Wilde Gesellen und zauberhafte Märkte

Die Finger an der heißen Tasse wärmen, den herb-süßen Duft von Glühwein oder Gewürztee einatmen, in ein zartes Vanillekipferl beißen, bei traditionellen Brauchtumsveranstaltungen in Erinnerungen schwelgen und die Vorfreude auf das Fest so richtig auskosten: die Adventzeit ist eine der schönsten Zeiten im Jahr. Das Besondere am Adventzauber in Hallein ist unter anderem die Vielfalt – innere Einkehr und fröhliche Geselligkeit gehen hier einträchtig Hand in Hand.

Advent am Bayrhamerplatz

Wenn verführerische Düfte nach gebratenen Maroni, Weihrauch, Orangen und gebrannten Mandeln in der Luft liegen, dann hat er bereits wieder geöffnet: der Adventmarkt am Bayrhamerplatz. Von 24. November bis 23. Dezember kann man sich hier so richtig in Weihnachtsstimmung bringen lassen.

Der kleine, aber feine Adventmarkt am Bayrhamerplatz – direkt im Herzen der mittelalterlichen Altstadt gelegen, verzaubert nicht nur aufgrund seiner Lage. Besonders schön ist auch, dass man rund um die liebevoll dekorierten Weihnachtshütten noch echtes Brauchtum erleben kann.

Selbstgemachte Kostbarkeiten aus der Region

Denn wirft man einen genaueren Blick auf die angebotenen Waren, so merkt man schnell: hier stammt fast alles aus Hallein und dem Tennengau: Von Strickwaren über Naturkerzen, Holzprodukte und handgefertigten Weihnachtschmuck bis hin zur süßen Weihnachtsbäckerei und kleinen Schmankerln. Die würzigen, selbstgemachten Glühwein- oder Punschspezialitäten werden nach althergebrachten Rezepten angerührt. Damit lassen wir uns doch gerne die kalten Tage versüßen!

Damit auch so richtig vorweihnachtliche Stimmung aufkommt – egal, wie das Wetter wird – werden verschiedene Chöre und Musikkapellen besinnliche Stücke zum Besten geben. Wenn dann der Duft nach selbstgemachten Lebkuchen und kostbarem Weihrauch durch die engen Gassen zieht, die vielen Lichter der kleinen, liebevoll dekorierten Weihnachtshütten flackernde Muster auf die historischen Gebäude des Bayrhamerplatzes werfen – spätestens dann ist sie da, die Vorfreude auf das große Fest am 24. Dezember.

Adventmarkt mit Meditation, Yoga und mehr

Doch neben dem romantischen Adventmarkt am Bayrhamerplatz sollte man auf jeden Fall auch die anderen Adventmärkte in Hallein besuchen. Da wäre beispielsweise der „Meditative Advent im Forsthaus Einkehr Stille“.

Dieser etwas andere Adventmarkt findet an jedem Advent-Wochenende im Forsthaus und im Forstgarten statt.
Zwischen 7.00 und 20.00 Uhr gehen hier die Uhren etwas langsamer. Herzlich eingeladen sind alle, die die Adventzeit auch dazu nutzen möchten, innezuhalten, zur Ruhe zu kommen und in sich selbst hineinzuhorchen – zum Beispiel mit geführten Meditationen, Yoga, Qigong oder Mantra-singen.

Weihnachtliche Zauberwelt in der Alten Saline

Eines unserer persönlichen Highlights ist der Weihnachtsmarkt in der Alten Saline – der ist nämlich wirklich etwas ganz Besonderes. Die charmante Weihnachtwelt im Inneren des ehemaligen Salinengebäudes zieht uns Jahr für Jahr in ihren Bann. Ob es die traditionellen Adventsouvenirs sind, die kulinarischen Schätze oder die Alpakas, deren wuscheliges Fell mit Sicherheit nicht nur die Kleinsten gerne streicheln werden – all das zusammen führt dazu, dass man sich hier ein bisschen wie in einer anderen Welt fühlt. Einer weihnachtlichen Zauberwelt, zu der auch das diesjährige Weihnachtsspiel „Die Stallrenovierung“ der Theatergruppe Krispl-Gaissau perfekt passt.

