Tourismus

Eine Kindheit wie bei „Heidi“

Marcel Hirschers Eltern waren über lange Zeit Hüttenwirte im Lammertal: Und so verbrachte Marcel während seiner ersten 15 Lebensjahre ebenso wie sein jüngerer Bruder Leon jeden Sommer auf der urigen Stuhlalm – ohne Strom und Warmwasser. „Baumhäuser bauen, Latschenhüpfen und einfach den ganzen Sommer in der Natur zu sein, war das schönste, was man sich für seine Kindheit vorstellen kann. Keinen Fernseher und keine Ablenkung. Von so viel Freiheit können die meisten Kinder nur träumen“, erinnert sich Marcel Hirscher. „Für meinen Bruder und mich war das natürlich eine coole Sache. Während alle anderen im Tal waren, wohnten wir den Sommer auf der Alm. Da oben herrschen ganz andere Regeln: So durfte ich beispielsweise schon als 12-Jähriger das Autofahren ausprobieren. Meine Eltern waren da sehr gelassen.“

Marcel Hirschers Lieblingsplatz auf der Stuhlalm

Die Stuhlalm hat nach wie vor eine magische Anziehungskraft auf Marcel Hirscher: Hier oben ist er gern gesehener Gast. Auch wenn er nicht unerkannt bleibt und ab und zu Autogrammkarten unterschreiben muss. Er selbst lebt unweit seines Heimatortes im Lammertal und ist am Ende des Winters die Saison vorbei, kehrt er jedes Jahr im Frühling buchstäblich zu seinen Wurzeln zurück.

Die Berge, die Stuhlalm, die Lammer – sie gehören zu Marcel Hirschers ersten und schönsten Kindheitserinnerungen und er sagt selbst: „Am besten entspannen kann ich zuhause bei meiner Familie, meiner Freundin Laura und meinem Hund Timon. Da finde ich die Ruhe, die mir zwischen den doch recht intensiven Reisen gut tut. Bei uns im Lammertal ist es traumhaft schön. Zwischen Gosaukamm, Dachstein und Tennengebirge gibt es einmalige Plätze mit einem unglaublichen Panorama.“

Mit Tourenski die Ruhe der Natur genießen

Skitourengeher © SalzburgerLand Tourismus
Skitourengeher © SalzburgerLand Tourismus

Während Marcel Hirscher den Sommer über am liebsten im Tennengau verbringt, führt ihn im Winter der Ski-Weltcup rund um die Welt: Dennoch freut es sich aufs „Nach-Hause-Kommen“ an Weihnachten. „Bei uns zuhause geht es nicht um Geschenke, Beleuchtung oder Einkaufsstress, sondern es ist sehr besinnlich. Wir nehmen uns Zeit für uns und das ist sehr wertvoll für mich“, so der Spitzensportler. Bleibt dennoch ein wenig Zeit für private Unternehmungen, schnallt er sich gerne die Tourenski an. Und zwar direkt vor der eigenen Haustür: Seine Lieblingstouren führen ihn auf die Kamplbrunnspitze oder zur Stuhlalm, von wo sich weitere Routen eröffnen. So etwa zur Stuhllochscharte und zum Strichkogel oder zur Mandlscharte. Diese Touren bieten eine grandiose Aussicht, sind jedoch nur für geübte Skitourengeher zu empfehlen.

Wer hingegen einen feinen Winterspaziergang mit besonderer kulinarischer Einkehr bevorzugt, dem würde Marcel Hirscher wohl das Wirtshaus Zur Sonnleit‘n in Abtenau oder das Winterstellgut in Annaberg empfehlen: Er selbst behält sich letztere Adresse gerne als Geheimtipp für ein romantisches Abendessen zu zweit vor.