Wilde Gesellen: Krampuslauf der Igonta Pass

Apropos andere Welt: Sie rasseln mit ihren Ketten, stampfen mit den Füßen, schütteln ihr Fell und stoßen markerschütternde Schreie aus: der Krampuslauf der Igonta Pass ist ein Erlebnis, das man so schnell nicht wieder vergisst. Die Halleiner Altstadt mit ihrem mittelalterlichen Flair bietet die perfekte Kulisse, wenn am 3. Dezember ab 18.00 Uhr die wilden Gesellen durch die Gassen laufen. Und wenn das schwindende Licht auf die spitzen Hörner der kunstvoll gefertigten Masken trifft und die schaurig-schönen Gestalten an uns vorbeiziehen, dann müssen wir unweigerlich daran denken, dass es im Volksmund heißt: bei jedem Krampuslauf mischt sich ein echter Percht unter die Menschen…

Von der Adventkranzweihe bis zu (Nachtwächter-)Führungen

Das Programm während der Adventzeit in Hallein ist also sehr vielfältig – wer möchte, kann jeden Tag etwas Anderes erleben. So wird am 2. Dezember um 16.00 Uhr beispielsweise die Halleiner Stadtkrippe eröffnet. Am Oberen Markt findet die feierliche Zeremonie statt, anschließend kann man seinen Adventkranz zur Weihe am Bayrhamerplatz bringen.

Es gibt zusätzliche Führungen des Halleiner Nachtwächters, der uns immer wieder mit seinen lustigen und mystischen Geschichten verzaubert. Auch der Halleiner „Nochtei“ wird wieder durch die Stadt ziehen – traditionellerweise am 23. Dezember um 18.00 Uhr.

Unser Tipp: zu den Nachtwächterführungen eine Laterne mitbringen. So wird der Rundgang durch das mittelalterliche Hallein gleich noch etwas stimmungsvoller.

Das „ewige Lied“

Dieses Jahr gibt es außerdem viele verschiedene Stadtführungen zum Thema „Stille Nacht“. Denn der Schöpfer der Melodie zu „Stille Nacht! Heilige Nacht!“, Franz Xaver Gruber, hätte dieses Jahr seinen 230. Geburtstag begangen. Einen Großteil seines Lebens hat der berühmte Komponist in Hallein verbracht, hier ist er auch gestorben. Deshalb finden sich am 24. Dezember um 17.00 Uhr auch immer viele Menschen am Grubergrab ein und singen gemeinsam das bekannteste Weihnachtslied der Welt.

Ein Gänsehaut-Moment, den man einfach einmal erlebt haben muss. So ist man ideal eingestimmt auf das Weihnachtsfest, und auch auf das Stille Nacht-Jahr 2018: nächstes Jahr wird das 200-jährige Bestehen des weltberühmten Liedes begangen.

Eine eiskalte Tradition: das Adventschwimmen

Es ist jedes Jahr wieder ein Spektakel: am ersten Samstag im Advent, dieses Jahr ist es der 2. Dezember, wagen sich Mitglieder des Halleiner Tauchclubs „Delphin“ beim Neumayrsteg ins eiskalte Wasser der Salzach. Dabei tragen sie einen mit Fackeln beleuchteten, rund zweieinhalb Meter hohen hölzernen Adventstern, der der Tradition entsprechend in die Innenstadt gebracht werden muss. Begleitet werden sie von Einsatztauchern und einer Bootstruppe der Freiwilligen Feuerwehr Hallein. So schwimmen die tapferen Männer und Frauen rund eine Viertelstunde mit Fackeln und dem beleuchteten Holzstern bis zur Coloredobrücke, wo der Fackelstern feierlich aus dem Wasser gehoben wird. Und die Adventzeit kann beginnen!

Ich als echter Adventliebhaber werde mir auf jeden Fall so viele Adventmärkte und Bräuche anschauen, wie nur möglich. Besonders beim Klang der großen Glocken die die Perchten am Rücken tragen, jagt es mir immer wieder einen kalten Schauer den Rücken hinunter. Auch die Alpakas am Weihnachtsmarkt in der Alten Saline schaue ich mir jedes Jahr gerne an – zusätzlich zu ihrem niedlichen Aussehen und dem flauschigen Fell, gibt es auch ihre Wolle dort zu kaufen. Für mich als Strickfan ein absolutes Muss!

Alle Infos zu den Adventmärkten in Hallein und den Veranstaltungen im Advent findet ihr auch unter www.hallein.com.

Hier geht´s zum Halleiner Adventzauber:

Christina
Man kann getrost sagen: Schreiben ist meine Leidenschaft. Nach meinem Studium in der Mozartstadt verdiente ich meine Brötchen einige Jahre als PR-Managerin und später als PR-Beraterin. Heute widme ich mich ganz dem Schreiben. Als Redakteurin, Texterin und Geschichtenerzählerin entdecke ich immer neue, wunderschöne Orte und lerne viele interessante Persönlichkeiten kennen. Vom besonderen Charme von Hallein und dem Tennengau lasse ich mich dabei immer wieder gerne aufs Neue verzaubern – von den schillernden Facetten genauso wie von den stillen Momenten.

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