9 Fakten rund um den besten Skifahrer der Welt:

Wusstet ihr, dass Marcel Hirscher…

  1. … dreifacher „Sportler des Jahres“ ist und das „Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich“ erhalten hat.
  2. … halb Salzburger und halb Niederländer ist. Marcels Mutter Sylvia stammt aus Den Haag, kam zum Skifahren in den Tennengau und verliebte sich hier in Ferdinand Hirscher.
  3. … ein echter Adrenalin-Junkie ist? Zu seinen liebsten Hobbies zählt Motocross, Rennfahren, Fliegen, Slacklining, Kajak.
  4. … an seiner Heimat vor allem die intakte Natur, die Ausgeglichenheit und die zahlreichen Möglichkeiten zu unzähligen sportlichen Aktivitäten schätzt.
  5. … ungern seine kostbare Freizeit vergeudet. Auf Dinge wie Einkaufen gehen, Essen kochen oder putzen kann er gerne verzichten. Auch Ausschlafen ist nicht sein Ding.
  6. … Perfektionismus für eine unabdingbare Voraussetzung für den Erfolg hält.
  7. … eigenen Angaben zufolge, die „Null-Bock-Phase“ in seiner Pubertät ausgelassen hat.
  8. … in seinem Heimatort einen privaten Outdoor-Trainingsplatz hat, den er passend die „Blutwiese“ nennt.
  9. … für 95 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Österreich ein Vorbild ist.

LeseTipp!

Lust bekommen, mehr und regelmäßig über den Shooting-Star aus dem Tennengau zu lesen? Dann empfehle ich euch meine „Marcel Hirscher-Reihe“ im SalzburgerLand Online-Magazin. Seit März 2016 begleite ich Marcel Hirscher „schreiberisch“ durchs Jahr. Monat für Monat findet ihr im Salzburger Land Magazin einen neuen Beitrag über den Weltklasse-Skifahrer. Marcel Hirscher lernte ich persönlich bei einer Wanderung auf die Stuhlalm kennen und ich kann nur bestätigen, was man über ihn hört und liest: Er ist ein absolut cooler Typ. Hinter der professionellen Fassade verbirgt sich ein überlegter Mensch, der es bestens versteht, seine Privatsphäre zu schützen. Er hat jede Menge Charme. Er krault Kühe als wären sie Stofftiere und erfüllt kleinen Fans jeden Wunsch nach Autogrammen und Selfies. Um es auf den Punkt zu bringen: Ein Profi und Weltstar, der seine Wurzeln nicht vergessen hat.

Hier geht`s nach Annaberg-Lungötz in der Skiregion Dachstein West:

Franziska
In mir steckt 100 % Tennengau: Meine Großeltern kamen aus Golling, Scheffau und Annaberg, ich selbst bin in Kuchl geboren und in Golling aufgewachsen. Am Fuße des Pass Luegs haben wir schon im Frühsommer im Schneewasser der Lammer gebadet und im Winter sind wir im kleinen Skigebiet Moosegg über die Pisten gesaust. Heute lebe ich als freiberufliche Texterin, Autorin und Journalistin in der Stadt Salzburg und in der Nähe von München: In meine Heimat kehre ich immer wieder gerne zurück. So etwa zum Wandern in die Osterhorngruppe oder zum Genießen beim Döllerer oder im Winterstellgut. Auch in meinem 2014 erschienenen Buch „Beste Aussichten im Salzburger Land – 66 Lieblingsplätze und 11 Almhütten“ verrate ich einige meiner liebsten Ausflugsziele im Tennengau: So etwa den Seewaldsee, den Gollinger Wasserfall, das Keltenmuseum in Hallein, die Salzwelten am Dürrnberg, den Lammertaler Urwald und die Spießalm in St. Martin. Mein Beruf bringt es mit sich, dass ich immer wieder Arbeitszeit und Freizeit miteinander verknüpfen kann: Meine Recherchen – etwa für die Publikationen der SalzburgerLand Tourismus GmbH – führen mich in die schönsten Regionen unseres Bundeslandes. Am liebsten bin ich dabei zu Fuß, auf Skiern oder per Mountainbike unterwegs. Als Bäckerin und Imkerin habe ich zwei meiner Leidenschaften Bücher gewidmet: Monika Drax/Franziska Lipp: „Köstliches von der Müllerin“ (Dort Hagenhausen Verlag) und Franziska Lipp: „Imker werden“ (Servus Verlag).

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